Bootfahren zwischen Großhesseloherwehr und Flaucher verboten

In der Isar sind am Samstag innerhalb weniger Stunden elf Schlauchboote gekentert. Das Referat für Gesundheit und Umwelt hat deshalb eine Bootsfahrt zwischen Großhesseloherwehr und Flaucher verboten.
| Ralph Hub
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Erhöhter Wasserstand, viel Treibholz, starke Strömung und getrübtes Wasser machen die Isar derzeit zu gefährlich für Bootsfahrten.
Berufsfeuerwehr München Erhöhter Wasserstand, viel Treibholz, starke Strömung und getrübtes Wasser machen die Isar derzeit zu gefährlich für Bootsfahrten.

München - Nachdem Dutzende Menschen mit Schlauchbooten in der Isar gekentert sind, hat die Stadt München das Befahren des Flusses zwischen dem Großhesseloher Wehr und dem Flaucher bis auf Weiteres verboten. "Es besteht eine erhebliche Gefahr für Leib und Leben, wenn Personen die Isar mit Booten und sonstigen Schwimmkörpern befahren", teilte das Umweltreferat am Sonntag mit.

An der Thalkirchner Brücke haben sich aufgrund des hohen Wasserstandes mehrere Bäume an einem Brückenpfeiler verfangen. Ein Paar wollte am Samstag im Schlauchboot die Brücke passieren, blieb aber an einem der Bäume hängen und kenterte. Die Ausflügler konnten sich zum Glück an einem Brückenpfeiler festhalten, bis Feuerwehr und Wasserwacht eintrafen und ihnen halfen.

München: Mehrere Bootsunglücke am Wochenende

Noch während der Rettung ging ein weiterer Notruf flussaufwärts von der Marienklausenbrücke ein. Mehrere Schlauchboote mit insgesamt acht Männern und Frauen an Bord waren an einer Wasserwalze gekentert. Nur durch Glück und schnelle Hilfe blieben sie weitestgehend unverletzt. Alle kamen mit dem Schrecken davon.

Am Abend ging ein weiterer Notruf von der Marienklausenbrücke ein. Wieder war ein Schlauchboot mit vier Personen gekentert. Drei konnten sich mit Hilfe der Wasserwacht ans Ufer retten. Einer war im Strudel unter dem Schlauchboot gefangen. Mit dem Hubschrauber und einem Retter am Seil gelang es, den Mann aus der lebensgefährlichen Lage zu befreien. Insgesamt kenterten elf Schlauchboote. 32 Insassen trieben in der Isar, 14 brachten Hilfe.

Am Sonntag ging der Irrsinn trotz der Warnungen weiter. An der Großhesseloher Brücke kenterte am Nachmittag ein Schlauchboot. Zwei Personen trieben im Wasser, konnten sich aber auf eine Wehranlage retten. Ein Polizeisprecher: "Sehr uncool, schließlich wird ausdrücklich vor Bootsfahrten gewarnt."

Die Strömung in der Isar ist extrem stark

Nach den starken Regenfällen der vergangenen Woche ist die Lage extrem gefährlich. Die Isar führt deutlich mehr Wasser als sonst um diese Jahreszeit. Auch wenn vielerorts der Pegel unterhalb der Hochwasser-Meldestufe 1 liegt, ist die Strömung sehr stark. Zudem treiben große Äste und Bäume im Wasser. Die Hindernisse lauern knapp unter der Oberfläche. Auch ist das Wasser trüb und Treibgut deshalb nur schwer zu erkennen.

"Wir raten ab", so ein Feuerwehrsprecher, "die Isar mit Schlauchbooten, Luftmatratzen oder ähnlichen schwimmfähigen Gegenständen zu befahren." Vor allem an Wehranlagen und Brückenpfeilern hat sich Treibgut aufgestaut. Wer in einen Strudel gerät, hat es schwer, ohne Hilfe herauszukommen.

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