150 Bäume für München: Wie viel Spenden hat die Stadt schon gesammelt?
150 Bäume will die Stadt in der Münchner Altstadt pflanzen. Noch heuer soll es in der Sendlinger Straße mit den ersten Pflanzungen losgehen. Das hat Baureferentin Jeanne-Marie Ehbauer (Grüne) in der AZ bekannt gegeben.
Um das Projekt zu verwirklichen, haben sie und OB Dieter Reiter (SPD) im Sommer eine Spenden-Aktion gestartet. Denn Baumpflanzungen sind teuer – besonders in der Innenstadt, wo im Untergrund viele Leitungen liegen. Das Baureferat rechnet pro Baum mit einem mittleren bis hohen fünfstelligen Betrag – also um die 50.000 Euro aufwärts.
Insgesamt geht es also um mehrere Millionen. Einen genauen Betrag nannte die Baureferentin bislang nicht. Sie sagte aber: Ohne Spenden werde es nicht gehen.
"Nicht gerade überwältigend"
Laut Ehbauer ist inzwischen eine Summe im "oberen fünfstelligen Bereich" zusammengekommen. Reichen würde das also für ein oder zwei Bäume. CSU-Chef Manuel Pretzl erscheint das Spenden-Aufkommen "nicht gerade überwältigend hoch" – vor allem angesichts dessen, dass die Aktion inzwischen seit vier Monaten läuft. Er stellt deshalb an diesem Donnerstag eine Anfrage, die der AZ bereits vorliegt und mit der er mehr über den Erfolg der Spenden-Aktion erfahren möchte.

Pretzl will wissen, was die Kampagne, um die Aktion zu bewerben, gekostet hat. Und ihn interessiert auch, wie viele Bäume die Stadt von dem Geld, das bisher zusammengekommen ist, pflanzen kann. "Gab oder gibt es eine Zielmarke, wie viele Spendengelder mit der Aktion eingeworben werden sollten?", fragt Pretzl außerdem.
Gegenüber der AZ sagt Pretzl: "Natürlich ist es toll, wenn Bürger und Unternehmen für ihre Stadt spenden und hier etwas machen wollen." Ihn störe etwas anderes: "Was passiert, wenn die Spenden nicht reichen? Kommen 150 Bäume in der Altstadt dann nicht?" Das habe die grün-rote Stadtratsmehrheit bislang nicht erklärt. "Das ist unehrlich", sagt Pretzl.
Auch wenn der Spar-Druck im Münchner Rathaus inzwischen groß ist – aus seiner Sicht kann sich die Stadt die Baumpflanzungen leisten. "Es gibt schon noch Spielräume", meint er. Die CSU sei bereit, dafür auf anderes zu verzichten. Laut Baureferat soll es heuer Beschlüsse zu den Baumpflanzungen in der Altstadt geben. Spätestens dann wird klar, wie viel mehr das Grün den Fraktionen wirklich wert ist.
"Die Fußgängerzone wird im Sommer sehr heiß"
Auch Wolfgang Fischer, der mit seinem Verband "Citypartner" die Händler in der Innenstadt vertritt, spricht sich für mehr Bäume aus: "Im Sommer wird es in der Fußgängerzone sehr heiß, deshalb begrüßen die Unternehmen mehr Baumstandorte." Dafür, dass trotzdem nicht mehr Spenden zusammengekommen sind, hat er eine Erklärung: "Das ist der allgemeinen wirtschaftlichen Situation geschuldet."
Selbst das Weihnachtsgeschäft sei bei vielen nur "solala" gelaufen. "Viele Händler kämpfen ums Überleben", meint er. Trotzdem findet er die Spenden-Aktion "charmant" - "und vielleicht finden sich ja auch noch Spender".
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