Lohn, Zufriedenheit, Partnerschaft - Neue Studie über Unterschiede zwischen homosexuellen und heterosexuellen Menschen zeigt: Schwule verdienen weniger als Heteros

Und auch sonst unterscheidet sich die Lebenssituation von Homosexuellen teils erheblich, wie eine neue Studie aufzeigt
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Ein schwules Pärchen küsst sich bei der Christopher-Street-Day-Parade in Köln. Homosexuelle leben seltener mit ihrem Partner zusammen als Heteros.
Maja Hitij/dpa Ein schwules Pärchen küsst sich bei der Christopher-Street-Day-Parade in Köln. Homosexuelle leben seltener mit ihrem Partner zusammen als Heteros.

München - Homosexuelle Männer verdienen im Schnitt einen deutlich niedrigeren Stundenlohn als heterosexuelle. Letztere bekommen einen realen Brutto-Stundenlohn von rund 18 Euro. Der entsprechende Stundenlohn von Schwulen liegt unter Berücksichtigung von Alter, Branche und Qualifikation rund 2,64 Euro darunter – obwohl sie im Schnitt über einen höheren Bildungsabschluss verfügen als Heterosexuelle. Das geht aus einer Studie hervor, die das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) gestern in Berlin vorgestellt hat.
Für die Studie stützen sich die Autoren auf Daten des sogenannten Sozio-ökonomischen Panels, einer bevölkerungsrepräsentativen Umfrage, die das DIW einmal im Jahr deutschlandweit durchführt. Dabei wird neben dem Einkommen, dem Beruf, der Bildung und der Gesundheit auch die sexuelle Orientierung abgefragt. Die Studie beruht auf der Auswertung der Fragebögen von knapp 460 LGBs sowie mehr als 39 000 Heterosexuellen. LGB ist das englische Kürzel für Menschen mit lesbischer, schwuler oder bisexueller Identität.

Schwule und Lesben sind unzufriedenerals Heterosexuelle

26 Prozent der befragten Schwulen und Lesben gaben laut Studie an, einen Fachhochschulabschluss zu besitzen. Bei Heteros mit der gleichen Altersstruktur lag dieser Anteil lediglich bei 15 Prozent. Die Fachhochschulreife konnten 21 Prozent der LGBs vorweisen (Heterosexuelle: 15 Prozent). In dem Report wird auch deutlich, dass LGBs mit ihrem Leben weniger zufrieden sind als Heterosexuelle. Sie neigen häufiger zu psychischen Problemen und Depressionen. „Als ein Grund wird angenommen, dass LGBs aufgrund ihrer sexuellen Orientierung stigmatisiert und diskriminiert werden und dadurch chronischem Stress ausgesetzt sind“, schreiben die Autoren. Die Befunde der Studie bestätigen zudem eine weitere Erfahrung in der Szene, die der Sprecher des Lesben- und Schwulenverbands Deutschland, Markus Ulrich, auf den Punkt brachte: „Gerade junge Lesben und Schwule müssen häufig erfahren, dass sie nicht immer auf ihre Familien zählen können.“ Fast 60 Prozent der LGBs suchen sich der Studie zufolge Unterstützung bei Freunden. Bei Heteros liegt dieser Anteil bei lediglich 46 Prozent. 72 Prozent hingegen verlassen sich lieber auf die Familie (LGBs: 61 Prozent).

Homo- und Bisexuelle leben deutlich häufiger allein

Auch was die Formen des Zusammenlebens angeht, gibt es Unterschiede. So leben Menschen mit lesbischer, schwuler oder bisexueller Identität häufiger allein. 72 Prozent der befragten Homo- und Bisexuellen in einer Partnerschaft wohnen auch zusammen (Heteros: 84 Prozent). Dabei handelt es sich wiederum deutlich häufiger um Haushalte, in denen beide Partner verdienen.

Lesen Sie hier: Lebhafte Jahre in München: Als die letzten Hüllen fielen

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