Staatsknete für alle Banken?

Trotz der Rettungsaktion für die HRE vom Wochenende scheint kein Ende der Probleme auf dem Finanzmarkt in Sicht. Finanzminister Peer Steinbrück braucht schon einen „Plan B“.Sogar der Papst kommentiert die Krise
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Rasant nach unten: An den Börsen herrschte am Montag Panikstimmung
dpa Rasant nach unten: An den Börsen herrschte am Montag Panikstimmung

FRANKFURT/MÜNCHEN - Trotz der Rettungsaktion für die HRE vom Wochenende scheint kein Ende der Probleme auf dem Finanzmarkt in Sicht. Finanzminister Peer Steinbrück braucht schon einen „Plan B“.Sogar der Papst kommentiert die Krise

Endlich Rettung in der Krise? Bundeskanzlerin Angela Merkel Staatsgarantie für die Gelder der privaten Sparer konnte die Börsen nicht wirklich beruhigen. Der deutsche Aktienindex Dax sackte gestern Morgen auf den tiefsten Stand seit Sommer 2006. Aktien der Fast-Pleite-Bank Hypo Real Estate verloren zeitweise über 40 Prozent.

Wie um die Skepsis der Börsianer zu bestätigen, sprach Bundesfinanzminister Peer Steinbrück (SPD) über einen noch weiter reichenden Schutzschirm. Die Bundesregierung erwäge, den gesamten Bankensektor abzusichern, sagte er. Mit „singulären Lösungen“ komme man „irgendwann“ nicht mehr weiter. Man brauche einen „Plan B“ in der Schublade.

Eine lautes Nachdenken über mögliche weitere Krisenszenarien – spielt der Finanzminister mit dem Feuer oder weiß er schon, welches Institut als nächstes nach dem Rettungsring rufen wird? Steinbrück wolle die Fehler der US-Regierung vermeiden, vermutete gestern der Banken-Experte Martin Hüfner. Er wolle nicht von einem Brandherd zum anderen laufen, nur um am Ende doch eine große Lösung zu suchen.

Die EU-Finanzminister kommen zum Krisentreffen zusammen

Am besten wäre ein „PlanB“ auf EU-Ebene, sagt Hüfner – doch bisher kommen dazu keine Signale aus Berlin. Das birgt Stoff für Konflikte, denn eine nationale Sonderlösung Deutschlands setzt die übrigen Regierungen unter Druck. Sind Bankguthaben im Inland geschützt, jenseits der Grenzen aber von der Finanzkrise bedroht, ziehen die Anleger ihr Geld von den vermeintlichen Krisenregionen ab und bunkern es im sicheren Hafen – eine Erfahrung, die bereits die britische Regierung machen musste. Nachdem Irland die Einlagen bei den sechs größten Banken des Landes bis 2010 garantiert hatte, musste London mit einer ähnlichen Maßnahme nachziehen, um eine Kapitalflucht nach Irland zu verhindern. Ein deutscher Alleingang stößt deswegen auf Widerstand. „Unser Verständnis ist es, dass die deutsche Regierung keine Gesetzgebung für eine rechtlich bindende Garantie für Bankeinlagen voranbringt“, sagte der britische Premier Gordon Brown gestern.

Am heutigen Dienstag kommen die Finanzminister der EU zusammen, das Thema: die Krise. Eine umfassende Antwort auf drängende Fragen traut sich währenddessen nur Papst Benedikt XVI. zu. Es zeige sich, dass Geld nichts sei, sagte er gestern. „Und all diese Dinge die real erscheinen, sind tatsächlich von zweitrangiger Wichtigkeit.“ Das britische Magazin „The Tablet“ meldete, der Vatikan habe vor kurzem Wertpapiere verkauft und eine Tonne krisensicheres Goldes erworben.

Susanne Stephan

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