Betonplatten bei Unterschleißheim ins Gleis gelegt: Kinder im Verdacht

Es war ein Schock für die Zuginsassen auf der Fahrt nach München: Nachdem ein Regionalexpress vor drei Wochen über eine Betonplatte im Gleis gefahren und dabei beschädigt worden ist, hat die Polizei einen Verdacht.
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Es handelte sich um Abdeckplatten eines Kabelschachtes.
Bundespolizei 3 Es handelte sich um Abdeckplatten eines Kabelschachtes.
Die Polizei ermittelt wegen "gefährlichen Eingriffs in den Bahnverkehr"
Bundespolizei 3 Die Polizei ermittelt wegen "gefährlichen Eingriffs in den Bahnverkehr"
Neben dem nach Darstellung der Beamten "wilden" Bahnübergang.
Bundespolizei 3 Neben dem nach Darstellung der Beamten "wilden" Bahnübergang.

München/Unterschleißheim - Vor gut drei Wochen war bei Unterschleißheim ein Regionalexpress von Nürnberg nach München über eine Betonplatte im Gleis gefahren - trotz einer eingeleiteten Schnellbremsung überrollte der Zug die Platte, erst 400 Meter später kam der Regionalexpress zum Stehen. Keiner der Insassen wurde verletzt. Doch für die rund 200 Zuginsassen muss es ein Schockmoment gewesen sein.

Zunächst war unklar, wer die Platten ins Gleis gelegt haben könnte. Inzwischen hat die Münchner Bundespolizei einen Verdacht. Am Donnerstag teilten die Beamten mit: "Schon kurz nach den Ereignissen lag nahe, dass ein oder mehrere Unbekannte Abdeckplatten eines Kabelschachtes auf das Gleis gelegt hatten. Der Ereignisort liegt direkt an einem 'wilden' Bahnübergang, am Südrand von Unterschleißheim in direkter Nähe zu Hochhäusern, der vor allem von Joggern und Hundebesitzern genutzt wird."

Doch im Verdacht haben die Beamten inzwischen "Kinder im Alter von zehn bis 12 Jahren", wie es in der Mitteilung vom Donnerstag weiter heißt. "Durch Überwachungsmaßnahmen und den Einsatz besonderer technischer Hilfsmittel an der Tatortörtlichkeit konnten am 19. März drei Kinder erkannt werden, die Steine auf die Schienen legten. Bei den weiteren Ermittlungen gelang es, die drei, die in der Nähe wohnen, zu identifizieren."

Kinder sind noch strafunmündig

Und weiter: "Mittlerweile gab es mit den einmal zehn und zweimal zwölf Jahre alten Schülern im Beisein ihrer Erziehungsberechtigten Präventionsgespräche zu den Gefahren im Bahnbetrieb", so die Beamten. "Es stellte sich heraus, dass sich die drei nicht bewusst waren, in welche konkrete Gefahr sie sich begeben hatten." Ausgewertete Bilder vom 19. März zeigten, dass einer der drei beim Steine auflegen inmitten der beiden Gleisstränge saß. Alle drei zeigten sich einsichtig und versprachen, auch unter dem Eindruck der ihnen gezeigten Bilder, derartiges künftig zu unterlassen.

Möglicherweise gibt es einen Zusammenhang zu dem Vorfall mit dem Regionalzug. So teilte die Bundespolizei am Donnerstag auch mit: "Zwei der drei 'Tatverdächtigen' räumten ein, für die Vorfälle am 8. und 9. März verantwortlich gewesen zu sein. Als die Eltern von den Geschehnissen erfuhren, waren sie von der 'Freizeitgestaltung' ihrer Jungs überrascht; ob der sich ausgesetzten Gefahren sogar sichtlich entsetzt!"

Die Beamten gehen davon aus: "Das hätte böse enden können..."

Bundespolizei spricht von "wildem Bahnübergang"

Die drei Kinder seien zwar noch strafunmündig. "Trotzdem kann die Deutsche Bahn von den Erziehungsberechtigten ihr entstandene Kosten auf zivilrechtlichem Wege einfordern."

Ein Detail überraschte die Beamten bei der Auswertung der Überwachungsbilder: "Unfassbar, teilweise ging es an dem wilden Bahnübergang zu wie auf einem Highway", heißt es in der Mitteilung. Die Deutsche Bahn habe in Gesprächen mit der Bundespolizei in Aussicht gestellt, die Stelle mit Grünzeug zu "verbauen", um diesen Trampelpfad zu entschärfen.

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