Bundesregierung verteidigt Planungen zur Truderinger Kurve

Die Alternativen der Anwohner bergen zu große Risiken und würden die Lärmproblematik nur verschieben, argumentiert die Bundesregierung.
| Lukas Schauer
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Die Menschen entlang der Schienenstränge müssen sich auf deutlich mehr Güterzüge einstellen, wenn die Truderinger Spange wie geplant gebaut wird.
Die Menschen entlang der Schienenstränge müssen sich auf deutlich mehr Güterzüge einstellen, wenn die Truderinger Spange wie geplant gebaut wird. © Gaby Mühlthaler

München - Die Bahnausbauprojekte Daglfinger und Truderinger Kurve beschäftigen auch die Bundesregierung. In einer Antwort auf eine Kleine Anfrage  der FDP-Fraktion, die federführend vom Münchner Abgeordneten Thomas Sattelberger gestellt wurde und der AZ vorliegt, gibt die Regierung ihre Sicht der Dinge wider.

Wirtschaftsexperte Thomas Sattelberger spricht über den Ausstieg der FDP aus den Sondierungsgesprächen.
Wirtschaftsexperte Thomas Sattelberger spricht über den Ausstieg der FDP aus den Sondierungsgesprächen. © imago

Sattelberger hatte wissen wollen, warum das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) "überraschend bereits am 7. Oktober 2020 schon eine Entscheidung zugunsten der Amtsvariante A0 gefällt" hatte. In der Sitzung des Mobilitätsausschusses im  Stadtrat hatten die Vertreter der DB noch die Auffassung vertreten, "das BMVI müsse sich für eine Variante erst noch entscheiden", so Sattelberger.

Bund verteidigt geplante Variante der Truderinger Spange

Die Variante A0 ist umstritten, eine Bürgerinitiative hatte zwei Alternativvarianten mehrfach vorgeschlagen und auch an die Bahn herangetragen. Unterstützung kam von der Stadtrats-SPD. Dabei geht es vor allem um die Lärmbelästigung, die durch den Güterverkehr entstehen wird. Über die Truderinger Spange will die Bahn künftig einen großen Teil des europäischen Güterverkehrs über Trudering und Daglfing abwickeln – und dazu für die Güterverkehre aus Italien und Österreich (Brenner) auch eine direkte Verbindung zwischen Trudering und dem Umschlagbahnhof München-Riem schaffen.

"Im Ergebnis hat die Variante A0 die beste Bewertung", schreibt nun die Regierung. Bei der Vorzugsvariante A0 der Truderinger Kurve sei eine deutlich frühere Inbetriebnahme möglich. Die Varianten B 1 und B 2 würden hingegen "ein Verzögerungsrisiko von bis zu zehn Jahren" in sich bergen und "Lärmbetroffenheiten lediglich verschieben."

Truderinger Spange noch "in frühem Planungsstadium"

Das Projekt befinde sich laut Bundesregierung aber auch noch "in einem frühen Planungsstadium". Der Baustart und die Bauzeit könnten erst nach Vorliegen des Baurechts und vertiefter Planung eingeschätzt werden. Mit dem Freistaat Bayern als Eigentümer der Kfz-Verwahrstelle München, die bei einem Ausbau ebenfalls überbrückt oder verlegt werden müsste, habe man "mehrfach gesprochen".

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Kritik an der Öffentlichkeitsbeteiligung weist die Bundesregierung zurück. Seit 2019 informiere man "in Form von Präsenz-Bürgerversammlungen, kleineren Treffen mit Bürgergruppen sowie virtuellen Kommunikationsformaten. Seit kurzem habe die Bahn außerdem "einen Newsletter mit Entwicklungen bei der Daglfinger und Truderinger Kurve etabliert. Interessierte können über die E-Mail-Adresse des Großprojekts ABS 38 Fragen und Anliegen an das Projektteam stellen", heißt es weiter.

Sattelberger: "Unangemessen und hochnäsig"

Für Thomas Sattelberger sind die Aussagen zu wenig: "Ein paar wenige dürre Zeilen zu den Auswahlkriterien für ein mehrere hundert Millionen teures Projekt - das ist unangemessen und hochnäsig", so der FDP-Politker zur AZ. "Die Frage stellt sich, ob bei der B1- und B2-Variante wirklich eine Prüfung erfolgt ist seitens Bahn und Bundesverkehrsministerium oder nur ein oberflächliches Drübernicken? So dilettantisch darf es nicht weitergehen".

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