Bayerische Landesbank ging früh auf Distanz zu Wirecard

Die Bayerische Landesbank ist schon mehr als ein Jahr vor Auffliegen des Wirecard-Bilanzbetrugs auf Distanz zu dem Skandalunternehmen gegangen. Man habe sich 2018 entschieden, aus einer Kreditbeziehung auszusteigen, sagte ein Vorstandsmitglied der LB Bayern am Donnerstag im Untersuchungsausschuss des Bundestags. "Im Zentrum dieser Überlegungen stand: Wenn wir 150 Millionen Euro oder mehr aus der Hand geben, dann nur, wenn wir wirklich den Kunden sehr, sehr gut verstehen."
| dpa
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Blick auf das Logo des insolventen Zahlungsdienstleisters Wirecard an der Konzernzentrale in Aschheim.
Blick auf das Logo des insolventen Zahlungsdienstleisters Wirecard an der Konzernzentrale in Aschheim. © Peter Kneffel/dpa/Archivbild
Berlin

Man habe Wirecard zu diesem Zeitpunkt aber erst zwei Jahre gekannt, das sei zu wenig Zeit gewesen. Zugleich seien wichtige Fragen zum Geschäftsmodell und der komplexen Bilanzstruktur des aufstrebenden Fintechs offen geblieben. Zu keinem Zeitpunkt sei man aber von irgendwelchen kriminellen Handlungen oder Betrug ausgegangen.

Die LB Bayern hatte Wirecard 2016 zusammen mit anderen Banken einen Kredit gewährt. Zunächst habe man aber nur eine kleine Summe übernommen, sagte der Risiko-Chef der Bank. Als der Kredit 2018 aufgestockt werden sollte, habe man ein zu hohes Risiko gesehen und nicht mehr mitgemacht. Es habe aber keine Zweifel etwa am Eigenkapital von Wirecard gegeben. "Wir haben nicht daran gezweifelt, dass das werthaltig ist."

Im Sommer 2020 hatte der inzwischen insolvente frühere Dax-Konzern Wirecard Luftbuchungen von 1,9 Milliarden Euro eingeräumt. Über Jahre soll das Unternehmen Scheingewinne ausgewiesen haben. Laut Staatsanwaltschaft könnte es insgesamt um rund drei Milliarden Euro gehen. Die Firma saß als Dienstleister für bargeldlose Zahlungen an der Schnittstelle zwischen Händlern und Kreditkartenfirmen.

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