Aufwärmen überflüssig: Heiß her ging's beim Stadtlauf 2010

Über 17000 Läufer aus 40 Nationen starten am Sonntag beim 32. Münchner Stadtlauf – dazu strahlt die Sonne und trotz (oder wegen) des heißen Wetters sind alle mit Riesenspaß dabei
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Martha Schlüter Illustration

MÜNCHEN - Über 17000 Läufer aus 40 Nationen starten am Sonntag beim 32. Münchner Stadtlauf – dazu strahlt die Sonne und trotz (oder wegen) des heißen Wetters sind alle mit Riesenspaß dabei

Das „Aufwärmen“ hätten sich die Läufer beim 32. Stadtlauf glatt sparen können. Immerhin hat es am Marienplatz morgens schon über 20 Grad, und die meisten Teilnehmer schwitzen schon vor dem Start unter ihren orangen SportScheck-Trikots. Die Motivation ist trotzdem ungebrochen. Als der Startschuss um Punkt 8 Uhr fällt, rasen die Vordersten los, als ob sie einen 50-Meter-Sprint vor sich hätten – und nicht einen stattlichen Halbmarathon von 21 Kilometern.

Über eine halbe Stunde dauert es, bis letztlich alle der insgesamt 17022 Läufer durch die Startlinie geschleust sind. Erst die Profis, dann die Freizeitjogger, die Gemächlichen, die Nordic-Walker, die Baby-Jogger, die Kinder.

In den gemütlicheren Reihen bleibt dann auch noch Zeit, Fotos beim Laufen zu machen, den knappen Sportdress zurechtzuzupfen oder sogar zu jonglieren.

Um 8 Uhr 36 ist dann auch schon der erste Sieger da: Der Schnellste bei den Kindern hat es nach dem 2-Kilometer-Kinderlauf so eilig, dass er sich im Vorbeirennen seine Medaille abholt und gleich weiterdüst. Der Sieger der Erwachsenen durchbricht nach 1:10:07h die Ziellinie. Im Gegensatz zu manch’ nachfolgendem Läufer, dem sich im Zielbereich erstmal der Magen umstülpt, joggt Rudi Brunner ganz lässig bis zur nächsten Verpflegungsstation, kippt sich dort eine Flasche Wasser über den Kopf und ist schon fast wieder fit. „Im April habe ich schon den Halbmarathon in Wien gewonnen, für mich ist das Routine“, sagt der 35-jährige Profi. Als schnellste Läuferin kommt mit einer Zeit von 1:30:24 Monika Deidda ins Ziel, sie sieht nur leicht verschwitzt aus.

Wer doch etwas mehr entkräftet war, konnte sich nach dem Lauf am Marienhof ins weiche Gras legen und den Elektrolythaushalt mit einem kühlen, alkoholfreien Weißbier, Bananen und Powerriegeln wieder ausgleichen. Harte Wadln und Oberschenkel wurden im Massagezelt von sechs Physiotherapeuten im Akkord durchgeknetet.

Die Sanitäter hatten übrigens trotz der heißen Temperaturen erstaunlich wenig zu tun. Der erste Patient kam zwar schon vor 8 Uhr, war aber kein Läufer, sondern ein Angehöriger, dem vor lauter Mitfiebern die Beine weggesackt waren.

Vanessa Plode

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