EU-Abgeordnete für Recht auf freies Handgepäck bei Flügen

Wer fliegt, soll ein kleines Handgepäckstück kostenlos mitnehmen dürfen, egal bei welcher Airline. Bei Verspätungen soll es ähnlich wie bislang Geld geben. Die EU-Staaten haben andere Vorstellungen.
dpa |
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Könnte künftig jeder Fluggast ein Recht auf ein freies Handgepäck-Stück haben? (Symbolbild)
Könnte künftig jeder Fluggast ein Recht auf ein freies Handgepäck-Stück haben? (Symbolbild) © Andrea Warnecke/dpa-tmn/dpa
Straßburg

Fluggäste sollen nach dem Willen des Europäischen Parlaments ein Recht auf ein freies Handgepäckstück erhalten. Dafür sprachen sich die Abgeordneten mit großer Mehrheit fraktionsübergreifend aus. Bevor neue Regeln in Kraft treten können, muss allerdings noch ein Kompromiss mit den EU-Staaten gefunden werden. 

Fluggäste sollen dem Vorschlag des Parlaments zufolge künftig ohne zusätzliche Kosten einen persönlichen Gegenstand (etwa eine Handtasche, einen Laptop oder einen Rucksack) sowie ein kleines Handgepäckstück mit an Bord nehmen dürfen. Das Handgepäckstück soll nicht mehr als sieben Kilogramm wiegen und alle drei Kantenmaße (Länge, Breite und Tiefe) zusammengerechnet nicht mehr als 100 Zentimeter lang sein. Bisher erlauben manche Airlines als kostenloses Handgepäck nur einen sehr kleinen Gegenstand, für alles andere muss extra gezahlt werden. 

Geld für Verspätungen

Das Parlament will außerdem, dass Reisende bei Verspätungen ähnlich entschädigt werden wie bisher. Der Vorschlag sieht bei Verspätungen ab drei Stunden oder Flugausfällen folgende Stufen vor: 

  • 300 Euro bei 1.500 Kilometer Entfernung (bisher: 250 Euro)
  • 400 Euro bei bis zu 3.500 Kilometer Entfernung (bisher: 400 Euro)
  • 600 Euro bei mehr als 3.500 Kilometer Entfernung (bisher: 600 Euro)

Voraussetzung ist, dass die Airline die Verspätung zu verschulden hat. Ausgenommen wären nach der Vorstellung der Abgeordneten etwa Krieg, bestimmte Wetterbedingungen und Naturkatastrophen. 

Minister wollen erst bei vier Stunden Verspätung Entschädigung

Die Mehrheit der EU-Verkehrsminister hatte sich dagegen im Juni dafür ausgesprochen, dass Fluggäste künftig erst ab vier Stunden Verspätung entschädigt werden und mit je nach Entfernung niedrigeren Beträgen. 

Um die Regelungen festzuschreiben, muss ein Kompromiss gefunden werden. Die Beteiligten versuchen schon seit Jahren, sich zu einigen - bisher erfolglos.

Hinweis: Diese Meldung ist Teil eines automatisierten Angebots der nach strengen journalistischen Regeln arbeitenden Deutschen Presse-Agentur (dpa). Sie wird von der AZ-Onlineredaktion nicht bearbeitet oder geprüft. Fragen und Hinweise bitte an feedback@az-muenchen.de

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