EU-Kommission genehmigt deutschen Industriestrompreis

Die deutsche Industrie beklagt im internationalen Vergleich teure Energie. Der Industriestrompreis soll Abhilfe schaffen und bekommt von Brüssel grünes Licht. Das Geld ist an Bedingungen geknüpft.
dpa |
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Die EU-Kommission genehmigte den Industriestrompreis. (Symbolbild)
Die EU-Kommission genehmigte den Industriestrompreis. (Symbolbild) © Michael Kappeler/dpa
Brüssel

Die Bundesregierung darf die deutsche Industrie mit einem vergünstigten Strompreis unterstützen. Die EU-Kommission genehmigte die Maßnahme im Umfang von 3,8 Milliarden Euro, wie die Brüsseler Behörde mitteilte.

Die Kommission sei zu dem Schluss gekommen, dass die Subvention notwendig, angemessen und verhältnismäßig sei, um den Übergang zu einer klimaneutralen Wirtschaft zu beschleunigen und die Entwicklung der Wirtschaft zu fördern, hieß es.

Hälfte der Beihilfen muss investiert werden 

Ziel der Regelungen ist es demnach, energieintensive Unternehmen zu unterstützen, indem ihnen in den kommenden drei Jahren ein Teil ihrer Stromkosten erstattet wird, so die Kommission. Die Maßnahmen stünden dabei Unternehmen aus Branchen offen, die ihren Standort potenziell in Drittstaaten mit weniger Umweltauflagen verlegen könnten. 

Unternehmen können die Beihilfen laut Mitteilung nach Ablauf jedes Jahres beantragen, sobald der Stromverbrauch und der durchschnittliche Großhandelspreis bekannt ist. Die begünstigten Firmen müssen demnach mindestens die Hälfte der erhaltenen Unterstützung in neue oder modernisierte Anlagen investieren, um die Stromkosten zu senken.

Genehmigung aus Brüssel stand noch aus

Die Wirtschaft klagt seit langem über im internationalen Vergleich hohe Energiekosten. Die Koalition beschloss bereits Entlastungen. Für den geplanten staatlich subventionierten, niedrigeren Industriestrompreis für energieintensive Firmen fehlte bislang grünes Licht der Europäischen Kommission. Das Instrument sieht vor, den Preis für die Hälfte des jährlichen Stromverbrauchs auf fünf Cent pro Kilowattstunde zu begrenzen.

Finanzminister Lars Klingbeil (SPD) sprach von einer spürbaren Entlastung bei den Energiekosten und einer guten Nachricht für die deutsche Industrie. "Wir kämpfen um jeden Arbeitsplatz in unseren wichtigsten Industrien", versprach er. Umweltminister Carsten Schneider (SPD) sagte: "Mehr Strom einzusetzen ist die richtige Strategie für mehr Unabhängigkeit von teurem Öl und Gas. Denn Strom wird mit der Energiewende immer sauberer und klimaverträglicher."

Wirtschaft soll klimafreundlicher werden

Brüssel hatte im vergangenen Sommer einen neuen Beihilferahmen präsentiert und damit den Weg dafür freigemacht, dass unter bestimmten Voraussetzungen direkte staatliche Subventionen fließen können, um Strompreise für energieintensive Unternehmen zu senken.

"Es ist ein Instrument, um den Klimaschutz voranzutreiben, die Widerstandsfähigkeit Europas zu stärken und sicherzustellen, dass unsere Industrie weltweit wettbewerbsfähig bleibt", hatte die Wettbewerbskommissarin Teresa Ribera im Sommer gesagt. Ziel ist es, den Umbau der Industrie hin zur Klimaneutralität voranzutreiben, ohne dass die Wirtschaft zu sehr in Mitleidenschaft gezogen wird.

Wegen der verhältnismäßig hohen Energiepreise in Deutschland besteht die Sorge, dass sie Firmen vor Investitionen in der Bundesrepublik abschrecken. Zahlreiche Unternehmen stehen bereits vor großen Problemen. Wirtschaftsverbände drängen schon lange auf einen Industriestrompreis.

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