Minister Rainer: Licht und Schatten in "Veggie"-Kompromiss

Unter welchen Namen dürfen Burger und Schnitzel ohne Fleisch in der EU verkauft werden? Nach viel Wirbel gibt es eine Einigung. Komplett glücklich ist der deutsche Minister damit nicht.
dpa |
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Minister Rainer: "Gut, dass Veggie-Schnitzel-Verbot vom Tisch ist." (Archivbild)
Minister Rainer: "Gut, dass Veggie-Schnitzel-Verbot vom Tisch ist." (Archivbild) © Sebastian Gollnow/dpa
Berlin

Bundesernährungsminister Alois Rainer sieht in dem auf EU-Ebene erzielten Kompromiss zur Bezeichnung vegetarischer Produkte Licht und Schatten. "Es ist gut, dass das Veggie-Schnitzel-Verbot vom Tisch ist", sagte der CSU-Politiker der Deutschen Presse-Agentur. "Die Verbraucher sind schlau und mündig. Sie wissen längst, dass im Veggie-Schnitzel kein Fleisch ist." Rainer äußerte sich zugleich kritisch dazu, dass es eine ebenfalls vorgesehene Liste mit Begriffen gebe, die künftig Fleischprodukten vorbehalten sind. 

"Wir hätten uns gewünscht, dass diesbezüglich gar keine Neuregelung kommt", sagte der Minister. "Der Kompromiss bedeutet für die Branche unnötigen Mehraufwand." Unterhändler der EU-Staaten und des Europaparlaments hatten sich kürzlich darauf verständigt, dass Namen wie "Veggie-Burger" und "Tofu-Wurst" nicht von den Speisekarten verschwinden müssen, wie es europäische Abgeordnete im vergangenen Jahr zunächst ins Spiel gebracht hatten. 

Bestimmte "Veggie"-Bezeichnungen sollen tabu sein

Andere vegetarische Produkte sollen demnach aber künftig nicht mehr etwa als "Veggie-Hühnchen" oder "Tofu-Rippchen" beworben werden dürfen. Tabu sein sollen laut Vertretern des EU-Parlaments Bezeichnungen, die sich auf Tier- oder Fleischarten und einzelne Teilstücke ("Cuts") beziehen: zum Beispiel Geflügel, Rindfleisch, Rippchen, Schulter, Kotelett oder Speck.

Minister Rainer hatte sich bereits im vergangenen Jahr klar gegen ein "Veggie-Burger"-Verbot ausgesprochen. Der CSU-Politiker bekräftigte nun: "Für die Unternehmen wäre der bürokratische Aufwand für die Umstellung immens gewesen. Ich habe von Anfang an gesagt, so eine Entscheidung hätte man vor zehn Jahren treffen müssen."

Hinweis: Diese Meldung ist Teil eines automatisierten Angebots der nach strengen journalistischen Regeln arbeitenden Deutschen Presse-Agentur (dpa). Sie wird von der AZ-Onlineredaktion nicht bearbeitet oder geprüft. Fragen und Hinweise bitte an feedback@az-muenchen.de

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