Brauerei in der Landsberger Straße zu klein: Augustiner will in Freiham bauen

Weil das Augustiner-Stammgelände an der Landsberger Straße zu klein geworden ist, will sich die Brauerei in Freiham vergrößern. Um dort zu bauen, tauscht sie mit der Stadt Grundstücke.
| Paul Nöllke
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Die Brauerei in Landsberger Straße: Schön ist sie, aber hier ist zu wenig Platz für eine neue Flaschen-Abfüllanlage.
Die Brauerei in Landsberger Straße: Schön ist sie, aber hier ist zu wenig Platz für eine neue Flaschen-Abfüllanlage. © Daniel von Loeper

München - Roter Backstein, grüne Fenster, hohe Schornsteine: Die Augustiner-Brauerei an der Landsberger Straße ist ein Wahrzeichen der Münchner Bierkultur. Doch genau das wird jetzt zum Problem. Weil das gesamte Areal denkmalgeschützt ist, ist es für Augustiner kompliziert auf dem Gelände nahe der Hackerbrücke noch neue Gebäude zu bauen. Doch das müsste die Brauerei dringend.

Der Umsatz der Brauerei steigt stetig

Denn die Nachfrage nach dem Bier der ältesten Brauerei Münchens ist groß, gerade im Handel. Das liege auch an der Corona-Pandemie, da die Leute eher zu Hause Bier trinken, statt im Wirtshaus, so die Brauerei. Traditionell ist man bei Augustiner zwar sehr zurückhaltend, was Verkaufszahlen angeht, doch der Umsatz der Brauerei steigt stetig: 2019 hat Augustiner ganze 225 Millionen Euro Umsatz gemacht, das sind 14 Millionen mehr als noch im Jahr davor. Kein Wunder also, dass die Brauerei mehr Platz braucht.

Augustiner braucht mehr Flaschenabfüllanlagen

Deswegen will Augustiner nun in Freiham ausbauen. Dort befindet sich bereits ein Logistikzentrum der Brauerei. Das soll nun einerseits vergrößert werden, andererseits sollen hier zwei neue Flaschenabfüllanlagen gebaut werden. Das würde auch den Verkehr in der Landsberger Straße etwas vermindern.

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Das Grundstück soll mit der Stadt getauscht werden

Noch gehört das Gebiet in Freiham der Stadt München. Augustiner hat deswegen mit der Stadt einen Grundstückstausch ausgehandelt. Das steht in einer Vorlage, die am Dienstag nicht-öffentlich im Stadtrat diskutiert, und der nach AZ-Informationen zugestimmt wurde. Für das Gelände im Süden von Freiham soll die Stadt nun eine genauso große Fläche im Westen nahe Germering bekommen, die landwirtschaftlich genutzt werden kann. Da diese Fläche aber weniger wert ist als das Areal im Gewerbegebiet, will die Brauerei der Stadt zudem etwa sieben Millionen Euro zahlen.

Augustiner zieht nicht an den Stadtrand

In den letzten Jahren sind viele Brauereien aus München an den Stadtrand gezogen. Nachdem Hofbräu schon in den 80er Jahren von der Inneren Wiener Straße in Haidhausen nach Riem gezogen war, baute sich auch Paulaner und Hacker-Pschorr eine neue Brauerei in Langwied. Auf dem Areal der Brauerei entstanden viele teure Luxuswohnungen.

Auch beim Areal von Löwenbräu und Spaten, die noch am Stiglmaierplatz mitten in der Stadt brauen, gibt es immer wieder Gerüchte, dass die Brauereien in den kommenden Jahren an den Stadtrand ziehen könnten.

Bei Augustiner versichert man aber, dass die Brauerei auf jeden Fall am Stammgelände festhalten wird. "Selbstverständlich werden die Biere auch künftig an der Landsberger Straße in unserem Sudhaus, als Herz unserer Brauerei, gebraut", so Augustiner. In Freiham sollen lediglich zusätzliche Kapazitäten entstehen, damit auch in Zukunft der große Bierdurst der Münchner gestillt werden kann.

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