Alle Bürgermeister im Urlaub: Jetzt regiert Hans Podiuk

Weil in den Pfingstferien die ganze Rathausspitze ausgeflogen ist, kommt CSU-Chef Hans Podiuk mit 69 Jahren noch zu späten OB-Weihen.
| Florian Zick
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Präsidial sieht es hier ja schon mal aus: Übergangs-Bürgermeister Hans Podiuk in seinem Amtszimmer im Rathaus.
Daniel von Loeper Präsidial sieht es hier ja schon mal aus: Übergangs-Bürgermeister Hans Podiuk in seinem Amtszimmer im Rathaus.

München - Oft passiert das nicht, aber irgendwie haben es die drei Münchner Bürgermeister dieses Pfingsten verpasst, ihren Urlaub abzusprechen. OB Dieter Reiter (SPD) ist in Italien, sein Stellvertreter Josef Schmid (CSU) genauso und auch Christine Strobl (SPD) sind in den Ferien immer mal wieder ausgeflogen. So kommt Hans Podiuk auf seine späten Tage noch zu Bürgermeister-Ehren.

Die Geschäftsordnung des Stadtrats sieht vor, dass im Fall einer solchen Sedisvakanz der Vorsitzende der stärksten Stadtratsfraktion das Zepter im Rathaus übernimmt. Und das ist derzeit eben CSU-Chef Hans Podiuk.

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Im Laufe seiner langen Stadtratskarriere hat der 69-Jährige das Amt immer mal wieder für einen Tag übernommen. Vergangenes Jahr an Fronleichnam zum Beispiel, als Bürgermeisterin Strobl eigentlich zur Stallwache eingeteilt war, dann aber krank das Bett hüten musste. So lang wie jetzt saß Podiuk aber noch nie auf dem Rathaus-Thron.

"Völlig entspannte" Amtszeit für Podiuk

Viel Platz für Schandtaten ist da trotzdem nicht. Schnell mal die Tram-Westtangente beerdigen, einen neuen Ring-Tunnel beschließen oder die Farben des Stadtwappens ändern, all das ist nicht. Die Geschäftsordnung des Stadtrats setzt dem Machtstreben des Bürgermeisters enge Grenzen. Mal eine Dienstreise genehmigen, mal eine Beförderung bewilligen – viel mehr sei’s eigentlich nicht gewesen, sagt Podiuk. Wobei: Genau angeschaut hat er sich natürlich schon, was er da unterzeichnet. "Ich bin ja kein reiner Unterschriften-Automat", so der 69-Jährige.

Die Double-Feier der Bayern am Sonntag hätte das Highlight seiner kurzen Regentschaft werden können. Nur leider: Ausrechnet da war mit Christine Strobl dann doch ein ranghöherer Repräsentant der Stadt verfügbar. Sonst wäre Podiuk nicht nur der Pfingst-OB gewesen, sondern auch der Meister-OB.

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Im Rathaus ist man froh, in Podiuk einen zu haben, der mit der Routine von fast 40 Jahren Stadtratszugehörigkeit die Geschäfte einfach fortführt.

Dass sich die drei Bürgermeister bei der Urlaubsplanung ein bisschen in die Quere gekommen sind, findet er überhaupt nicht schlimm. An der Stadtspitze würde jeder schließlich 60, 70 Stunden die Wochen arbeiten. "Da macht es dann auch nichts, wenn sich die freien Tage mal überlappen", so Podiuk. Am Donnerstag kommt Josef Schmid zurück. Dann darf auch der Interims-Bürgermeister in den wohlverdienten Urlaub verschwinden. Die Türkei ruft bereits. Wie Podiuk seine Mini-Amtszeit bewertet? "Entspannt war’s", sagt er. "Völlig entspannt."

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