Sinn- und wirkungslos

Georg Thanscheidt, der Vize-Chefredakteur der AZ, über die Anti-Herdprämien vieler Firmen
| Georg Thanscheidt
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Es ist ein klassischer Interessenskonflikt: Auf der einen Seite die CSU, die Eltern, die ihren Nachwuchs Zuhause betreuen, ein kleines Zuckerl in Form eines 100-Euro-Scheins pro Monat überreichen wollen. Auf der einen Seite viele Großunternehmen, die die Fachkräfte, die sie ausgebildet oder angeworben haben, nicht verlieren möchten – und deswegen Müttern oder Vätern eine Prämie zahlen, damit sie so früh wie möglich in den Beruf zurückkehren.

Oberflächlich betrachtet, sind beide Positionen nachvollziehbar: Die CSU stellt sich schützend vor ihr antiquiertes Familienbild und fürchtet eh, dass in kommenden Jahren nicht genügend Krippenplätze für Kleinkinder in Deutschland vorhanden sind. Warum also diesen Mangel nicht durch eine kleine Herdprämie versüßen - zumal 2013 ja auch noch erst Bundestags- und dann Landtagswahlen sind.

Die Firmen sehen das eher pragmatisch: Immer mehr Frauen sind hervorragend ausgebildet. Je früher weibliche Angestellte nach dieser Ausbildung pausieren und je länger sie weg bleiben, desto mehr Geld verlieren die Unternehmen – und desto unwahrscheinlicher wird es, dass die Frauen auf der gleichen Ebene wieder einsteigen können. Schlecht für sie, aber auch schlecht für den Arbeitgeber.

Dem versuchen nun immer mehr Großunternehmen durch Anti-Herd-Prämien entgegenzuwirken. Sinnlos war das Betreuungsgeld der CSU schon zuvor, nun wird es auch noch wirkungslos.

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