18 Euro für den Tierpark: Was in München bald teurer wird

Öffentliche WCs, der Tierpark, der Eintritt zur Oidn Wiesn – die Stadt München plant, vieles teurer zu machen. Doch Grüne und SPD haben Fragen.
| Christina Hertel
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Müssen die Münchnerinnen und Münchner bald tiefer in die Tasche greifen? Die Stadt will manche Preise ordentlich anziehen.
Müssen die Münchnerinnen und Münchner bald tiefer in die Tasche greifen? Die Stadt will manche Preise ordentlich anziehen. © dpa/Robert Günther

München – Der Strom, das Benzin, die Miete - alles wird immer teurer. Jetzt erhöht auch noch die Stadt die Preise: Für öffentliche Toiletten, für den Tierpark und für den Rathaus-Turm sollen die Besucher in Zukunft mehr bezahlen. Das geht aus einer Beschlussvorlage des Wirtschaftsreferats hervor, über die der Stadtrat am Dienstag abstimmen soll.

Nötig seien die Preissteigerungen, weil München in den nächsten Jahren viele Investitionen vorhat, aber gleichzeitig weniger Geld einnimmt als vor der Pandemie, erklärt der Grünen-Stadtrat Sebastian Weisenburger. Zwar hieß es zuletzt, dass die Steuereinnahmen doch höher ausfallen, als der Kämmerer es erwartet hatte. "Doch in trockenen Tüchern ist der Haushalt noch lange nicht", sagt Weisenburger. "Wir steuern auf ein Defizit in Milliarden-Höhe zu."

Tierpark Hellabrunn: Preise werden deutlich angehoben

Um das auszugleichen, zieht die Stadt die Preise kräftig an. Jahrestickets im Tierpark kosten ab dem nächsten Jahr bis zu 20 Euro mehr, auch die öffentlichen WCs werden um ein Drittel teurer. Fast 3,8 Millionen Euro will die Stadt so im nächsten Jahr mehr einnehmen.

Wer diesen beiden Elefanten beim Spielen zusehen möchte, muss künftig wahrscheinlich mehr Geld für ein Ticket hinlegen.
Wer diesen beiden Elefanten beim Spielen zusehen möchte, muss künftig wahrscheinlich mehr Geld für ein Ticket hinlegen. © Peter Kneffel/dpa

Der Besuch im Tierpark soll nach Vorstellungen des Wirtschaftsreferats für Erwachsene um drei Euro teuer werden und 18 Euro kosten. Auch Tages- und Jahreskarten werden teurer. Zum Beispiel steigen die Preise von einer großen Familientageskarte von bisher 33 Euro auf 39 Euro. Die Jahreskarte für einen Erwachsenen kostet ab 2022 zehn Euro mehr, nämlich 59 statt 49 Euro. Für eine große Jahreskarte zahlen Familien 118 Euro, also 20 Euro mehr.

Neue Einnahmequelle? Stadt plant Buchungsgebühr für München Ticket

Und weil Kleinvieh bekanntlich auch Mist macht, verlangt die Stadt auch dort mehr, wo es zuerst gar nicht auffallen würde: Im Laufe des nächsten Jahres soll es eine Buchungsgebühr von einem Euro geben, wenn man online bei München Ticket eine Konzertkarte bestellt. Mit 375.000 Euro Einnahmen Euro rechnet die Stadt.

Um 20 Cent werden die öffentlichen Toiletten in U-Bahnhöfen teurer. Momentan kosten sie 60 Cent, 80 Cent empfiehlt das Wirtschaftsreferat. Die Preissteigerung beträgt also etwa ein Drittel. 207 100 Euro sollen so bei der Stadt ankommen.

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"Oide Wiesn" soll einen Euro mehr kosten

Außerdem sollen die Besucher für die "Oide Wiesn" einen Euro mehr Eintritt zahlen. Seit 2011, seit der Gründung des Volksfestes, sei der Preis von drei Euro nicht mehr erhöht worden, heißt es in der Beschlussvorlage.

Grüne und SPD haben zu der Beschlussvorlage allerdings noch Fragen und wollen sie vertagen. "Lebensqualität darf keine Frage des Geldbeutels sein", sagt SPD-Stadträtin Simone Burger. Kritisch sieht sie, dass der Wirtschaftsreferent vorschlägt, Toiletten, die bereits geschlossen sind, auch in Zukunft nicht zu öffnen.

Auch Sebastian Weisenburger von den Grünen hat Fragen. Denn der Wirtschaftsreferent schlägt nur für manche städtische Gesellschaften Preiserhöhungen vor. Andere wie der Olympiapark oder die Messe kämen in der Rechnung gar nicht vor, kritisiert Sebastian Weisenburger.

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