Neue Wohnungen in leeren Büros: Bund startet Förderprogramm

In vielen Innenstädten sind nicht mehr alle Büros, Kaufhäuser oder Läden zu vermieten. Gleichzeitig herrscht Wohnungsnot. "Dieser Widerspruch beschäftigt mich", sagt die Bauministerin und reagiert.
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Gleichzeitig gegen Leerstand und Wohnungsnot: Bauministerin Verena Hubertz legt ein neues Förderprogramm auf. (Archivbild)
Gleichzeitig gegen Leerstand und Wohnungsnot: Bauministerin Verena Hubertz legt ein neues Förderprogramm auf. (Archivbild) © Sebastian Christoph Gollnow/dpa
Berlin

In Büro- und Gewerbegebäuden sollen mit Förderung des Bundes neue Wohnungen entstehen. Bauministerin Verena Hubertz (SPD) startet dazu ab Juli das Programm "Gewerbe zu Wohnen" im Umfang von 300 Millionen Euro für dieses Jahr. Je neuer Wohnung können Investoren bis zu 30.000 Euro Zuschuss bekommen, insgesamt bis zu 300.000 Euro pro Unternehmen. Das Geld muss nicht zurückgezahlt werden.

"In vielen Städten stehen Gebäude leer, während gleichzeitig Wohnungen fehlen", erklärte Hubertz. "Dieser Widerspruch beschäftigt mich. Und genau hier wollen wir ansetzen." Das Programm verbinde drei Ziele: Bekämpfung des Leerstands, Schaffung von Wohnraum und klimagerechte Sanierung. Jedes umgebaute Gebäude spare Ressourcen, betonte die SPD-Politikerin.

Potenzial für Tausende Wohnungen

Experten schätzen, dass in leerstehenden Büros Tausende Wohnungen in Metropolen entstehen könnten. Nach früheren Berechnungen des Immobilienspezialisten Jones Lang LaSalle (JLL) bieten allein ungenutzte Büroflächen das Potenzial für rund 11.000 Wohnungen in den sieben größten Städten. Das Ifo-Institut ging 2024 sogar von bis zu 60.000 möglichen Wohnungen in diesen Großstädten aus - allerdings nur theoretisch.

Denn es gibt zahlreiche Hürden. Das Ifo erklärte, in vielen Fällen rechne sich der Umbau nicht, denn teils müssen die für ganz andere Zwecke entworfenen Flächen sehr aufwendig und teuer umgebaut werden. Dazu kommt, dass die Baukosten in den vergangenen Jahren stark gestiegen sind. Zudem sind Bürogebäude nicht immer auch attraktive Wohnorte, etwa, wenn die Anbindung an Schulen, Nahverkehr, Kindergärten, Geschäfte oder Parks fehlt. 

"Höchst attraktiv" 

Hubertz meinte jedoch: "Die Förderung ist für Investoren höchst attraktiv und gleichzeitig ein kraftvoller Impuls, um Projekte zu starten, die unsere Städte nachhaltig verändern." Gefördert werden soll der Umbau von nicht zu Wohnzwecken genutzten, beheizten Gebäuden. Die Sanierung muss mindestens das energetische Niveau "Effizienzhaus 85 Erneuerbare Energien" erreichen. Ausnahmen gibt es für Baudenkmale.

Hinweis: Diese Meldung ist Teil eines automatisierten Angebots der nach strengen journalistischen Regeln arbeitenden Deutschen Presse-Agentur (dpa). Sie wird von der AZ-Onlineredaktion nicht bearbeitet oder geprüft. Fragen und Hinweise bitte an feedback@az-muenchen.de

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