Bayernkaserne: Vier Anzeigen gegen Sicherheitsleute

Die überfülle Bayernkaserne macht wegen Überfüllung seit Wochen Schlagzeilen. Nun soll es dort Misshandlungen von Asylbewerbern durch Wachleute gegeben haben. Die Polizei ermittelt in vier Fällen.
| dpa/az
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Angeblich im Schlaf getreten. Wurden auch in München Flüchtlinge durch Wachpersonal misshandelt?
dpa Angeblich im Schlaf getreten. Wurden auch in München Flüchtlinge durch Wachpersonal misshandelt?

Die zum Flüchtlingslager umgewandelte Bayernkaserne macht wegen Überfüllung seit Wochen Schlagzeilen. Nun soll es dort Misshandlungen von Asylbewerbern durch Wachleute gegeben haben. Die Polizei ermittelt in vier Fällen.

München - Die Münchner Kripo überprüft Misshandlungsvorwürfe von Flüchtlingen gegen Wachleute in der Münchner Bayernkaserne. Eine Sprecherin des Polizeipräsidiums bestätigte am Donnerstag einen entsprechenden Bericht des Bayerischen Rundfunks. "Es gibt insgesamt vier Anzeigen wegen Körperverletzung gegen dort eingesetzte Sicherheitsleute", sagte sie.

Laut der Sprecherin gab es sowohl in der vergangenen Woche als auch am Mittwoch einen Polizeieinsatz in der Kaserne, nachdem dort untergebrachte Asylbewerber Vorwürfe gegen den Sicherheitsdienst erhoben hatten. Der BR zitierte einen Palästinenser, nach dessen Worten Wachleute am Boden schlafende Flüchtlinge getreten haben sollen.

Eine Anzeige liege seit vergangener Woche vor, die drei weiteren gingen auf die "eigeninitiative Überprüfung" durch die Polizei zurück, sagte die Sprecherin. SPD-Fraktionschef Markus Rinderspacher forderte schnelle Aufklärung. "Der Innenminister muss im Landtag berichterstatten und alle Maßnahmen ergreifen, damit sich solche Vorfälle nicht wiederholen", verlangte er.

Die Bayernkaserne ist seit Wochen überfüllt, dort warten viele Flüchtlinge auf ihre Registrierung und medizinische Untersuchung. Der Münchner Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) hatte am Montag einen Aufnahmestopp erklärt, nachdem es in den Vortagen zu chaotischen Szenen gekommen war. Wegen fehlender Betten und Räume mussten manche Flüchtlinge auf Matten im Freien schlafen.

Anders als in Nordrhein-Westfalen gab es in Bayern bislang keine gravierenden Vorwürfe gegen Sicherheitsleute. In Nordrhein-Westfalen gab es von Anfang 2013 bis September 2014 insgesamt 48 Ermittlungsverfahren gegen Wachleute in sieben Unterkünften.

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