Zum Glück gibt's ja Gutscheine

478 Euro werden die Münchner heuer im Durchschnitt für ihre Geschenke ausgeben. Sie kaufen immer später – und lieber geben sie Geld aus, wenn’s schneit.
| Anja Perkuhn
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Je früher, desto leerer: 71 Prozent der Münchner kaufen inzwischen erst im Dezember ihre Geschenke – acht Prozent sogar erst am Heiligabend oder am Tag davor.
Je früher, desto leerer: 71 Prozent der Münchner kaufen inzwischen erst im Dezember ihre Geschenke – acht Prozent sogar erst am Heiligabend oder am Tag davor.

München – Die Süßkram-Ecken in den Supermärkten und die Kaufhauseingangsbereiche haben es wieder einmal zuerst gewusst: Weihnachten findet auch in diesem Jahr wieder statt – und damit das Weihnachtsgeschäft für die Einzelhändler.

Etwa ein Fünftel ihres Jahresumsatzes machen die für gewöhnlich damit. Heuer sollen das laut Handelsverband Bayern (HBE) 13,4 Milliarden Euro sein – davon allein in München etwa zwei Milliarden.

Schlecht fürs Geschäft: Wenn die Menschen zu viel nachdenken

Das wäre ein Anstieg um etwa zwei Prozent im Vergleich zum Vorjahr – auf den die Händler dringend hoffen, denn Weihnachten 2014 war für sie unterm Strich eine Nullrunde. „Die ersten neun Monate lassen auf einen leichten Zuwachs hoffen“, sagt HBE-Präsident Ernst Läuger – wenn’s nur endlich kalt werden würde! Den späten Schnee zumindest machen die Händler verantwortlich für das schleppende Geschäft 2014. „Ohne Schnee fehlt die Stimmung, niemand denkt daran, Weihnachtsgeschenke zu kaufen“, sagt Läuger.

Kälte wünschen sich die Einzelhändler also, außerdem gesellschaftliches Wohlbefinden – auch, man ahnt es: aus wirtschaftlichen Gründen. „Wichtig ist auch“, sagt Läuger, „dass uns nicht noch einmal Ereignisse wie am Freitag ereilen.“ Die Terrorattacken in Paris seien ein Angriff auf unsere abendländische Kultur gewesen – „und bei solchen Ereignissen wird jeder nachdenklich wegen der Ungerechtigkeit auf der Welt“. Und das wiederum ist laut Läuger „nicht gerade konsumfreundlich und konsumfördernd“.

Zwölf Prozent des Umsatzes macht inzwischen der Online-Handel

Statistisch werden die Bayern heuer aber durchschnittlich 495 Euro für Geschenke ausgeben laut der Weihnachts-Umfrage des Münchner Ifes-Instituts im Auftrag des Handelsverbandes. In München ist es etwas weniger: 478 Euro – 2014 waren es noch 503.

Bücher, Spielwaren, Kleidung, Schmuck und Uhren, Parfüm und Kosmetik, sowie Unterhaltungselektronik bleiben die Geschenk-Klassiker. Der Handelsverband geht davon aus, dass in diesem Jahr bayerische Geschenke für 1,7 Milliarden Euro aus dem Onlinehandel unter den Baum kommen – inzwischen zwölf Prozent des Umsatzes.

Laut Umfrage liegen für die Bayern aber immer noch Einkaufszentrum, Fachgeschäft und Warenhaus als wichtigste Einkaufsmöglichkeiten vor der Bestellung über das Internet. Außerdem geben die Bayern durchschnittlich Empfehlungen von Freunden und Bekannten und Beratungsgespräche immer noch als für sich wichtiger an, als Online-Quellen.

Topseller 2015 werden – trotz all der Empfehlungen und Beratungen– aber wieder Gutscheine sein. Mehr als ein Viertel aller Präsente werden laut HBE in Bayern in Gutschein- oder Bargeld-Form verschenkt. Da kann man nicht viel falsch machen – außerdem, sagt HBE-Präsident Läuger, habe das sicher auch mit der schwindenden räumlichen und persönlichen Nähe allgemein zu tun, beispielsweise zwischen Großeltern und Enkeln.

Warum es in den Geschäften zunehmend proppenvoll wird, wenn die Feiertage näher rücken: 71 Prozent der Münchner shoppen inzwischen die Geschenke erst im Dezember – 40 Prozent in der zweiten Monatshälfte und acht Prozent sogar erst am 23. und 24. Dezember.

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