Antrag im Stadtrat abgelehnt: Weiter keine MVV-Fahrt mit Stadion-Ticket

Die CSU-Fraktion forderte im März in einem Antrag an die Stadt, Tickets für Spiele des FC Bayern gleich mit einer MVV-Gültigkeit zu versehen. Doch aus diesem Vorschlag wird nichts - der FC Bayern legt mehr Wert auf die Parkhausauslastung.
| Florian Zick
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Mit dem Ticket fürs Heimspiel der Bayern auch gleich kostenlos MVV fahren? Geht nicht, sagt die Stadt.
dpa Mit dem Ticket fürs Heimspiel der Bayern auch gleich kostenlos MVV fahren? Geht nicht, sagt die Stadt.

An sich wäre es eine geschmeidige Sache: Mit der U-Bahn zum Fußballgucken in die Allianz Arena – und das lästige Stempeln spart man sich. Die Kosten für die Fahrt sind in der Eintrittskarte schließlich gleich mit eingepreist.

In München sind solche Kombitickets bei Großveranstaltungen gang und gäbe. Bei Pop-Konzerten, Opernbesuchen, Urlaubsreisen – meistens ist die MVV-Fahrt schon mit drin. Das ist komfortabel, verhindert Staus auf den Straßen und ist zugleich eine gute Werbung für den öffentlichen Nahverkehr. Insgesamt also eine klassische Win-win-Situation.
Für den FC Bayern allerdings scheint die Rechnung irgendwie nicht aufzugehen. Der Verein sträubt sich weiterhin dagegen, die Eintrittskarten fürs Stadion mit einem MVV-Ticket zu koppeln.

"An der Haltung des FC Bayern hat sich nichts geändert"

Entsprechende Gespräche mit der Stadt hat es zwar immer wieder gegeben, das bislang letzte Mal noch zu Zeiten von Alt-OB Christian Ude (SPD). Eine neuerliche Runde sieht man im Rathaus aber offenbar als Zeitverschwendung an. „Unserem Sachstand nach hat sich seit diesen Gesprächen an der Haltung des FC Bayern nichts geändert“, so Bürgermeister und Wirtschaftsreferent Josef Schmid (CSU).

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Warum die Situation so festgefahren ist? Ganz einfach: Beim Bau der Allianz Arena hat die Stadt dem FC Bayern drei Parkhäuser zur Auflage gemacht. Nach Angaben des Vereins habe er dafür 50 Millionen Euro zusätzlich in die Hand nehmen müssen. Und dieses Geld möchte der FC Bayern nun natürlich durch eine möglichst gute Auslastung der Parkhäuser wieder reinholen.

Die Stadt verlangte drei Parkhäuser

Die Bayern hatten damals eigentlich nur zwei Parkhäuser bauen wollen – und sind nun entsprechend wenig gesprächsbereit, wenn es um die Einführung eines Kombitickets geht. Die Prioritäten des Vereins lägen aufgrund des Parkhaus-Problems momentan einfach noch woanders, konstatiert Schmid ernüchtert.

Damit scheint auch eine neuerliche Kombiticket-Initiative gescheitert zu sein. Die beiden Stadträte Kristina Frank und Richard Quaas hatten Mitte März beantragt, die Gespräche wieder aufzunehmen.

Vor allem die Parksituation in Freimann hatten die beiden CSUler dabei im Auge. Statt zehn Euro für das Parkhaus zu berappen, stellen viele Stadionbesucher ihr Auto nämlich in den umliegenden Wohngegenden ab – was zu gehörigem Frust bei den dortigen Anwohnern führt.

Das Dilemma wird sich nicht lösen lassen

Richtig lösen lassen wird sich das Dilemma aber nicht. Denn wie die Münchner Verkehrsgesellschaft mitteilt, ist die U6 zu Spielzeiten bereits an ihrer Kapazitätsgrenze angekommen. Mit einem Kombiticket weitere Fahrgäste anzulocken sei also eigentlich unsinnig.

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Die Parkgebühren in die Kosten für die Eintrittskarte zu integrieren, hält hingegen Wirtschaftsreferent Schmid für schwierig. Das würde vielleicht die Parksituation in Freimann entzerren, könnte aber viele U-Bahnnutzer zum Umstieg aufs Auto animieren und so neue Probleme nach sich ziehen.

Letztlich bleibt nun also erst einmal alles beim Alten: Wer mit der U-Bahn zur Allianz Arena will, muss dafür extra stempeln. Und wer mit dem Auto kommt, muss dafür extra zahlen – oder er verstopft die Straßen in Freimann. Einen echten Ausweg scheint es da nicht zu geben.   

 

 

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