Bei Spaten brauen? Löwenbräu prüft Abriss

Wegen stark steigender Pacht will man bei Spaten brauen – an der Nymphenburger Straße könnten Wohnungen gebaut werden. Der Pachtvertrag läuft noch bis 2024.
| Lisa M. Albrecht und A. Schall
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Alteingesessen: die Löwenbräu-Brauerei an der Nymphenburger Straße.
Petra Schramek Alteingesessen: die Löwenbräu-Brauerei an der Nymphenburger Straße.

München - Seit fast 200 Jahren braut Löwenbräu sein Bier an der Nymphenburger Straße – doch ob das noch lange so bleibt, scheint derzeit fraglich. Die Brauerei denkt über einen Umzug der Produktion zur benachbarten Spaten-Brauerei nach. Das Gebäude mit dem weit sichtbaren Löwen-Symbol könnte dann der Abrissbirne zum Opfer fallen.

Der Grund für die Überlegungen: Geld. Denn das Gelände, auf dem Löwenbräu steht, gehört nicht der Brauerei, sondern der Sedlmayr Grund und Immobilien KGaA. Die hatte schon bei Unterzeichnung des Vertrages eine deutliche Steigerung der Pacht für das Jahr 2018 vorgesehen: von 650.000 Euro auf rund 6,5 Millionen Euro im Jahr.

"Daher prüfen wir gemeinsam mit dem Eigentümer, ob sich alternative Möglichkeiten anbieten, das Gelände zu nutzen", so Claudia Hauschild, Sprecherin der AB-InBev-Gruppe, zu der sowohl Löwenbräu als auch Spaten gehören. Ein Umzug aufs Spaten-Areal, so Hauschild, könnte Löwenbräu viel Geld sparen: "Das gesamte Brauereigelände ist sehr weitläufig, und wir nutzen diese Flächen nicht voll aus. Das Gelände von Spaten-Franziskaner-Bräu bietet ausreichend Luft, um dort neue Ideen für unsere Marken umzusetzen".

Gelände-Eigentümer bestätigt Umstrukturierungsideen

Allerdings kosten auch Umstrukturierungsmaßnahmen Geld. Der Konzern prüfe deshalb derzeit auch, ob sich ein Umzug überhaupt rechne. Der Unternehmer Jobst Kayser-Eichberg verkaufte Löwenbräu im Jahr 2003 an die Inbev-Gruppe, die später in die AB-InBev überging. Bei der Übernahmen wurden noch verbliebene Immobilien aus der Gruppe herausgelöst und unter anderem in die Sedlmayr Grund und Immobilien KGaA überführt. Hier ist Kayser-Eichberg noch heute Chef des Aufsichtsrats.

Bereits vor einigen Jahren dachte der AB-InBev-Konzern über einen Umzug der Spaten-, Franziskaner-, und Löwenbräu-Brauereien nach. Damals stand ein Umzug vor die Tore der Stadt im Raum, nach Langwied im Westen sollte es gehen. Letztendlich wurden die Pläne aber verworfen, der Brauerei-Komplex blieb in der Stadt.

Dass es nun neue Umstrukturierungs-Ideen gibt, bestätigt auch der Eigentümer des Geländes, Kayser-Eichberg. Auf Anfrage sagt er zu den Umzugs-Überlegungen: "Es besteht Interesse, wir stehen aber erst am Anfang der Verhandlungen mit der AB-InBev. Ich halte einen Zeitraum von zehn Jahren für realistisch." 

Pachtvertrag bis 2024

Schon jetzt konzentriere sich, laut Kayser-Eichberg, die Löwenbräu-Abfüllung auf die Spaten-Brauerei. Einen Umzug fände deshalb auch er sinnvoll, auch wenn der Pachtvertrag mit dem Biergiganten eigentlich noch bis zum Jahr 2024 läuft.

Pläne für das Areal im Falle eines Auszugs von Löwenbräu hat Kayser-Eichberg ebenfalls bereits im Hinterkopf: "Kommt es zu einem Abriss, soll auf dem Gelände etwas Neues gebaut werden. In erster Linie sollen Wohnungen entstehen, die dann in das Eigentum von Sedlmayr übergehen", so der Aufsichtsrats-Chef.

Eigentumswohnungen seien allerdings nicht geplant, so Kayser-Eichberg. Stattdessen sollen die Wohnungen „zu den üblichen Marktpreisen“, vermietet werden. Für Münchner Normalverdiener, heißt das wohl, dürfte am Ende eher wieder keine neue Wohnung dabei sein.

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