Betrug per Nachnahmesendung: Gauner wollen Münchner Seniorin abzocken

Eine Rentnerin soll für einen Brief 199 Euro Nachnahme-Gebühr bezahlen. Doch sie hat gar nichts bestellt. Eine Betrugsmasche, vor der gewarnt wird.
| Ralph Hub Sophie Anfang
X
Sie haben den Artikel der Merkliste hinzugefügt.
zur Merkliste
Merken
2  Kommentare Artikel empfehlen Teilen
Betrüger versuchten eine Münchner Seniorin durch eine Nachnahmesendung abzuzocken. (Symbolbild)
Betrüger versuchten eine Münchner Seniorin durch eine Nachnahmesendung abzuzocken. (Symbolbild) © Malte Christians/dpa

München - Die Methode ist ziemlich fies und leider auch immer wieder erfolgreich: Gauner versuchen, gutgläubige Menschen abzuzocken, in dem sie Geld für eine Sendung per Nachnahme fordern. Obwohl die Betroffenen gar nichts bestellt haben.

Rentnerin soll 199 Euro für Brief bezahlen

Bei einer Rentnerin aus Pasing klingelte diese Woche eine Frau, die sagte, sie sei im Auftrag der Deutsche Post DHL Group unterwegs. Sie habe einen Brief für sie, sagte die Frau – per Nachnahme: 199 Euro sollte der Empfänger bezahlen. Die Sache hat allerdings einen kleinen Schönheitsfehler. Die Rentnerin hatte überhaupt nichts bestellt, ebenso wenig ihr Mann. Die Rentnerin weigerte sich, den Brief anzunehmen.

Die DHL-Botin nahm den Brief wieder mit, ließ aber einen Benachrichtigungsschein zurück. Man könne die Sendung bei der Post selbst später abholen, sagte sie.

Das ist der Nachnahmeschein, den die Rentnerin erhielt.
Das ist der Nachnahmeschein, den die Rentnerin erhielt. © privat

Betrugsmasche durch "Service Nachnahme"

Genau das ist der Trick. Wer nämlich anschließend zur Post geht und das Paket holt, muss vorher am Schalter die vom Absender geforderte Summe bezahlen. Er kauft damit praktisch die Katze im Sack, ohne zu wissen, um was es sich tatsächlich handelt.

Das ist die Krux an dieser Art von Betrug: Die Post stellt das Paket nur zu und muss dem Empfänger nicht erlauben, vor dem Bezahlen hineinzusehen. "Service Nachnahme" heißt diese Dienstleistung der Post, bei dem ein Empfänger eine DHL-Sendung erst erhält, wenn er den festgelegten Nachnahmebetrag gezahlt hat. Das Geld überweist die Post dann direkt an den Absender weiter. Sie ist also nur der Übermittler.

Lesen Sie auch

Lesen Sie auch

Deshalb erstattet die Post kein Geld. Dazu müssen sich die Opfer an den Absender wenden, was in der Regel schwierig ist, wenn alles ein Schwindel ist und der Absender so gesehen nicht existiert.

Paket-Betrug: Das rät die Polizei

Verbraucherschützern zufolge senden immer wieder dubiose Anbieter Briefe oder Pakete per Nachnahme an beliebige Personen. Die Täter bluffen und setzen darauf, dass der Empfänger darauf vertraut, es habe alles seine Richtigkeit und die Rechnung bezahlt.

Betrug per Nachname ist eine Masche, die seit Jahren immer wieder auftaucht. In Dresden gab es 2016 eine größere Serie. Die Empfänger fielen auf einen dubiosen Schmuckversand herein, bekamen für ihr Geld nur eine wertlose Plastikuhr. Die Polizei rät, Sendungen per Nachnahme nur anzunehmen, wenn man sicher ist, dass man selbst oder jemand aus der Familie tatsächlich etwas bestellt hat.

Die Rentnerin aus Pasing ahnte, dass sie es mit Betrügern zu tun hatte. Die Sendung holte sie einfach nicht ab.

Lädt
Anmelden oder registrieren

Zum Login
Zu meinen Themen hinzufügen

Hinzufügen
Sie haben bereits von 15 Themen gewählt

Bearbeiten
Sie verfolgen dieses Thema bereits

Entfernen
Um "Meine AZ" nutzen zu können, müssen Sie der Datenspeicherung zustimmen.

Zustimmen
Teilen 2  Kommentare – mitdiskutieren Artikel empfehlen
2 Kommentare
Artikel kommentieren