Bankbetrüger in München vor Gericht: Mit leerem Konto auf Shoppingtour

Konto eröffnen, nichts einzahlen, Dispo überziehen – und abtauchen. Mit der sogenannten "Läufer"-Masche ist es Betrügern immer wieder gelungen, Banken um Geld zu prellen. Jetzt steht einer von ihnen in München vor Gericht.
| AZ/dpa
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Der angeklagte Mann unterhält sich vor Prozessbeginn mit seinem Anwalt.
Der angeklagte Mann unterhält sich vor Prozessbeginn mit seinem Anwalt. © Sven Hoppe/dpa

München - In einem Prozess um die betrügerische Eröffnung von Bankkonten kann der Angeklagte vor dem Landgericht München I auf einen Deal hoffen.

Betrug und Urkundenfälschung: Mann in München angeklagt

Staatsanwaltschaft und Verteidigung kündigten zum Prozessauftakt am Dienstag an, sich mit dem Gericht auf einen Strafrahmen für den geständigen Angeklagten einigen zu wollen.

Der Mann ist wegen Betrugs und Urkundenfälschung angeklagt, weil er als Teil einer Bande Menschen aus Osteuropa nach Deutschland geholt haben soll, damit sie hier mit gefälschten Gehaltsabrechnungen Konten eröffnen und den jeweiligen Dispokredit bis zum Anschlag ausreizen und die EC-Karten dann an die Hintermänner weitergeben.

Zwei Mittäter wurden zu mehrjährigen Haftstrafen verurteilt

Dabei wird kein Geld auf die Konten eingezahlt, die EC-Karte aber für den kurzen Zeitraum, in dem das möglich ist, so lange benutzt, bis es nicht mehr geht. Ermittler sprechen von der sogenannten "Läufer"-Masche.

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Die angeklagten Fälle liegen einige Jahre zurück und das Verfahren beschäftigt das Gericht schon seit geraumer Zeit. Der Angeklagte hatte im Jahr 2016 bereits gestanden, zwei Mittäter wurden zu mehrjährigen Haftstrafen verurteilt.

Sogenannte "Läufer"-Masche dem LKA seit langem bekannt

Das Bayerische Landeskriminalamt (LKA) kennt diese Masche schon seit rund 20 Jahren. Sie komme aber nicht sehr häufig vor, sagte ein LKA-Sprecher. Wie sich Delikte dieser Art entwickelt hätten, könne er aber nicht sagen, weil das statistisch nicht erhoben werde.

Auch aus Sicht des Bayerischen Bankenverbandes ist die Masche zwar kein Massenphänomen, aber durchaus bekannt. Wie hoch der Schaden ist, der Geldhäusern durch diese Art des Betrugs entsteht, sei dem Verband nicht bekannt, sagte eine Sprecherin. Banken könnten sich aber relativ einfach schützen, indem sie den Dispokredit erst nach regelmäßigem Geldeingang einrichten.

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