VW-Kontrolleure beschließen neuen Budget-Plan

Einerseits beschäftigen Abgas-Skandal und Kartellvorwürfe Volkswagen noch immer, andererseits ist da der Wandel zur Elektromobilität - und der ist teuer. Was investiert VW dabei, wo werden E-Autos gebaut? Darüber entscheidet nun der Aufsichtsrat.
| dpa
X
Sie haben den Artikel der Merkliste hinzugefügt.
zur Merkliste
Merken
0  Kommentare Empfehlungen

Wolfsburg - Es geht um gewaltige Geldsummen, neue Autos und Zukunftstechnologien - und die Frage, wo künftig die Elektro-Autos von Volkswagen gebaut werden: Die VW-Aufsichtsräte beraten an diesem Freitag in Wolfsburg über den nächsten Budget-Plan des Autoriesen.

Der Hersteller will seine Investitionen für die kommenden fünf Jahre von den Kontrolleuren absegnen lassen. Dabei dürfte es sich um hohe zweistellige Milliardenbeträge handeln, außerdem soll geklärt werden, in welchem VW-Werk die neuen E-Autos künftig entstehen.

Abgas-Affäre kostet VW Milliarden

Im Gespräch ist das Werk in Zwickau. Auch Betriebsratschef Bernd Osterloh hatte Zwickau ins Spiel gebracht - er will erreichen, dass alle Modelle zunächst in nur einem Werk produziert werden. Die Abgas-Affäre und die Krise des Dieselmotors generell machen Investitionen für VW allerdings zu einem Kraftakt. Allein die Beilegung des Skandals in den USA kostete die Wolfsburger über 25 Milliarden Euro.

Vorstandschef Matthias Müller hatte zuvor angekündigt, dass VW die Investitionen in die Elektromobilität bis 2030 auf 20 Milliarden Euro hochfährt. Bis 2025 bringen die Konzernmarken insgesamt über 80 neue Autos mit E-Motor auf den Markt, darunter rund 50 reine E-Autos und 30 Plug-in-Hybride. Allein in China sollen in den nächsten sieben Jahren gemeinsam mit Partnern zehn Milliarden Euro in die E-Mobilität gesteckt werden. VW-China-Chef Jochem Heizmann erklärte, der Markt für Elektroautos entwickle sich in der Volksrepublik "schneller als in anderen Teilen der Welt". Indes warnte Autoexperte Stefan Bratzel: "Für E-Mobilität Geld einzusetzen, ist eine Wette auf die Zukunft."

Autoindustrie braucht den Diesel

Denn Elektromobilität oder autonomes Fahren sind teuer in der Entwicklung, zugleich müssen die klassischen Verbrennungsantriebe verbessert werden. In vielen Regionen dürften E-Autos noch für Jahre keine Rolle spielen. Außerdem argumentiert die Autoindustrie, den Diesel noch zu brauchen, um die europäischen Grenzwerte beim "Klimakiller" CO2 zu erreichen.

"Im Moment ist das Geld da, aber man muss es gut einsetzen", erklärte Bratzel. Vor allem mit Blick auf den Wandel zur E-Mobilität betonte er: "Es waren noch nie solche Investitionen notwendig wie für diese Transformation."

Lesen Sie auch: BER-Kontrolleure beraten über Ausbau von Hauptstadtflughafen

Lädt
Anmelden oder registrieren

Zum Login
Zu meinen Themen hinzufügen

Hinzufügen
Sie haben bereits von 15 Themen gewählt

Bearbeiten
Sie verfolgen dieses Thema bereits

Entfernen
Um "Meine AZ" nutzen zu können, müssen Sie der Datenspeicherung zustimmen.

Zustimmen
Teilen 0  Kommentare – mitdiskutieren Empfehlungen
0 Kommentare
Artikel kommentieren