Anschlag auf Verdi-Demo: Urteil im Mordprozess heute erwartet

Bei der Attacke in der bayerischen Landeshauptstadt waren eine Mutter und ihre kleine Tochter getötet worden. Nun wird das Gericht sein Urteil sprechen.
von  AZ/dpa
Der 25-Jährige ist unter anderem wegen zweifachen Mordes angeklagt. (Archivbild)
Der 25-Jährige ist unter anderem wegen zweifachen Mordes angeklagt. (Archivbild) © Elke Richter/dpa

Im Mordprozess um den tödlichen Auto-Anschlag auf eine Demonstration in München will das Gericht an diesem Donnerstag (11.30 Uhr) sein Urteil sprechen. Die Bundesanwaltschaft geht von einem religiös motivierten politischen Anschlag aus und fordert eine lebenslange Haftstrafe samt Feststellung der besonderen Schwere der Schuld für den 25-Jährigen. Dies würde eine Freilassung auf Bewährung nach 15 Jahren Gefängnis erheblich erschweren. 

Die Verteidigung hingegen plädierte vor dem Oberlandesgericht München auf eine Freiheitsstrafe von 15 Jahren und forderte die Unterbringung in einem psychiatrischen Krankenhaus. Obwohl der Gutachter nur eine mittelgradige Persönlichkeitsstörung festgestellt hatte, schlossen die Anwälte eine verminderte Schuldfähigkeit nicht aus. Sie argumentierten, ihr Mandant zeige deutliche Anzeichen einer hebephrenen Schizophrenie – einer Unterform, bei der anstelle von Wahnvorstellungen vor allem ein wirres Gefühlsleben und unberechenbares Verhalten im Vordergrund stehen. 

Von allen Prozessbeteiligten ist unbestritten, dass der 25-Jährige im Februar 2025 von hinten in einen Demonstrationszug der Gewerkschaft Verdi gefahren war und dabei eine Mutter und ihre zweijährige Tochter getötet hatte. Die Bundesanwaltschaft wirft dem Afghanen darüber hinaus versuchten Mord in 22 Fällen sowie zumeist gefährliche Körperverletzung in weiteren 22 Fällen vor. Knapp zwei Dutzend "gewöhnliche" Körperverletzungen wurden dabei sogar schon von der Strafverfolgung ausgenommen.

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