Obacht, Wertverlust! So schützen Sie sich vor der Inflation

Die Inflation ist zurück. Sie frisst die Ersparnisse angesichts niedriger Zinsen immer schneller auf. Sich davor zu schützen, ist nicht schwer. Die Experten-Tipps...
| Hubert Obermaier
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Wer sein Erspartes schützen möchte, sollte es lieber anlegen als im Schweinchen liegen zu lassen.
Wer sein Erspartes schützen möchte, sollte es lieber anlegen als im Schweinchen liegen zu lassen. © imago/Panthermedia

Wie schütze ich mein Erspartes vor Werteverlust? Ratschläge für jeden Geldanlage-Typ...

Aktien: Langfristig der beste Schutz

Damit das Ersparte Zuwachs erlebt, bieten sich vor allem Aktien als Ausweg an. Sie sind langfristig der beste Inflationsschutz.

Zum Einstieg eignen sich etwa Fondssparpläne. Dabei zahlen Anleger regelmäßige Beträge, in vielen Fällen ab 25 Euro aufwärts, in einen Investmentfonds ein, in dem verschiedene Wertpapiere gebündelt sind und der von Profis geführt wird.

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Alternativ haben Anleger auch die Möglichkeit, ihr Geld selbst in die Hand zu nehmen und auf eigene Faust Aktien einzelner Unternehmen zu kaufen. Generell fahren Anleger gut mit den Aktien globaler Marktführer, deren Produkte auch in Zeiten sinkender Reallöhne gebraucht werden und die über starke Marken und damit über Preissetzungsmacht verfügen.

ETFs für risikoscheue Anleger

Wer sich das nicht traut, aber dennoch in Aktien investieren will, kann sein Geld in einen sogenannten Exchange-Traded Fund (ETF) anlegen. Diese Fonds bilden einen Börsenindex nach. Das kann der deutsche Aktienindex (Dax) sein oder andere Indizes wie der US-Leitindex Dow Jones.

Die Wertentwicklung eines ETF ist eng an den jeweiligen Index gekoppelt. Dadurch sind die Gebühren meist niedriger als bei anderen Fonds. Ohne Risiko ist eine Anlage am Aktienmarkt aber nicht: Sinkt der hinter einem ETF liegende Index, weil die darin liegenden Aktien nachgeben, verliert auch der Fonds an Wert. Anleger sollten auf eine möglichst breite Streuung achten.

Inflationsanleihen für Ängstliche

Für risikoscheue Anleger sind inflationsgesicherte Anleihen vielleicht ebenso eine Option. Ihrem Namen nach versprechen sie dem Anleger, ihn vor Inflation zu schützen. Bei diesen Inflationsanleihen, auch Linker genannt, leiht der Anleger einem Staat Geld und bekommt dafür Zinsen.

Anders als bei gewöhnlichen Staatsanleihen werden die Kuponzahlungen und der Rückzahlungsbetrag aber um die Inflation angepasst. Die Kaufkraft des Anlegers bleibt erhalten, der feste Bestandteil der Inflationsanleihe, der Kupon, fällt jedoch in der Regel geringer aus als bei gewöhnlichen Staatsanleihen.

Anleger sollten aber auch bei Inflationsanleihen auf die Bonität des Landes achten.

Hohe Renditechancen kann man nicht erwarten, zumindest bieten solche Anleihen aber Schutz gegen eine mögliche hohe Inflation. Unternehmensanleihen haben - selbst bei Unternehmen mit guter Bonität - einen Renditevorteil gegenüber Staatsanleihen.

Der "sichere Hafen" Gold

Aus Furcht vor den wirtschaftlichen Folgen einer Ausbreitung der in Südafrika entdeckten neuen Coronavirus-Variante Omikron nehmen Anleger wieder Kurs auf den "sicheren Hafen" Gold. Bei Kursstürzen am Aktienmarkt steigt häufig der Goldpreis. Gold zu kaufen, kann also helfen, Verluste mit Aktien abzufedern. Der Rohstoff ist zwar wertvoll, aber nur weil er selten ist - Dividenden oder Mietzahlungen wirft er nicht ab.

Das Edelmetall hat dennoch zwei Vorteile: Zum einen gibt es darauf im Gegensatz zum Girokonto keine Negativzinsen. Zum anderen bietet Gold einen Schutz vor dem Risiko einer Geldentwertung.

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Geld in Immobilien anlegen

Krisenfester als Gold ist die Geldanlage in Immobilien. Doch das ist nur attraktiv, wenn man genügend Geld für eine solch hohe Investition hat. Bislang ließen sich die hohen Preise fürs Betongold mit den günstigen Finanzierungsmöglichkeiten teils ausgleichen. Diese Zeiten könnten vorbei sein. Wer also nicht gerade vor Abschluss eines Kaufvertrags oder sonst wie unter Zeitdruck steht, sollte die erste Phase der Erholung nach der Pandemie abwarten.

Alternativ bieten sich offene Immobilienfonds oder Aktien von Immobilienunternehmen an. Anleger sollten dabei darauf achten, dass sich im Portfolio nicht zu viele Gewerbeimmobilien befinden. Weil viele Unternehmen auch nach der Pandemie nicht zu voll besetzten Büros zurückkehren werden, bleibt das Segment unter Druck. Immobilienfonds sind oft mit einer Mindestanlagedauer versehen. Das erhöht das Risiko eines Verlusts.

Bitcoins - für Mutige

Immer mehr techaffine Anleger setzen auf Bitcoins als Inflationsschutz. In die Kryptowährung lässt sich direkt oder über Zertifikate investieren. Von direkten Investments raten Experten eher ab.

Sicherer seien Zertifikate, die börsennotiert sind und die Anleger über einen Broker oder eine Bank kaufen können. Allerdings schwankt der Bitcoin-Kurs stark.

Ein Bitcoin-Kauf kann sich für Anleger lohnen, wenn sie ein bisschen Mut haben und wenn es ihnen nicht weh tut, das eingesetzte Vermögen zu verlieren.

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