Niedrigwasser am Rhein: IW-Ökonom hält Lage für "dramatisch"

Steigende Preise drohen: Warum das Niedrigwasser am Rhein laut einem Experten nicht nur Unternehmen wie BASF trifft, sondern auch Tankstellen und Verbraucher entlang des Flusses.
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Kurzfristig könne man nicht sehr viel gegen die Folgen des Niedrigwassers tun, sagt Ökonom Iglesias vom Institut der Deutschen Wirtschaft.
Kurzfristig könne man nicht sehr viel gegen die Folgen des Niedrigwassers tun, sagt Ökonom Iglesias vom Institut der Deutschen Wirtschaft. © Thomas Frey/dpa
Berlin

Der Ökonom Simon Gerards Iglesias vom Institut der Deutschen Wirtschaft (IW) hält das Niedrigwasser am Rhein für die deutsche Wirtschaft für "dramatisch". Gerade in den am Rhein liegenden Bundesländern bezögen sehr viele Unternehmen ihre Güter, Rohstoffe und Vorprodukte über den Rhein. "Für ein Unternehmen wie BASF ist es lebensnotwendig, dass ein Rhein als Wasserstraße funktioniert, wenn es um 40 Prozent seiner Produkte hierüber abfertigt", sagte Iglesias im ZDF-"Morgenmagazin".

Das Niedrigwasser zeige, "dass wir doch nicht so resilient sind, dass wir in Krisensituationen schneller auf andere Verkehrsträger zum Beispiel switchen könnten". Bei den Wasserstraßen habe man wie bei allen anderen Verkehrswegen in Deutschland auch das Problem, dass sie jahrzehntelang vernachlässigt wurden. "Und die Wasserstraßen vielleicht noch ein Stück weit stärker als die Schiene und die Straße", so der Wirtschaftsexperte.

Kurzfristig könne man nicht sehr viel gegen die Folgen des Niedrigwassers tun. Man könne zwar Felsen, die im Weg stehen und jetzt aufgrund des niedrigen Wasserstandes für Engpässe sorgen, beseitigen, um die Schiffbarkeit zu verbessern. Für eine wirkliche Veränderung aber brauche es eine "Korridorsanierung" des Rheins, ähnlich wie auch bei anderen Verkehrsträgern wie der Bahn. Aber: "Wir haben gerade auch in den Wasserstraßen das Problem, dass lange Genehmigungsverfahren und Prüfverfahren wirklich auch eine Modernisierung verhindern." Geplante Infrastrukturprojekte müssten viel schneller auf den Weg gebracht werden. 

Folgen "wahrscheinlich bald auch an der Zapfsäule sehen"

Die Folgen des Niedrigwassers könne man "wahrscheinlich bald auch an der Zapfsäule sehen". 2018 hätten eine langanhaltende Dürre und niedrige Wasserstände die Tankstellenpreise entlang des Rheins höher getrieben. "Die Raffinerien hier entlang des Rheins erhalten weniger Mineralöl. Das muss über Umwege kommen oder die Produktion muss sogar heruntergefahren werden. Und das treibt natürlich die Preise." 

Über den Umgang mit dem extremen Niedrigwasser des Rheins und anderer Wasserstraßen sprechen heute in Bonn Wirtschaftsverbände mit dem neuen Bundesverkehrsminister Steffen Bilger (CDU). Zu dem Treffen sind Vertreter von Industrie, Häfen und Binnenschifffahrt eingeladen.

Hinweis: Diese Meldung ist Teil eines automatisierten Angebots der nach strengen journalistischen Regeln arbeitenden Deutschen Presse-Agentur (dpa). Sie wird von der AZ-Onlineredaktion nicht bearbeitet oder geprüft. Fragen und Hinweise bitte an feedback@az-muenchen.de

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