Baumspende soll Verkehrsprojekt am Isarring voranbringen

125 Bäume sollen dem Tunnel einen neuen Impuls geben. Die Initiatoren glauben, dass das Verkehrsprojekt kommt.
| Sophie Anfang
X
Sie haben den Artikel der Merkliste hinzugefügt.
zur Merkliste
Merken
0  Kommentare Artikel empfehlen
Sechs für 125 Bäume (v.l.): Finanzminister Markus Söder (CSU), die Architekten Petra Lejeune und Herrmann Grub, Kultusminister Ludwig Spaenle (CSU), Lutz Spandau von der Allianz-Umweltstiftung, Robert Brannekämper (CSU) vom Bezirksausschuss Bogenhausen.
Sophie Anfang Sechs für 125 Bäume (v.l.): Finanzminister Markus Söder (CSU), die Architekten Petra Lejeune und Herrmann Grub, Kultusminister Ludwig Spaenle (CSU), Lutz Spandau von der Allianz-Umweltstiftung, Robert Brannekämper (CSU) vom Bezirksausschuss Bogenhausen.

München - Fragt man Petra Lejeune, ob es denn noch irgendjemanden gebe, der gegen einen Tunnel durch den Englischen Garten sei, stößt sie ein gedehntes „Au!“ aus: „Da müsste ich nachdenken.

Natürlich nicht“, schiebt die Architektin dann bestimmt nach. Seit fünf Jahren kämpfen sie und ihr Mann Hermann Grub dafür, dass der Isarring im Englischen Garten untertunnelt wird. Jetzt ist das Architektenehepaar diesem Ziel wieder ein Stücken näher gekommen: Dank einer Baumspende.

125 Bäume will die Allianz Umweltstiftung der Stiftung „Ein Englischer Garten“ zu Verfügung stellen. Kostenpunkt: 125 000 Euro. Die Linden, Eschen oder Ahorne sollen Ersatz für das Grün sein, das bei einem Tunnelbau abgeholzt werden müsste. Konkret geht es um 30 ausgewachsene Bäume. „Aber die müssten in jedem Fall weg“, sagt Grub – also auch, wenn statt eines Tunnels ein sechsspuriger Ausbau des Isarrings kommt. Eine Option, mit der inzwischen jedoch weder das Ehepaar Grub/Lejeune, noch Stadtteilpolitiker ernsthaft rechnen.

Die Baumspende sei schon ein Signal an den Stadtrat, sagt Grub: „Sie sehen, dass das Projekt von allen gewollt ist.“

Die Bäume haben zwei Ziele: Ein Drittel soll so bald wie möglich als Ausgleich für die während der Bauarbeiten abgeholzten Bäume gepflanzt werden. Standort wäre das Gelände der ehemaligen Lokomotivenfabrik Maffei an der Gyßlingstraße.

„Wir wollen so früh wie möglich pflanzen“, erklärt Lutz Spandau von der Allianz-Umweltstiftung. Ausgleich vor dem Eingriff in die Natur lautet das Motto.

Lesen Sie hier: So sehen die Pläne für den Tunnel aus

Die restlichen Bäume sollen auf dem knapp 400 Meter langen Tunneldeckel gepflanzt werden, wenn die Bauarbeiten abgeschlossen sind.

Voraussetzung ist, dass der Stadtrat dem Tunnel zustimmt. Die Stadträte werden sich voraussichtlich nach der Sommerpause damit befassen.

Unterstützung bekommen die Tunnelbefürworter schon jetzt aus dem bayerischen Finanzministerium. Minister Markus Söder hatte dem Vorhaben bereits vergangenes Jahr eine Millionenspritze zugesichert. Ein Teil der auf 70 Millionen Euro geschätzten Baukosten sollen durch private Geldgeber abgedeckt werden.

Das Argument gegen den Tunnel war und ist: Er ist teuer. Grub glaubt trotzdem nicht, dass sein Projekt am Geld scheitert: „Das ist eine politische Entscheidung, keine finanzielle.“ Und politisch, da ist der Schwabe sich sicher, wird es schon klappen.

Lädt
Anmelden oder registrieren

Zum Login
Zu meinen Themen hinzufügen

Hinzufügen
Sie haben bereits von 15 Themen gewählt

Bearbeiten
Sie verfolgen dieses Thema bereits

Entfernen
Um "Meine AZ" nutzen zu können, müssen Sie der Datenspeicherung zustimmen.

Zustimmen
Teilen 0  Kommentare – hier diskutieren Artikel empfehlen
0 Kommentare
Artikel kommentieren