Auch in München: Deutsche Bahn reaktiviert stillgelegte Strecken

Am Güternordring soll auch München von den Plänen profitieren: Die Deutsche Bahn belebt 20 Strecken mit 245 Kilometern Gleis neu.
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"Streckenreaktivierung ist ein Gemeinschaftsprojekt, sie funktioniert nur im engen Austausch mit den Ländern, Aufgabenträgern und dem Bund", so die Deutsche Bahn, die "mit umfangreicher Expertise" unterstützen will. (Symbolbild)
"Streckenreaktivierung ist ein Gemeinschaftsprojekt, sie funktioniert nur im engen Austausch mit den Ländern, Aufgabenträgern und dem Bund", so die Deutsche Bahn, die "mit umfangreicher Expertise" unterstützen will. (Symbolbild) © Jens Büttner/dpa

München/Berlin - In München ist der sogenannte Güternordring von der Maßnahme betroffen: Dort soll die bereits vorhandene Güterstrecke zukünftig wieder für den Personenverkehr geöffnet werden.

Deutsche Bahn: Stillgelegte Trassen sollen wieder genutzt werden

Die Deutsche Bahn (DB) wird 20 Strecken mit einer Länge von 245 Kilometern für den Bahnbetrieb reaktivieren. Das teilte das Unternehmen in Berlin mit.

Bei den Strecken handele es sich um einen ersten Teil zuvor stillgelegter Trassen, auf denen künftig wieder Personen- oder Güterverkehr stattfinden soll.

Ein Expertenteam der DB hatte den Angaben zufolge in den vergangenen Monaten ein Streckenportfolio in ganz Deutschland mit insgesamt rund 1.300 Kilometern Länge ermittelt, für das verkehrliches Potenzial besteht. Bei einem Großteil lohne sich bei Abwägung von Kosten und Nutzen die Wiederinbetriebnahme.

Bahn will Münchner Nordring wieder mit Personenverkehr beleben

Der Münchner Nordring beginnt am Bahnhof Olching und verläuft von dort nördlich von Gröbenzell zunächst bis zum Münchner Stadtteil Allach, später passiert die Strecke unter anderem den Rangierbahnhof München Nord. 

Martin Henke, VDV-Geschäftsführer Eisenbahn: "Die Entscheidung der DB AG, nach Jahrzehnten des Rückzuges wieder einen Schritt in die Erschließung der Fläche und damit in die Expansion des Netzes zu gehen, ist historisch."
Martin Henke, VDV-Geschäftsführer Eisenbahn: "Die Entscheidung der DB AG, nach Jahrzehnten des Rückzuges wieder einen Schritt in die Erschließung der Fläche und damit in die Expansion des Netzes zu gehen, ist historisch." © Deutsche Bahn

Östlich des Rangierbahnhofs verläuft die Strecke am Nordrand des ehemaligen Olympiadorfes, wo früher eine Fahrmöglichkeit zum ehemaligen Bahnhof München Olympiastadion existierte. Im weiteren Verlauf der Strecke in Richtung Osten liegen zwei nur von Güterzügen angefahren Bahnhöfe: Milbertshofen und Freimann.

DB-Vorstand Bergmann: "Jeder Kilometer Gleis ist aktiver Klimaschutz"

"Versprochen, gehalten: Gemeinsam mit den Ländern und Aufgabenträgern erwecken wir stillgelegte Strecken zu neuem Leben. Bundesweit gehen wir zunächst 20 Strecken an, in den kommenden Jahren folgen weitere Verbindungen. Unser Ziel: Wir wollen mehr Menschen für die Bahn gewinnen, mehr Güter auf die Schiene bringen. Jeder Kilometer Gleis ist aktiver Klimaschutz", wird Jens Bergmann, Vorstand Infrastrukturplanung und -projekte der DB Netz, in der Mitteilung zitiert.

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Über Streckenreaktivierungen entscheiden Bund, Länder und Aufgabenträger für den Nahverkehr gemeinsam mit der DB. Analyse und Bewertung der potenziellen Strecken erfolgten im engen Austausch mit den Partnern. Die DB berät weiterhin bei Machbarkeitsstudien und Planung – auch bei der Wiederbelebung von Strecken, die anderen gehören. Diese machen knapp zwei Drittel der identifizierten Strecken aus.

Strecken-Reaktivierung der Bahn: Das soll sie kosten

Laut DB richten sich die Kosten für eine Wiederbelebung stillgelegter Gleise nach dem Zustand der Strecke. "Selbst wenn die Gleise verwittert sind oder teilweise abgebaut wurden wurden, ist die Reaktivierung von Bahnstrecken aber günstiger als ein kompletter Neubau, wenn etwa die Trassenflächen und Bahndämme noch vorhanden sind."

Wenn die ehemalige Strecke jedoch vollständig zurück gebaut oder sogar überbaut worden sei, kämen die Maßnahmen einem Neubau gleich. "Üblicherweise liegen die Kosten für reaktivierte Strecken zwischen einer Million Euro pro Kilometer bei einfachen Projekten und zehn Millionen Euro pro Kilometer bei komplexen Ingenieursbauwerken und entwidmeten Strecken."

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