Aktien: Die sicherste Geldanlage der Welt?

Auf längere Sicht lohnt es sich in Wertpapiere zu investieren, sagen Experten. Wie man es dabei an der Börse garantiert schafft, Gewinne zu erzielen.
| Martin Knoll
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Obacht, Nerven bewahren: Bei fallenden Aktienkursen sollten Anleger versuchen, nicht in Panik zu geraten, raten Experten.
Obacht, Nerven bewahren: Bei fallenden Aktienkursen sollten Anleger versuchen, nicht in Panik zu geraten, raten Experten. © imago images/Imaginechina-Tuchong

Ob Tagesgeld oder Sparbuch, Festgeld oder Prämiensparen - bei diesen Anlageformen gehen die Sparer in Sachen Zinsen heute so gut wie leer aus. Die einzig gute Alternative scheinen Aktien zu sein. Doch für viele ist die Börse ein Buch mit sieben Siegeln. Dazu kommen ungute Erinnerungen an diverse Zusammenbrüche der Finanzmärkte.

Doch ein Blick in die Geschichte des Wertpapierhandels zeigt: Über lange Zeiträume hinweg kennen Aktienkurse meist nur eine Richtung - nach oben. Börsenexperte Ulrich Müller bezeichnet die Aktien sogar als "die sicherste Geldanlage der Welt" und erklärt, warum das so ist, und wie man es schafft, Aktiengewinne zu erzielen.

Geduld und Wissen als Voraussetzung

Wer erinnert sich nicht? Das Platzen der sogenannten "Dotcom-Blase" und die Insolvenz der US-Investmentbank Lehman Brothers haben allein in diesem Jahrzehnt große Börsen-Crashes ausgelöst und die Märkte erschüttert. Doch Erfahrung kann beitragen, Risiken besser einzuschätzen und klüger mit dem eigenen Aktienportfolio umzugehen.

Nach Ansicht von Börsenfachleuten braucht es für ein erfolgreiches Investment ein Mindestmaß an Basiswissen zum Thema Aktien, aber auch Mut zum Durchhalten und die Fähigkeit, auch in kritischen Situationen besonnen zu bleiben.

Die AZ erklärt, wie es funktioniert:

1. Geduld und Ausdauer

Lange dachte man, Wertpapiere seien nur etwas für Menschen mit großem Vermögen. Doch für den Aufbau eines Vermögens sind keine hohen Sparbeträge nötig.

Ein Beispiel: Wer monatlich nur zehn Euro in Dax-Aktien investiert - statistisch liegt die langfristige Durchschnittsrendite des Daxbei acht Prozent - hat nach 40 Jahren rund 31 000 Euro zusammengetragen. Beträgt die monatliche Sparrate 50 Euro, sind es stolze 155 000 Euro. Und bei 300 Euro monatlich ist 40 Jahre später knapp die Million erreicht.


Wichtig ist dabei, sich nicht von aufkommenden Rückschlägen entmutigen zu lassen. Geduld und Ausdauer führen zum Ziel und senken das Risiko für Verluste.

2. Angst und Gier sind schlechte Berater

Viele lassen sich beim Aktieninvestment von ihren Emotionen leiten. Aber Angst und auch Gier sind schlechte Berater, wenn es um die Wahl passender Titel oder den besten Kaufs- beziehungsweise Verkaufszeitpunkt geht.

Anleger sollten versuchen, bei fallenden Kursen nicht in Panik zu geraten. Oft hilft es, sich klarzumachen: Verluste auf dem Depotauszug werden nur dann zu echten Verlusten, wenn die Aktien zu diesem Zeitpunkt verkauft werden.

Gleichzeitig ist auch das Streben nach maximalen Profiten eine Gefahr. Ulrich Müller, CEO von der Ulrich-Müller-Wealth-Academy bei Hamburg, warnt seine Anleger vor der Gier gern mit dem Spruch: "Gier frisst Hirn." Deshalb lautet seine Empfehlung für gierige Anleger: "Wer gute Gewinne erzielt hat, sollte diese ruhig irgendwann mitnehmen. Selbst, wenn der Kurs danach noch ein wenig weiter steigt."

Ulrich Müller.
Ulrich Müller. © privat

3. Mit Basis-Wissen zu risikoarmen Aktien

Die amerikanische Investoren-Legende Warren Buffet sagte einmal, Risiken im Aktieninvestment entstehen nur dann, wenn Anleger nicht wissen, was sie tun. Eine Einschätzung, die auch Müller teilt: "Wenn Aktien ins Minus rutschen, verkaufen viele Anleger aus Unwissenheit. Dabei kann eine Aktie zu Beginn einer Krise oder eines Börsentiefs durchaus um 50 Prozent und mehr sinken, ohne ihren realen Wert zu verlieren." Auch deshalb, weil große Konzerne in Krisen fast immer durch Politik und Zentralbanken gerettet werden, weil deren Ausfall negative Auswirkungen auf die Gesamtwirtschaft hätte.


Ein guter Tipp für Einsteiger sind etwa Konsumgüter-Titel.
Lebensmittel, Kleidung, Hygiene- und Medizinartikel sind nur ein paar Beispiele für Produkte, an denen zu allen Zeiten Bedarf besteht. Durch die gleichbleibende Nachfrage wird hier der Wert der Aktien erhalten und oft auch gesteigert. Auf dem Wissen um das Zusammenspiel zwischen Wirtschaft, Politik und einzelnen Branchen fußt auch Müllers Aussage: "Die Aktie ist die sicherste Geldanlage der Welt."

Fazit: Mut wird belohnt

Vielleicht gehört eine gewisse Portion Mut dazu, sich in das "Abenteuer Aktieninvestment" zu stürzen. Doch dieser Mut wird in vielen Fällen ordentlich belohnt. Wer sich für seriöse Aktien etablierter Großunternehmen entscheidet, den Fokus auf Konsumtitel legt und sich nicht so leicht aus der Ruhe bringen lässt, hat gute Chancen, von Aktien zu profitieren.

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