Volkswirte glauben an stabile Arbeitsmarkt-Entwicklung

Trump, Brexit, Flüchtlinge: Eine Reihe an politischen und gesellschaftlichen Ereignissen wird sich in diesem Jahr wirtschaftlich bemerkbar machen. Dennoch rechnen Volkswirte mit einer stabilen Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt.
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Volkswirte gehen von einer stabilen Entwicklung der Beschäftigung in Deutschland aus.
dpa Volkswirte gehen von einer stabilen Entwicklung der Beschäftigung in Deutschland aus.

Nürnberg - Volkswirte rechnen trotz unverkennbarer Risiken vorerst mit einer stabilen Entwicklung auf dem deutschen Arbeitsmarkt.  In der zweiten Jahreshälfte dürfte der Stellenmarkt allerdings etwas an Schwung verlieren, prognostizierten die Volkswirte deutscher Großbanken in einer Umfrage der Deutschen Presse-Agentur.

Grund dafür sei das im Vergleich zu 2016 voraussichtlich etwas schwächere Wirtschaftswachstum. Risiken etwa durch den geplanten Brexit seien derzeit noch schwer abzuschätzen.

So viele offene Jobs wie noch nie

Insgesamt dürfte sich nach Einschätzung von Commerzbank-Volkswirt Eckart Tuchtfeld der Arbeitsmarkt in diesem Jahr "sehr ordentlich entwickeln". Darauf weise nicht zuletzt die enorm große Zahl an freien Stellen hin. "Selbst auf dem schon hohen Niveau hatten wir zuletzt noch einmal einen Zuwachs", sagte der Ökonom. Nach Erkenntnissen von Arbeitsmarktforschern gibt es derzeit mit mehr als einer Million Stellen so viele zu besetzende Jobs wie nie zuvor.

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Optimistisch zeigten sich auch der Chefvolkswirt der KfW-Bankengruppe, Jörg Zeuner, und Stefan Kipar von der BayernLB. Die deutsche Wirtschaft werde vorerst weiter von der starken Binnennachfrage profitieren, sagte Zeuner.

Dazu trage neben den Reallohnsteigerungen für die Beschäftigten die gute Baukonjunktur bei. Auch Europa sei in wirtschaftlicher Hinsicht wieder auf "Erholungskurs", ist Zeuner überzeugt.

Weltpolitik führt zu Zurückhaltung

Nach Ansicht der Volkswirte fehlt es dennoch nicht an Risiken und Unsicherheiten. Nach Zeuners Einschätzung gehören dazu unter anderem die "unklare Situation" nach der Wahl von US-Präsident Donald Trump, der geplante EU-Austritt Großbritanniens und einige in der EU anstehende Wahlen, bei denen Rechtspopulisten Stimmen gewinnen könnten.

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Tuchtfeld sagte: "Es ist bei uns eine gewisse Investitionszurückhaltung festzustellen. Das hat aber noch keine Schleifspuren hinterlassen." Ohne diese Risiken wäre aber deutlich mehr Wirtschaftswachstum drin, als allgemein erwartet werde.

Stärkere kurzfristige Auswirkungen als Brexit und Trump wird nach Ansicht von Michael Holstein von der DZ Bank die steigende Inflation haben. Wegen der zunehmenden Preisteigerung sinke die Kaufkraft. "Der Konsum wird ein wichtiger Faktor bleiben, aber er wird sich etwas abschwächen", sagte Holstein.

Zuwanderung macht sich bemerkbar

Auch die Zuwanderung von Flüchtlingen werde sich in diesem Jahr stärker bemerkbar machen - voraussichtlich vom Sommer an. Der Arbeitsmarkt werde sich daher nicht ganz so dynamisch wie zuletzt entwickeln. "Das Beschäftigungswachstum wird sich etwas verlangsamen, und die Arbeitslosenzahl wird sich wohl nicht weiter so stark verringern", sagte Holstein. Auch Allianz-Ökonom Rolf Schneider geht bei der Arbeitslosigkeit eher von einer Stagnation im Jahresverlauf aus.

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Für Februar rechnen die meisten Experten derweil nach den starken saisonbedingten Anstiegen in den Vormonaten wieder mit einem leichten Rückgang der Arbeitslosigkeit. Mit voraussichtlich 2,76 Millionen werde die Zahl der arbeitslosen Frauen und Männer um knapp 10 000 unter dem Januar-Wert liegen. Das wären zudem rund 140 000 weniger Erwerbslose als vor einem Jahr.

Der Februar ist in der Regel ein Übergangsmonat zwischen der Winterarbeitslosigkeit und dem Frühjahrsaufschwung. Die offiziellen Arbeitslosenzahlen will die Bundesagentur für Arbeit an diesem Mittwoch (1. März) bekanntgeben.

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