Krisensitzung des VW-Präsidiums

Kurz vor dem Ende des Krisenjahres 2015 steht bei Europas Autobauer Volkswagen in Wolfsburg noch einmal eine Sitzung des Aufsichtsrates auf dem Plan. Neben dem schon beinahe alltäglichen Krisenmanagement steht dabei auch eine wichtige Personalie an.
| dpa
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Für VW scheinen die rechtlichen Folgen des Abgas-Skandals in den USA ein Fass ohne Boden zu sein. Um den Prozess zu vereinfachen, werden die über 500 Klagen nun in Kalifornien gebündelt.
dpa Für VW scheinen die rechtlichen Folgen des Abgas-Skandals in den USA ein Fass ohne Boden zu sein. Um den Prozess zu vereinfachen, werden die über 500 Klagen nun in Kalifornien gebündelt.

Wolfsburg - Auf dem für die Öffentlichkeit nicht zugänglichen VW-Werksgelände in Wolfsburg hat am Mittwoch die voraussichtlich letzte Krisensitzung des Präsidiums von Volkswagen in diesem Jahr begonnen.

Das sechsköpfige Gremium um Aufsichtsratschef Hans-Dieter Pötsch will die am Mittag geplante Aufsichtsratssitzung vorbereiten, dann soll unter anderem der Stahl-Manager Karlheinz Blessing zum neuen Personalvorstand von Volkswagen ernannt werden.

 

Blessing-Wahl schon so gut wie beschlossen

 

Nachdem der zunächst aussichtsreichste Kandidat, VW-Betriebsratschef Bernd Osterloh, seinen Verzicht erklärt hatte, gilt die Wahl als reine Formsache. Der wichtige Chefsessel ist bereits seit dem 1. Dezember vakant.

Seit dem Ausbruch der weltweiten Abgas-Affäre Anfang September ist der 20-köpfige Aufsichtsrat von Volkswagen bereits fünf Mal zu Krisensitzungen zusammengekommen, so viele wie ursprünglich für das gesamte Jahr vorgesehen waren. Insgesamt waren es 2015 damit acht Sitzungen. In der Regel steht vor jeder Sitzung des Aufsichtsrates ein Treffen des Präsidiums an.

Großen Gesprächsbedarf hat das Kontrollgremiums auch über die seit Monaten nur mühsam vorankommende Aufarbeitung des weltweiten Abgas-Skandals und wegen der Nebentätigkeiten von Audi-Chef Rupert Stadler für den VW-Großaktionär und ehemaligen Aufsichtsratschef Ferdinand Piëch.

Lesen Sie hier: Wegen Wirtschaftskrise: VW muss in Russland sparen

Anfang Dezember war bekanntgeworden, dass einzelne Aufsichtsräte Stadlers Vorstandsaufgaben in drei Stiftungen der Familie Piëch kritisierten. Sie befürchten Interessenskonflikte.

Ungeachtet der noch vielen offenen Fragen bei der Aufarbeitung des Abgas-Skandals rund um den Erdball ist nun zumindest klar, wo in den USA die mehr als 500 eingegangenen Klagen gegen den Autobauer verhandelt werden sollen.

 

VW muss sich auf Prozesslawine in Kalifornien gefasst machen

 

Ein Justizausschuss in New Orleans entschied am Dienstag, die Fälle im kalifornischen San Francisco zusammenzuführen. Er begründete die Entscheidung damit, dass dort fast ein Fünftel aller Klagen eingereicht worden seien. Wann die Prozesslawine in Gang kommt, ist aber noch völlig offen.

Lesen Sie hier: Abgas-Skandal: VW-Führung will Großaktionär Katar beruhigen

Bereits an diesem Donnerstag will Volkswagen in Wolfsburg einen Zwischenstand zur Aufarbeitung des Abgas-Skandals geben. Bei einer Pressekonferenz wollen VW-Aufsichtsratschef Hans Dieter Pötsch und Vorstandschef Matthias Müller auch über die Neuausrichtung des Konzerns informieren. Es ist das erste Mal nach Beginn der Krise, dass sich Pötsch und Müller auch Fragen stellen wollen.

VW hatte Mitte September eingeräumt, mit einer Software Abgastests bei Dieselfahrzeugen manipuliert zu haben. Dabei ging es um Stickoxid-Werte. Später teilte VW mit, bei Fahrzeugen auch falsche CO-Angaben gemacht zu haben.

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