Autobahn-Südring: OB-Kandidatin Frank in der Kritik

Naturschützer streiten mit Kristina Frank über Sinn und Unsinn des von ihr geforderten Autobahnrings im Süden Münchens.
| Emily Engels
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Verkehrspolitischer Unsinn? Die Pläne von Kristina Frank zum A99-Südring stoßen beim BUND auf heftigen Widerstand.
AZ-Archiv Verkehrspolitischer Unsinn? Die Pläne von Kristina Frank zum A99-Südring stoßen beim BUND auf heftigen Widerstand.

München -  Noch drei Tage, bis OB Dieter Reiter (SPD) gegen Herausforderin Kristina Frank (CSU) in die Stichwahl muss.

Während die Parteien selbst sich in Tagen der Corona-Krise mit Sticheleien gegeneinander zurückhalten, schießt der Bund Naturschutz (BUND) gegen Frank – und verurteilt einen ihrer Pläne scharf: Es geht um das umstrittene Verkehrsprojekt Autobahn-Südring. Selbst ihre CSU hatte das Projekt schon begraben, Frank hält daran fest: Sie hatte sich zuletzt für eine Tunnellösung ausgesprochen.

Hierneis: "Eine A99 Süd würde kein einziges Verkehrsproblem lösen"

"Kristina Frank zündet damit eine verkehrspolitische Nebelkerze", schimpft Christian Hierneis, Vorsitzender des BUND. Hierneis mahnt: "Eine A99 Süd ist verkehrspolitischer Unsinn, verhindert zukunftsfähige Mobilitätsformen und würde das letzte großräumig intakte Erholungsgebiet im Münchner Süden zerstören."

Zudem wäre ein solches Projekt sündteuer, argumentiert er weiter. "Der Südring war zurecht auch von der CSU in den tiefsten Tiefen der Mottenkiste unsinniger Autobahnprojekte versenkt worden."

Seit Jahrzehnten kämpfen die Naturschützer für den Erhalt der Erholungs- und Naturlandschaft südlich der Stadt. Auch eine Tunnelvariante komme nicht infrage, schimpft Hierneis. "Der Südring wäre eine riesige Zerstörung des Natur- und Erholungsraumes."

"Bei einer Tunnelvariante würden gemäß einer Machbarkeitsstudie nur direkte Siedlungsbereiche unterfahren", sagt Hierneis weiter. Aber auch aufwendigere Tunnelvarianten würden mit ihren oberirdischen Autobahnzu- und -abfahrten und der nötigen Erschließung für Rettungswege den Erholungsraum großflächig zerstören, kritisiert der Naturschützer. Er findet zudem: "Eine A99 Süd würde kein einziges Verkehrsproblem lösen."

Frank: "A99 Süd wäre eine enorme Verbesserung"

Kristina Frank sieht das anders und hält an der Tunnellösung fest, sagt sie der AZ: "Durch einen von uns immer nur unterirdisch geforderten Autobahnring im Süden kann beides gelingen: fließender Verkehr und Umweltschutz." Durch bergmännische Bauweise könne "die wunderschöne Natur an der Oberfläche geschützt werden".

Die Machbarkeit müsse man in einer neuen Studie prüfen. Frank glaubt: "Von einem unterirdischen Autobahnringschluss würden Hunderttausende Menschen profitieren." Der Transitverkehr würde nicht mehr durch München fahren müssen. Die Wege für jeden Transitreisenden seien zudem kürzer.

Frank: "Im Sinne des Umweltschutzes, des Stadtklimas und des Lärmschutzes wäre das eine enorme Verbesserung."

Lesen Sie hier: OB-Stichwahl - München geht an ungewöhnlichen Orten wählen

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