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Online Kliniken & Telemedizin im Trend

Sowohl Online Kliniken wie auch die Telemedizin im allgemeinen, sind aktuell im Aufwärtstrend. Was wird angeboten und wohin führt der Weg?
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Sowohl Online Kliniken wie auch die Telemedizin im allgemeinen, sind aktuell im Aufwärtstrend. Was wird angeboten und wohin führt der Weg?
Sowohl Online Kliniken wie auch die Telemedizin im allgemeinen, sind aktuell im Aufwärtstrend. Was wird angeboten und wohin führt der Weg? © Rido / shutterstock.com

Die Covid-19 Situation hat viele Branchen verändert. Entweder sie standen still, wurden überrannt oder mussten sich anpassen. Zum Allgemeinmediziner zu gehen, wurde plötzlich zur Gefahr. Dabei muss auch in Krisenzeiten die gesundheitliche Versorgung der Bevölkerung gesichert sein.Besonders die Entwicklung der Telemedizin konnte durch diese Situation vorangetrieben werden. Auch Online Kliniken welche vor allem Lifestyle-Behandlungen anbieten, erlebten eine erhöhte Nachfrage. Doch was bieten diese medizinischen Dienstleistungen im Internet genau?

Online Kliniken bei Lifestyle Behandlungen

Die Corona-Krise hat Online-Praxen vorangetrieben, aber nicht erfunden. Auf Seiten wie der OnlineKlinik24.com können sich Patienten über diverse Krankheitsbilder informieren, sich Erfahrungsberichte in Statistiken ansehen oder die Vorteile & Nachteile der Medikamente abwägen. Für eine Online Diagnose werden die Patienten dann an einen Anbieter aus England weitergeleitet.

In England ist das Konzept der Ferndiagnose nämlich keine Neuheit, bereits seit 2004 ist es möglich Behandlungen über die Telemedizin abzuwickeln. Dabei wurden vor allem Krankheitsbilder wie Bluthochdruck, Diabetes, Impotenz oder auch Haarausfall behandelt.

Im kassenärztlichen Bereich waren virtuelle Dienstleistungen vor Corona unüblich. Mangels gesetzlicher Vorschriften, gab es weniger Möglichkeiten Online-Medizin auf gesicherte Weise anzubieten. Doch diese Situation hat sich schlagartig geändert. Das Bundesministerium für Gesundheit veröffentlichte mit dem „health innovation hub“ 2019 bereits erste Pläne zur weiteren Digitalisierung des Gesundheitswesens. Jetzt werden diese Überlegungen schneller erweitert, als gedacht.

Video-Sprechstunde, Gesundheits-Apps und chatten mit dem Arzt

Wer einen Schnupfen oder einen ganz normalen grippalen Infekt hat, muss sich nicht unbedingt zum Arzt schleppen. Die Diagnose einfacher Erkrankungen ist auch online jederzeit möglich. Viele Weiterüberweisungen zu Fachärzten können ebenfalls virtuell vorgenommen werden.

Für die Praxen vor Ort bedeutet das eine nicht zu unterschätzende Entlastung. Das deutsche Gesundheitssystem steckt seit Jahrzehnten in der Krise. Vielleicht stellt der neue Trend sogar eine der Haupt-Lösungen vieler Problematiken dar. 

Der regionale Mangel an Allgemeinmediziner, Hausärzten und Landärzten hat das Gesundheitswesen zunehmend in Bedrängnis gebracht. Die heilende Arbeit wurde für so manch einen Doktor zu einer Belastung, die er nicht mehr stemmen konnte.

Video-Sprechstunden, Apps und Chatbots schlagen regionale Brücken und vereinfachen die Kommunikation. Man stelle sich nur vor, dass Menschen in dünn besiedelten Regionen Mecklenburg-Vorpommerns zukünftig mit einem Arzt aus München, der Kapazitäten frei hat, in Verbindung treten können.

Gesundheitsfördernde Programme der Krankenkassen und des Bundes haben kaum noch Menschen hinter dem Ofen vorgelockt. Präventivprogramme, Fitness-Kurse oder Ernährungsberatungen für Übergewichtige blieben nichts als schöne Prospekte auf den Ämtern. Der Trend zur Gruppenbildung und die Lust an Seminaren ist zurückgegangen. Das Bedürfnis nach Individualität und maßgeschneiderte Konzepte steigt. Interaktive Gesundheits-Apps boomen ebenso wie die Online-Kliniken.

Rechtliche Grundlage und Sicherheit

Schon vor Covid-19, im Dezember 2019 trat das Digitale-Versorgungs-Gesetz (DVG) in Kraft. Der Erlass sollte neue Möglichkeiten im Gesundheitswesen vorbringen.

Geplant waren zunächst nur der Ausbau von Gesundheits-Apps und zuverlässigen medizinischen Datenbanken im Internet. Aus aktuellem Anlass werden sich die Maßnahmen wohl deutlich erweitern.

Kritiker der Digitalisierung und Datenschützer sehen in den Online-Praxen allerdings ein nicht zu kalkulierendes Risiko. IT-Spezialisten führen ins Feld, dass Kameras und Mikrofone an Laptop und PCs für Hacker leicht zu knacken wären. Statt dem vertraulichen Gespräch mit einem Arzt unter vier Augen könnten bei Missbrauch intime Daten in falsche Hände geraten. Hier ist sicher Nachbesserung und weitere Entwicklung vonnöten.

Wünschenswert wären in diesem Zuge außerdem Einblicke der Patienten in den Abrechnungsstatus der Ärzte. Bis heute sehen Gesundheitsexperten darin eine der größten Lecks des Gesundheitssystems. Patienten haben keinerlei Einsicht oder Kontrolle darüber, was ein Arzt nach einer erfolgten Behandlung abrechnet oder dokumentiert.

Was verspricht die Zukunft?

Sicher wird das Online-Angebot niemals vollständig den persönlichen Kontakt zwischen Mediziner und Patient ersetzen können. In vielen medizinischen Bereiche kann Telemedizin aber eine deutliche Vereinfachung bringen.

Die Corona-Krise hat einen entscheidenden Teil dazu beigetragen, die Entwicklung der Telemedizin voranzutreiben. Weitere Schritte können gespannt beobachtet werden.

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