AWM: Wenn die Frauenkirche in Plastik versinkt

Mit der neuen Kampagne "Plastikmüll ist ein Riesen-Problem!" will der AWM zum Umdenken motivieren.
| Anna Pfister
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Weitere Motive der neuen Anti-Müll-Kampagne.
AWM 2 Weitere Motive der neuen Anti-Müll-Kampagne.
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München - Eine Plastiktüte hier, ein Coffee-to-go-Becher dort: Plastik ist überall – und ein großes Problem für die Umwelt.

In den letzten Jahren ist das Bewusstsein für den verantwortungsvollen Umgang mit dem Kunststoff gestiegen, doch die Menge an produziertem Plastikmüll bleibt alarmierend hoch. Allein in München gibt es jährlich 42.000 Tonnen an Verpackungsmüll.

Diesen Zahlen möchte der Abfallwirtschaftsbetrieb München (AWM) nun ein Gesicht geben. Mit einer neuen Plakatkampagne zeigt der Betrieb an drei berühmten Münchner Bauwerken, welche Mengen an Müll die Bürger der Landeshauptstadt produzieren.

In einer Stunde fabrizieren die Münchner so viel Plastikmüll, dass man damit die komplette Bavaria füllen könnte. Einen Tag bräuchte es für das Siegestor, eine Woche für einen Turm der Frauenkirche. Die Bilder sollen nicht nur zum Nachdenken, sondern vor allem zum Handeln anregen. Die Devise ist: Recyceln ist zwar gut, besser wär's jedoch, wenn es gar nicht so viel zum Wiederaufbereiten gäbe.

Kampagnen-Tipp: Brotzeitbox statt Alufolie

In Zeiten, in denen man Kleidung und Essen bequem nach Hause bestellen kann, "ist der Verpackungsmüll dramatisch gestiegen", sagt der scheidende städtische Kommunalreferent Axel Markwardt (SPD). "Die Leute sollen sensibilisiert werden. Es ist dringend notwendig, zu handeln."

Dabei kann jeder Einzelne zum Vorbild für andere werden. Die zwölf Tipps der Kampagne liefern Inspiration für den Alltag. Schon mit einfachen Maßnahmen wie "Brotzeitbox statt Alufolie" ist viel geholfen.

Wie notwendig ein Umdenken ist, zeigte kürzlich eine Studie der Universität Bayreuth: Bei ihrem Durchfluss durch München verzehnfacht sich der Anteil an Plastikartikeln in der Isar. Die Ursachen für die Werte sind noch nicht genau erforscht, Mikroplastik aus Kosmetikprodukten oder vom Müll der Isar-Besucher sind wahrscheinlich.

Fest steht: "Unser Plastikverbrauch muss kritisch überdacht werden", so Markwardt. Er zeigt auf die Zeiger der Frauenkirche: "Es ist kurz vor zwölf!"

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