Shopping-Tipps: So zahlen Sie online am besten

Mittlerweile gibt es zahlreiche Dienste, um digital bequem seine Rechnung zu begleichen. Doch welcher ist der Beste? Ein Test zeigt: Paypal hat die Nase vorn – die Ergebnisse.
| Verena Lehner
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Sieger, Mittelfeld, Verlierer: Sieben Online-Bezahldienste im Test.
dpa Sieger, Mittelfeld, Verlierer: Sieben Online-Bezahldienste im Test.

München - Weihnachtszeit ist Einkaufszeit – auch im Internet. Wer online bestellt, bezahlt auch online – zumindest die meisten. Immer weniger nutzen beim Internet-Einkauf alte Zahlungsweisen wie den Bankeinzug – denn wer gibt schon gerne immer wieder seine kompletten Kontodaten im Internet preis? Die bequemere Alternative sind Online-Bezahldienste. Einmal angemeldet, reicht oftmals die E-Mail-Adresse und ein Passwort, schon ist der Online-Einkauf bezahlt.

Es gibt mittlerweile die verschiedensten Zahlsysteme. Doch wie unterscheiden Sie sich und worauf sollten die Nutzer achten? Das Verbrauchermagazin „Euro am Sonntag“ hat gemeinsam mit dem Deutschen Kundeninstitut (DKI) die sieben größten Online-Bezahldienste getestet.

 

Der Test

 

Bewertet wurden die Anbieter in vier Kategorien: Sicherheit, Kundenservice, Komfort und Konditionen. Königsdisziplin darunter ist die Sicherheit. Sie macht 35 Prozent des Gesamtergebnisses aus. Ausschlaggebend für die Wertung war hier, wie hoch die Sicherheitsstandards gegen Hacker-Attacken sind und ob der Nutzer bei unrechtmäßigen Zugriffen Schadenersatz erhält.

Beim Komfort spielte eine große Rolle, wie umständlich die Anmeldung und Handhabung ist. Im Bereich Kundenservice überprüften die Tester den Informationsgehalt auf den Internetseiten der Anbieter und wie Kunden per Telefon oder E-Mail beraten werden.

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Getestet wurden: Paypal, mpass, Sofortüberweisung, Skrill, ClickandBuy, Giropay und Paysafecard.

 

Der Sieger

 

Die Nase vorn hat eindeutig Paypal – der Platzhirsch unter den Online-Bezahlsystemen. Fast jeder vierte Euro, der im Onlinehandel umgesetzt wird, läuft dem Handelsforschungsinstitut EHI zufolge über den amerikanischen Dienst. Der Marktführer schneidet beim aktuellen Test als einziger mit der Gesamtnote „sehr gut“ (93 Punkte) ab. Er erhält bei Sicherheit, Kundenservice und Komfort jeweils ein „sehr gut“.

Paypal punktet unter anderem mit dem umfangreichsten Käuferschutz, der auch greift, wenn beispielsweise keine oder auch die falsche Ware ausgeliefert wurde, und erstattet in diesem Fall den Betrag in voller Höhe zurück. Der Dienst überzeugt auch mit seinem leicht verständlichen System und seinem sehr dichten Händlernetz. An über 50.000 Verkaufsstellen im Internet kann per Paypal bezahlt werden. Die Anmeldung ist nutzerfreundlich und nicht sehr kompliziert.

 

Der Verlierer

 

Auf dem letzten Platz landet Skrill. Der Online-Zahldienst mit Hauptsitz in Großbritannien bekommt die Gesamtnote „befriedigend“ (53,2 Punkte).

Skrill hat die Tester vor allem im Bereich Konditionen nicht überzeugen können (Note: „ungenügend“). Zwar ist auch hier – wie bei allen getesteten Anbietern – das normale Bezahlen in Onlineshops kostenlos, allerdings fallen viele Sondergebühren an. So müssen Kunden, die sich übriges Guthaben von ihrem Skrill-Konto auszahlen lassen wollen, eine Extragebühr von 2,95 Euro bezahlen. Und wer Geld an einen anderen Nutzer senden will, muss bis zu zehn Euro extra zahlen.

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Auch in Sachen Kundenservice kommt Skrill nicht gut weg, hier gibt es nur ein „ausreichend“. DKI-Chef Jörn Hüsgen sagt: „Anfragen an das Unternehmen per E-Mail wurden entweder nicht oder nur unzureichend beantwortet.“

 

Das Mittelfeld

 

Für drei Bezahldienste gibt es die Gesamtnote „gut“, und zwar für mpass (78 Punkte), Sofortüberweisung (69,3 Punkte) und ClickandBuy (64,7 Punkte).

