Ärzte sehen "WirtshausWiesn" zurückhaltend bis sorgenvoll

Ärzte sehen die in München geplanten Oktoberfest-Alternativen bei steigenden Corona-Zahlen mit Skepsis.
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Zusammen eine Maß trinken: In Corona-Zeiten mitunter schwierig. (Symbolbild)
Zusammen eine Maß trinken: In Corona-Zeiten mitunter schwierig. (Symbolbild) © Sven Hoppe/dpa

München - Das Oktoberfest kann in diesem Jahr wegen Corona nicht stattfinden, die Stadt hat sich mit der "WirtshausWiesn" deshalb eine (zumindest kleine) Alternative ausgedacht, um in München für Wiesn-Stimmung zu sorgen.

Doch viele Ärzte sind skeptisch: Mindestens müssten Abstands- und Hygieneregeln eingehalten werden, mahnten Mediziner vor der am Samstag startenden Aktion in mehr als 50 Münchner Gaststätten.

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Chefarzt: Aktuelle Inzidenz spricht gegen solche Events

"Angesichts steigender Zahlen an Neuinfektionen mit Covid-19 sehe ich eine 'Wiesn light' eher skeptisch bis sorgenvoll", sagte der Chefarzt der Klinik für Infektiologie in der München Klinik Schwabing, Clemens Wendtner, der Deutschen Presse-Agentur. Eine Sieben-Tage-Inzidenz von mehr als 40 Fällen auf 100.000 Einwohner spreche "bei allem Verständnis für dieses Traditionsfest" gegen solche Events.

Clemens Wendtner, der Chefarzt des Klinikums Schwabing.
Clemens Wendtner, der Chefarzt des Klinikums Schwabing. © -/München Klinik/dpa/Archivbild

Arzt: Verbieten der "WirtshausWiesn" sei nicht "verhältnismäßig"

Bei Einhaltung der Hygieneregeln sei das Risiko einschätzbar, sagte Bernd Zwißler, Klinik für Anästhesiologie am LMU Klinikum der Uni München. Das Ideal zur Vermeidung der Krankheitsübertragung sei es, sich nicht zu treffen. Derartige Veranstaltungen ganz zu verbieten, sei aber gesellschaftlich nicht akzeptiert und zum jetzigen Zeitpunkt wohl auch nicht verhältnismäßig.

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Zusammenkünfte unter freiem Himmel mit begrenzter Personenzahl seien unter Beachtung der Corona-Regeln prinzipiell vorstellbar, sagte auch Wendtner. Die Realität zeige aber: "Aus kleinen Versammlungen, nicht zuletzt mit verstärktem Alkoholkonsum, können leicht wieder Superspreader-Events werden, die uns alle in unserem Kampf gegen das Virus zurückwerfen", sagte Wendtner.

Ein einziger Infizierter könne eine ganze Infektionskette in Gang setzen. "Dieses Jahr heißt es für uns alle, Opfer zu bringen und das große Ganze, nämlich die Kontrolle der Pandemie, nicht aus dem Auge zu verlieren", sagte Wendtner, der im Januar die bundesweit ersten Corona-Patienten behandelt hatte. "Die nächste "gscheite Wiesn" kommt bestimmt, ohne das Virus im Nacken, hoffentlich nächstes Jahr."

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