AZ-Infos: Rohde & Schwarz nicht Ziel des Brandanschlags - wen es wohl treffen sollte
Update, 12.33 Uhr: Nach AZ-Informationen galt der Brandanschlag nicht, wie ursprünglich berichtet, dem Unternehmen Rohde & Schwarz, sondern anderen Firmen, die in dem Gebäudekomplex beheimatet sind und sich mit Rüstungsprojekten beschäftigen.
Da der Vorfall einen politischen Hintergrund haben könnte, wurden die weiteren Ermittlungen von der Generalstaatsanwaltschaft übernommen.
Die beiden Tatverdächtigen, die an einer Tankstelle festgenommen wurden, sind bisher nicht polizeibekannt.
Weswegen einer der Brandsätze nicht gezündet hatte und wie diese hergestellt wurden, will das LKA aus ermittlungstaktischen Gründen nicht bekannt geben.
Update, 10.32 Uhr: Gegenüber dem BR bestätigt eine Sprecherin von Rohde & Schwarz den Polizei- und Feuerwehreinsatz, betont dabei aber, dass das Betriebsgelände selbst nicht betroffen sei. Mehr will das Unternehmen derzeit nicht bekannt geben.
Das Bayerische Landeskriminalamt (LKA) vermutet hinter der Brandattacke einen Anschlagsversuch gegen ein Rüstungsunternehmen, nennt den konkreten Namen der Firma auf BR-Anfrage allerdings nicht. Es werde nun wegen eines politischen Hintergrunds ermittelt.
Bereits im Jahr 2021 hatten unbekannte Täter im Umfeld von Rohde & Schwarz eine Stromleitung angezündet, die damals offen in einer Baugrube gelegen hatte. Im Internet hatte ein Bekennerschreiben die Aktion zu einem Angriff auf den "Rüstungskonzern" erklärt.
Bis heute ist die Tat ungeklärt. Die Sabotage führte damals zu einem Stromausfall, von dem 20.000 Haushalte im Münchner Osten betroffen waren, Rohde & Schwarz selbst war nach dessen eigenen Angaben davon jedoch nicht beeinträchtigt.
Ursprungsmeldung: Gegen Mitternacht wurden aus einem Auto heraus zwei Brandsätze auf eine Baustelle vor der Firmenzentrale des Münchner Technologieunternehmens Rohde & Schwarz in der Mühldorfstraße geworfen. Die Firma ist unter anderem im Bereich Sicherheitstechnik und Kommunikation für Behörden und das Militär tätig.
Brandsätze aus dem Auto auf Firmengelände geworfen
Ein Zeuge, der auf den Vorfall aufmerksam wurde, alarmierte die Polizei wegen des Brandanschlages, bei dem zwei Brandsätze geworfen wurden. Einer davon zündete im Bereich von Baucontainern, die vor der Firmenzentrale des Unternehmens stehen. Dieser konnte von Beamten der eintreffenden Polizeistreife gelöscht werden. Verletzt wurde dabei niemand, der Sachschaden ist gering.
Polizei nimmt zwei Tatverdächtige fest
Am Tatort fanden die Einsatzkräfte noch einen zweiten Brandsatz, der allerdings nicht gezündet hatte. Alarmierte Spezialkräfte des Bayerischen Landeskriminalamtes (LKA) haben ihn unschädlich gemacht, dabei kam auch ein mobiler Roboter zum Einsatz. Für diesen Zweck wurde der betroffene Bereich weiträumig abgesperrt.

Im Rahmen der sofort eingeleiteten Fahndung konnte die Polizei an einer nahegelegenen Tankstelle am Innsbrucker Ring zwei Tatverdächtige festnehmen. Dabei handelte es sich laut BR um eine 28-jährige Frau und einen 38-jährigen Mann, beide mit bulgarischer Staatsbürgerschaft.

Wie sie mit dem Brandanschlag in Verbindung stehen, ist aktuell Gegenstand der polizeilichen Ermittlungen. Zu einem möglichen Motiv und den Hintergründen liegen bislang keine Informationen vor.