Das Bezahlsystem der Mobilfunkanbieter O2, Telekom und Vodafone heißt mpass. Außer im Bereich Kundenservice schafft es mpass in allen Bewertungs-Kategorien stets auf Platz zwei oder drei. Im Bereich Kundenservice per Telefon, E-Mail oder sozialen Netzwerken bekommt mpass zwar ein „gut“, landet allerdings nach Punkten auf dem vorletzten Platz. Die Sicherheit wird mit „gut“ bewertet, der Komfort mit „sehr gut“.

Sofortüberweisung punktet vor allem mit guten Konditionen, Note: „sehr gut“. In Sachen Sicherheit gibt es allerdings noch Nachholbedarf, Note hier: „befriedigend“. ClickandBuy erhält seine schlechtesten Bewertungen in den Bereichen Sicherheit und Konditionen, hier gibt es beide Male nur ein „befriedigend“.

 

Die Schlusslichter

 

Neben Skrill gibt es auch für Giropay (61,2 Punkte) und Paysafecard (56,5 Punkte) nur die Note „befriedigend“.

Paysafecard fällt – wie Skrill – bei den Konditionen komplett durch (Note: „ungenügend“). In Sachen Sicherheit gibt es sogar nur ein „mangelhaft“.

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Giropay kann zwar beim Kundenservice punkten und landet hier sogar vor Paypal auf dem ersten Platz, Komfort und Sicherheit lassen jedoch zu wünschen übrig. In letzterer Kategorie landet Giropay sogar auf dem letzten Platz. Der Grund: Der Anbieter steht nur Kunden bestimmter Banken offen, unter anderem Volksbanken und Sparkassen.

 

Der Neue

 

Noch nicht beim Test dabei, da noch relativ neu auf dem Markt, ist das Online-Bezahlsystem der deutschen Banken: Paydirekt. Der Service steht Kunden aller deutschen Bankengruppen, also Privatbanken, Genossenschaftsbanken und Sparkassen zur Verfügung, wenn sie dort ein Girokonto haben, das fürs Online-Banking freigeschaltet ist.

Der Unterschied zu den anderen Anbietern: Es handelt sich nicht um einen sogenannten Drittanbieter, bei dem man seine ganzen Kontodaten hinterlegen muss, sondern die Zahlungen werden ohne Umwege über das Girokonto der eigenen Bank durchgeführt.


Online Bezahlen - So funktionieren einzelne Dienste

 

Um sich bei einem Bezahldienst anzumelden, muss die Konto- oder eine Kreditkartennummer hinterlegt werden, die mit einem Passwort geschützt wird. Darin unterscheiden sich die Anbieter so gut wie gar nicht. Allerdings funktionieren sie alle ein wenig anders, ein Überblick:

Paypal: Paypal ist eine Art virtuelles Konto ohne Kontonummer. Einmal angemeldet, reicht beim Bezahlen seines Online-Shoppings die Eingabe der E-Mail-Adresse und des persönlichen Passwortes und Paypal überweist den Betrag sofort an den Händler. Danach bucht Paypal den Betrag vom Girokonto ab.

Giropay: Wer Giropay nutzen will, muss bereits bei seiner Hausbank ein Girokonto haben, das fürs Onlinebanking freigeschaltet ist. Denn der Dienst leitet seine Nutzer einfach direkt auf das Onlinebanking der eigenen Hausbank weiter. Dazu muss beim Bezahlen die Bankleitzahl eingegeben werden. Der Unterschied zum normalen Bankeinzug ist also in diesem Fall nur, dass nicht auch noch die Kontonummer angegeben werden muss.

Mpass: Der Bezahldienst von O2, Telekom und Vodafone. Hier wird alles über das Mobiltelefon abgewickelt. An der „Kasse“ im Online-Shop gibt der Kunde seine Handynummer an und bekommt per SMS einen Zugangscode, mit dem er sich auf dem Zahlungsformular des Onlinehändlers identifiziert. Man kann per Vorab-Überweisung ein Guthaben aufladen oder alle Einkäufe gesammelt von der Telefonrechnung abbuchen lassen.

Paysafecard: Zahlen per Paysafecard funktioniert ähnlich wie Handys ohne Vertrag mit Guthaben-Konten und Prepaid-Karten. Die Kunden können bei Vorverkaufsstellen (etwa bestimmte Tankstellen, Postämter und Tabakläden) oder online einen 16-stelligen Pin-Code mit einem Guthaben erwerben. Diese Pin wird während des Bezahlvorgangs bei einem Online-Shop angegeben. Ist das Guthaben aufgebraucht, wird die jeweilige Pin ungültig und der Benutzer muss eine neue kaufen.

Paydirekt: Der Bezahldienst der deutschen Banken funktioniert wie eine Mischung aus Paypal und Giropay. Der Nutzer muss sich nur noch mit E-Mail-Adresse und Passwort anmelden und wird dann gleich auf das Online-Banking seiner Hausbank weitergeleitet. Nur in seltenen Fällen wird der Nutzer nach einer Tan gefragt. Das funktioniert dann wie normales Online-Banking.

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