"Am besten, wir waschen die Krüge selbst": Eintritt für die Wiesn? Das sagen AZ-Leser

Bayerns Bierbrauerpräsident Georg Schneider hat den Vorschlag gemacht, für die Wiesn Eintritt zu verlangen. Für Wiesn-Chef Christian Scharpf (SPD) ein absolutes No-Go. Aber wie denken die AZ-Leser darüber?
von  André Wagner
Eintritt zahlen für den Wiesn-Besuch? Die AZ-Leser sind geteilter Meinung. (Symbolbild)
Eintritt zahlen für den Wiesn-Besuch? Die AZ-Leser sind geteilter Meinung. (Symbolbild) © Sven Hoppe/dpa

Dass ein Besuch des Münchner Oktoberfestes ein durchaus teures Vergnügen sein kann, ist kein Geheimnis. Angesichts der von Jahr zu Jahr steigenden Bierpreise in den Festzelten sprach Bayerns Bierbrauerpräsident Georg Schneider über eine Idee, die nicht jedem Wiesn-Besucher schmecken dürfte: die Einführung eines Eintrittspreises für das Festgelände.

"Bei einer Veranstaltung wie dem Oktoberfest sollte man darüber nachdenken, Eintritt zu verlangen", so Schneider gegenüber der "Augsburger Allgemeinen". "Bei Veranstaltungen wie dem Oktoberfest müssen wir darüber nachdenken, ob Bier die Haupt-Kalkulationsgrundlage für alle Kosten sein kann."

Wiesn-Chef erteilt Idee für Eintritt klare Absage

Gegenwind für Schneiders Idee ließ nicht lange auf sich warten. Wiesn-Chef Christian Scharpf (SPD) kann diesem Vorschlag nichts abgewinnen und erteilte der Eintritts-Idee eine klare Absage. "Das Oktoberfest ist ein Volksfest und kein Freizeitpark", sagte der Münchner Wirtschaftsreferent der Deutschen Presse-Agentur. "Ein Eintritt passt überhaupt nicht zum Volksfestcharakter der Wiesn und kommt nicht in Frage. Die Wiesn ist für jeden und jede da, nicht nur für die, die sich einen teuren Eintritt leisten können."

Eintritt für die Wiesn? AZ-Leser sind geteilter Meinung

Die AZ-Leser sind bezüglich einer Einführung eines Eintrittspreises für die Wiesn geteilter Meinung. In einer AZ-Umfrage bei Facebook sprechen sich zahlreiche User gegen einen Eintritt aus. Kommentare wie: "Man hat es 216 Jahre nicht gemacht. Wie kommt man jetzt plötzlich darauf?" sind dort zu lesen. Auch offensivere Worte wie "Ich glaub‘ ich spinne. Was für eine absolute Sauerei, dafür auch noch Eintritt zu verlangen" finden sich dort. Weiter heißt es in dem Beitrag: "Reicht es nicht, dass man bei Überfüllung ewig warten muss bis man überhaupt auf dem Gelände ist? Am besten wir waschen dann auch selbst unsere Krüge aus und entsorgen unseren Müll oder vielleicht helfen wir auch gleich in der Waschküche der Zelte aus. Das ist doch eine Unverschämtheit dafür auch noch Eintritt zu verlangen. Allein die Idee ist doch ein Witz"

"Alles ist schon teuer" 

An anderer Stelle sind die eh schon hohen Kosten für das Oktoberfest im Fokus: "Bin kein Wiesn-Fan, aber im Zelt, die Fahrgeschäfte… alles ist schon teuer, da brauchen die Leute nicht auch noch Eintritt zahlen." Ein weiterer AZ-Leser sieht in der Idee eher eine PR-Aktion in eigener Sache: "Da wollte sich wieder einer der Herrschaften wichtigmachen. Dummes Gelaber, die Wiesn ist für alle da."

Es gibt aber auch AZ-Leser, die sich einen Wiesn-Eintritt grundsätzlich vorstellen können. Ein Argument zielt auf die Oide Wiesn auf dem Oktoberfest ab. Da heißt es etwa: "Ganz ehrlich, man bezahlt Eintritt für die Oide Wiesn: also was soll jetzt diese künstliche Empörung über allgemeine Eintrittspreise?!?".

Die hohen Preise auf der Wiesn sind auch auf der Pro-Seite ein Thema: "Wieso nicht. Auf des kommt es dann auch nicht mehr an". Ein weiterer User ergänzt: "Ja, wer sich das leisten kann, kann auch Eintritt zahlen."

"Für echten Wiesn Flair zahl‘ ich gern": Oide Wiesn als Vorbild

Auch die jüngsten Veränderungen in Italien spielen eine Rolle: "Unbedingt! Wenn man für Venedig und den Trevi-Brunnen Eintritt zahlen muss", "Warum nicht? Ich bin dafür! Mittlerweile muss man doch gefühlt überall Eintritt zahlen. Sei's auf Street-Food-Festivals, Kinder/Flohmärkten u.v.m. Warum also nicht auch auf der Wiesn?! Immer noch besser, als eine Stunde Mehrarbeit zu fordern!". Andere zeigen sich für eine bessere Atmosphäre bereit, einen Eintritt zu zahlen: "Will ich echten Wiesn Flair, zahl‘ ich gern und geh‘ auf die Oide Wiesn. Aber wenn der Eintritt für das gesamte Gelände für was Sinnvolles genutzt wird – warum nicht?", ist im Kommentarbereich zu lesen.

Lade TED
 
Ted wird geladen, bitte warten...
 

Deutlicher ist das Ergebnis einer AZ-Ted-Umfrage. Für knapp 82 Prozent der Abstimmenden kommt ein Wiesn-Eintritt auf gar keinen Fall infrage. Knapp 7 Prozent wären aktuell bereit, einen Eintritt in Höhe von 2 Euro zu zahlen, jeweils 5 Prozent würden sogar 5 bzw. 10 Euro für den Eintritt auf das größte Volksfest der Welt zahlen. (Stand: 3. Februar, 13.50 Uhr).

merken
Nicht mehr merken
X

Sie haben den Inhalt der Merkliste hinzugefügt.