Viel Masse, etwas Klasse: Die Premieren der IAA

Vor der Internationalen Automobilausstellung (IAA) zeichnet sich schon ab, welche Neuheiten das Zeug zum Star haben. Darunter sind diverse bezahlbare Modelle. Technologisch aber verspricht die Messe, kein Highlight zu werden.
| Thomas Geiger/dpa
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Frankfur/Main – Noch sieht man auf dem Messegelände in Frankfurt vor allem Lastwagen und Gabelstapler. Sie sind nur Vorboten für Hunderte von Pkw, die hier zur 66. Auflage der IAA (Publikumstage: 19. bis 27. September) ins Rampenlicht rollen. Wer zwischen 4,50 Euro für das ermäßigte Nachmittagsticket und 47 Euro für einen Fachbesucher-Eintritt zahlt, sieht in den neun Hallen Enthüllungen in allen Klassen.

Denn, das lassen zumindest die offiziellen Ankündigungen und die üblichen Indiskretionen der Aussteller erwarten, das Premieren-Programm umfasst sowohl Masse als auch Klasse und ist in diesem Jahr ausgewogen wie selten zuvor. Die wichtigsten Neuheiten, zusammengefasst nach Segmenten:

Kleinwagen

 

Nachdem viele wichtige Modelle wie der Smart, der Renault Twingo oder der Opel Karl brandneu am Markt sind, ist das Premieren-Programm in dieser Klasse vermutlich am dünnsten. Offiziell angekündigt ist bislang nur das Facelift für den Fiat 500, ziemlich fest rechnen dürfen Frischluft-Fans immerhin mit dem Smart Cabrio.

Kompaktklasse

 

Opel enthüllt in Frankfurt die neue Generation des Astra und will mit dem leichteren, geräumigeren und trotzdem kompakteren Auto wieder zu VW Golf und Ford Focus aufschließen, kündigt Firmenchef Karl-Thomas Neumann an. Fiat hat unterdessen nach eigenen Angaben den neuen Aegea im Schlepptau. Nicht nur als Stufenheck, sondern auch als Fünftürer und Kombi, soll er den 2014 eingestellten Bravo ersetzen. Ganz neu im Segment ist der noble Nissan-Ableger Infiniti, der den Q30 angekündigt hat. Nach Gerüchten aus Paris kommt auch noch ein neuer Renault Mégane nach Frankfurt. Hinzu gesellen sich eine Reihe von Überarbeitungen und neue Varianten wie die aufgefrischte Mercedes A-Klasse, der Peugeot 308 GTI und womöglich der lange erwartete BMW M2.

Mittelklasse

 

Die wichtigste Neuheit für Familienväter und Firmenfahrer dürfte der neue Audi A4 werden. Bis zu 120 Kilogramm leichter und bis zu 21 Prozent sparsamer als früher, steht er nach Angaben des Unternehmens als Limousine und Kombi in Frankfurt. Zudem soll er als sportliches S-Modell gezeigt werden. Mercedes kontert das nach einer offiziellen Ankündigung aus Stuttgart mit einem Coupé für die C-Klasse, und BMW zeigt zum ersten Mal vor großem Publikum das Facelift für den Dreier. Auch die Importeure wollen in dieser Klasse ein Wort mitreden. So kündigt Kia die Europapremiere des neuen Optima an, Renault versucht sein Glück mit dem Laguna-Nachfolger Talisman, und Alfa meldet sich mit der neuen Giulia nach Jahren der Abstinenz in der Mittelklasse zurück. Außerdem stellt Skoda der neuen Superb Limousine zur IAA den Combi zur Seite.

Luxusklasse

 

Förmlich, forsch oder frisch - zwischen diesen drei Ausprägungen müssen sich die Besserverdiener bei der Suche nach den Luxusneuheiten auf der IAA entscheiden. Wer es förmlich braucht, der lenkt den Blick auf die neue Generation des BMW 7er. Wer forsch unterwegs sein will, dem empfiehlt sich als vielleicht wichtigster neuer Sportwagen der Messe der überarbeite Porsche 911, der als Carrera und Carrera S nicht mehr mit Saugmotoren aufläuft. Wenn man Wert auf frische Luft legt, muss man sich zwischen dem neuen Cabrio der Mercedes S-Klasse und dem offenen Rolls-Royce Ghost entscheiden, der im Frühjahr als Dawn das Modellprogramm ergänzen soll.

Geländewagen

 

Reichlich Bewegung gibt es auch auf der Buckelpiste. Mit dem VW Tiguan geht in Frankfurt nach Informationen aus Unternehmenskreisen Deutschlands meistverkaufter Geländewagen in die nächste Runde. Dazu kommen in einer ähnlichen Preisklasse der nächste Kia Sportage und zwei Klassen darüber der F-Pace als erstes SUV von Jaguar. Das buchstäblich dickste Ding der Messe ist aber aller Voraussicht nach der Bentley Bentayga, mit dem die britische VW-Tochter ein neues Segment eröffnet. Nach den Worten von Firmenchef Wolfgang Dürheimer soll er das "schnellste, luxuriöseste, exklusivste SUV" der Welt werden. Bei einem Preis von voraussichtlich mehr als 200 000 Euro wird der Allradler zumindest eines der teuersten.

Trotzdem könnte ihm in Frankfurt ein kleineres SUV die Schau stehlen. Denn nach der großem Ankündigung im März in Genf will sich in Frankfurt eine alte Traditionsmarke mit einem neuen Geländewagen zurückmelden: "Über ein halbes Jahrhundert nach dem Ende der Produktion ist Borgward wieder da", stellt Gründerenkel Christian Borgward in Aussicht.

Alternative Antriebe

 

Zwar geben die deutschen Hersteller beim Heimspiel traditionell den Ton an, und die Importeure tun sich schwer damit, ihnen die Schau zu stehlen. Doch bei den alternativen Antrieben und den Sparkonzepten könnte es anders kommen. Zwar orakelt das Management von Audi halböffentlich über die intern "Tesla-Fighter" genannte Studie eines Elektroautos, bei Mercedes munkelt man von einem neuen Technologieträger, und überall stehen Plug-In-Hybride. Doch die womöglich wichtigste Öko-Neuheit wird bei Toyota zu finden sein: "Wir zeigen zum ersten Mal den nächsten Prius", kündigt ein Firmensprecher an.

Ob es doch noch einen Überraschungsstar geben wird? Oder ob eine besonders visionäre Studie allen Serienmodellen die Schau stiehlt? So ganz tief wollen sich die Aussteller noch nicht in die Karten schauen lassen: "Ein bisschen Spannung", so sagt es ein hoher Mercedes-Manager, "wollen wir ja noch erhalten."

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