Auf geht's zur Jakobidult – ein Blick hinter die Kulissen

Am Tag, bevor die Sommerdult auf dem Mariahilfplatz startet, ist es noch ruhig. Die Sonne strahlt auf die Mariahilfkirche, solange Quellwolken sie nicht gerade hindern. Bald ist hier Musik und Gelächter zu hören. Bis alles bereit ist für die Besucher, ist viel zu tun.

Beim AZ-Besuch sind die Aussteller schon weit. Kurt Geier mit seiner Autoscooterbahn stellt mit seinen Mitarbeitern gerade die Zugangsrampen auf. Die kleinen Gefährte stehen schon auf der Bahn aufgereiht. "Wir haben drei Autos extra für die Dult lackiert", erzählt Geier. Zwei Autos sind weiß lackiert und mit den Logos der Dult und der Wiesn verziert. Eins leuchtet in den Farben der Münchner Feuerwehr.
Viel Zeit zum Aufbau war nicht, letzte Woche war der Familienbetrieb noch auf dem Murnauer Volksfest. Daher sei noch einiges zu tun, sagt Geier: "Vor allem müssen wir noch sauber machen." Trotzdem ist die Vorfreude groß. Seit 17 Jahren schon sind die Geiers mit ihrer Autoscooterbahn auf der Dult.
In direkter Nachbarschaft findet sich ein Kinderkarussell. Dort werkelt gerade Kevin Kraus, der mit seiner Mutter Anja im dritten Jahr auf der Jakobidult vertreten ist und auch noch einen Schießwagen betreibt. "Bei uns können die Eltern selbst mit ihren Kleinsten mitfahren", erzählt Kraus. Bis dahin heißt es auch hier noch: Putzen! "Wir haben ein tolles Team", so Kraus. Und die Besucher? "Es hat hier ein tolles Flair. Alle Leute sind freundlich. Die Vorfreude ist groß."

Nach einem Gang um die Mariahilfkirche stößt die AZ auf die kleinen Antiquitäten- und Geschirrstände. Mit ihrer Töpferei Hasenmühle ist Marei Tomsu ein Urgestein auf der Dult. Seit bald 50 Jahren ist ihre Familie hier am Start. "Mit zwölf Jahren war ich das erste Mal auf der Dult", sagt Tomsu, mittlerweile ist sie selbst in ihren 50ern.
Unzählige fein bemalte und beschriftete Tassen bietet die Händlerin an. Stammkunden kämen vor allem dann, wenn sie Nachwuchs bekommen und die beschrifteten Tassen „nachkaufen“. Das Besondere an Tomsu und ihrer Töpferei: Sie gehört nicht wie viele zu jenen Händlern, die von einem Markt zum anderen ziehen. Außer auf der Auer Dult verkauft sie die Tassen nur auf dem Stuttgarter Weihnachtsmarkt.

Für besondere Antiquitäten ist man bei den Veits an der richtigen Stelle. Mit schwäbischer Note erzählen Slavi und Rolf Veit von den Veränderungen. "Die alten Kunden sind nicht mehr da. Die Jungen sind eine Ikea-Generation ohne Interesse für unsere Waren", sagt Rolf Veit. "Es ist schwer geworden", so Slavi Veit. "Vielleicht sollten wir mehr Rücksicht darauf nehmen, was hier für die Kultur getan wird."
Dennoch wollen beide positiv bleiben. "Für uns ist München Urlaub" – und das ist die Dult auch für viele Münchner.
Die Jakobidult findet von Samstag, 25. Juli bis Sonntag, 2. August am Mariahilfplatz in München statt. Geöffnet ist sie täglich von 10 bis 20 Uhr.