Niedrigwasser: Ökonomin Grimm sagt steigende Preise voraus

Die Preise könnten bei diversen Grundstoffen steigen, warnt die Wirtschaftsweise. Sie kritisiert die Politiker, die kurzsichtig agierten, statt sich auf solche Lagen vorzubereiten.
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Wegen niedriger Pegelstände ist die Binnenschifffahrt in vielen Flüssen wie hier im Rhein derzeit massiv eingeschränkt.
Wegen niedriger Pegelstände ist die Binnenschifffahrt in vielen Flüssen wie hier im Rhein derzeit massiv eingeschränkt. © Boris Roessler/dpa
Berlin

Die Wirtschaftsweise Veronika Grimm hat steigende Preise vorhergesagt als Folge des Niedrigwassers auf deutschen Flüssen und die dadurch verursachten Transportprobleme. "Bei ineffizienter Rationierung kann Niedrigwasser die Preise auch unnötig in die Höhe treiben", sagte Grimm dem "Kölner Stadt-Anzeiger". "In der Chemie gibt es Effekte, auch im Energiemarkt. Der Transport von Öl zu Raffinerien ist von den niedrigen Pegelständen betroffen." Wie stark die Preise bei verschiedenen Grundstoffen reagieren, hänge davon ab, welche Lagerkapazitäten die Unternehmen jeweils aufgebaut haben.

Im Hinblick auf Anpassungen an den Klimawandel kritisierte Grimm eine mangelnde Weitsicht in der Politik. Das Sonntagsfahrverbot für Lkw zu lockern, sei zwar eine richtige Maßnahme, "allerdings wäre es gut, wenn man auf solche Situationen vorbereitet wäre, anstatt ad hoc Notmaßnahmen zu diskutieren", so Grimm. Diese Auswirkungen des Klimawandels seien vorhersehbar. "Politik macht keinen guten Eindruck, wenn sie sich von Krise zu Krise hangelt und nicht systematisch Strategien zur Anpassung an den Klimawandel entwickelt."

Die Transportprobleme durch Niedrigwasser ließen sich auch nicht einfach durch eine Vertiefung von Flüssen lösen. Diese Option müsse man sorgfältig evaluieren - und dabei auch ökologische Folgen berücksichtigen. "Vertiefungen an einzelnen Stellen der Fahrrinnen könnten angezeigt sein, aber eine Vertiefung schafft ja kein zusätzliches Wasser." Die Politik solle daher auch Pläne zur Priorisierung von Transporten ausarbeiten. 

DB Cargo will alte Güterwaggons reaktivieren

Die Bahn-Tochter DB Cargo will derweil nach Informationen der "Rheinischen Post" auch alte Güterwaggons reaktivieren, um ausfallende Schiffstransporte zu kompensieren. In einem der Zeitung vorliegenden Papier heißt es, zusätzlich werde "die Reaktivierung dauerhaft abgestellter Güterwagen geprüft und vorbereitet". DB Cargo könne "unmittelbar" 900 Wagen mobilisieren, 300 davon sofort. 900 Wagen könnten laut DB-Cargo-Chef Bernhard Osburg 200 Binnenschiffe ersetzen. 

Bundesverkehrsminister Steffen Bilger (CDU) setzt sich wegen des Niedrigwassers dafür ein, Schiffsfracht auf Schienen und Straßen zu verlagern.

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