Auf dem Oktoberfest: Die Lippe abgebissen!

Eine Ingenieurin aus den USA streitet auf der Wiesn mit einem Mann – und rastet dann völlig aus. Bis gestern saß sie deswegen in U-Haft.
| Torsten Huber
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Auf der Anklagebank: Tesia D. mit einer Übersetzerin.
Torsten Huber Auf der Anklagebank: Tesia D. mit einer Übersetzerin.

München - Es beginnt mit einem (feucht-)fröhlichen Beisammensein auf dem Oktoberfest im Hofbräuzelt – und ganz harmlos. Aber nach ein paar Maß streitet sich die US-Ingenieurin Tesia D. (30) mit dem Australier Ben M. (23). Und zwar arg. Es kommt zum Gerangel – und plötzlich beißt sie dem jungen Mann in die Unterlippe und zerrt so stark daran, dass ein Stück abreißt. Tesia D. kommt in U-Haft. Jetzt wird ihr vor dem Amtsgericht wegen vorsätzlicher Körperverletzung der Prozess gemacht.

Passiert ist alles am 27. September, bereits nachmittags gegen 15.10 Uhr. Ein Gast im Hofbräuzelt hält zufällig die Gewalttat mit seiner Handykamera fest: Tesia D. sitzt am Tisch. Sie trägt ein gelbes Dirndl mit weißer Bluse. Man sieht zwei junge Männer in Lederhosen und karierten Hemden. Sie stehen dicht am Tisch der Amerikanerin. Plötzlich springt Tesia D. von ihrer Bank hoch, bewegt sich in Richtung der beiden Australier. Dreimal schlägt sie Ben M. mit der Faust ins Gesicht. Sie stolpert, geht kurz zu Boden. Nochmals schlägt sie ihm ins Gesicht. Keiner der Gäste geht dazwischen. Nur der Freund von Ben M. versucht, die beiden zu trennen. Keine Spur von der Security. Tesia D. und Ben M. stehen sich gegenüber. Sie zerren gegenseitig an ihren Händen. Sie will ihm irgendetwas einreißen. Keiner von beiden gibt nach. Plötzlich kommt Tesia D. dem jungen Mann mit aufgerissenem Mund ganz nah ans Gesicht. Dann beißt sie zu. Im Film sieht man, wie heftig die Frau an der Unterlippe zerrt. Mit der rechten Hand versucht Ben M., die Frau abzustoßen. Sein Freund will ihm helfen. Tesia D. wankt. Ben M. taumelt zurück. Es folgt ein gegenseitiges Geschubse. Dann endet der Film.

Tesia D. wird von der alarmierten Polizei sofort abgeführt. Ben M., ein Rechtspfleger aus Melbourne, kommt in eine Klinik. Die Ärzte versuchen, das drei Zentimeter lange Stück Unterlippe anzunähen. Aber das Gewebe wird abgestoßen. Erst nach drei weiteren Operationen in Australien ist die Lippe wiederhergestellt. Aber Essen abbeißen oder küssen kann der Mann noch immer nicht – und er hat ein Trauma davongetragen. 15000 US-Dollar hat Tesia D. ihm bereits bezahlt. Verteidiger Hartmut Giershausen: „Die beiden haben um die Kamera meiner Mandantin gerauft. Warum es zum Streit gekommen ist, konnte nicht genau geklärt werden.“ Fest steht: Tesia D. hatte zur Tatzeit über 1,7 Promille. Ben M. war auch stark alkoholisiert. Er soll nicht als Zeuge gehört werden. Giershausen ist sich sicher, dass seine Mandantin nach der Verhandlung auf freien Fuß kommt: „Der Flug ist bereits gebucht.“

 

 

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