Porsche Taycan als Einstiegsmodell: Die bessere Alternative zum 911er?

20.000 Exemplare hat Porsche vom neuen Elektro-Sportler Taycan allein im ersten Jahr verkauft. Und jetzt kommt erst das Einstiegsmodell auf den Markt.
| Rudolf Bögel/mid
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Stromer mit Spaßfaktor: Das neue Taycan-Einstiegsmodell ist mehr als 20.000 Euro günstiger als der klassische 911er.
Porsche 6 Stromer mit Spaßfaktor: Das neue Taycan-Einstiegsmodell ist mehr als 20.000 Euro günstiger als der klassische 911er.
Nicht nur im Fond hat der Taycan Platz, sondern auch im Kofferraum. 407 Liter - das ist für einen Sportwagen ordentlich.
Porsche 6 Nicht nur im Fond hat der Taycan Platz, sondern auch im Kofferraum. 407 Liter - das ist für einen Sportwagen ordentlich.
Charakteristisch ist die Lichtsignatur des Porsche Taycan mit seinen vier breiten LEDs
Porsche 6 Charakteristisch ist die Lichtsignatur des Porsche Taycan mit seinen vier breiten LEDs
Vielleicht nicht ganz so schön, aber genauso gut wie ein 911er: So lautet das Urteil von mid-Autor Rudolf Bögel zum Taycan.
Porsche 6 Vielleicht nicht ganz so schön, aber genauso gut wie ein 911er: So lautet das Urteil von mid-Autor Rudolf Bögel zum Taycan.
Aufgeräumt und reduziert präsentiert sich das Cockpit. Hier unterscheidet sich das Einstiegsmodell nicht von seinen Brüdern.
Porsche 6 Aufgeräumt und reduziert präsentiert sich das Cockpit. Hier unterscheidet sich das Einstiegsmodell nicht von seinen Brüdern.
Über das zentrale Display lassen sich die unterschiedlichen Fahrmodi einstellen. Bei Sport Plus gibt es einen knackigen Sound obendrauf.
Porsche 6 Über das zentrale Display lassen sich die unterschiedlichen Fahrmodi einstellen. Bei Sport Plus gibt es einen knackigen Sound obendrauf.

Zuffenhausen – Der Basis-Taycan ist rund 20.000 Euro günstiger als ein konventioneller 911er und ebenfalls mit einem waschechten Heckantrieb ausgestattet. Der Motor-Informations-Dienst (mid) konnte den Sport-Stromer schon testen.

Porsche macht nicht alles anders - aber dann doch ziemlich viel. Da ist zum Beispiel die Sache mit dem Zündschloss. Das findet sich immer noch links vom Lenkrad, egal, ob beim neuen 911er oder bei der Elektro-Modellreihe Taycan.

Aufgeräumt und reduziert präsentiert sich das Cockpit. Hier unterscheidet sich das Einstiegsmodell nicht von seinen Brüdern.
Aufgeräumt und reduziert präsentiert sich das Cockpit. Hier unterscheidet sich das Einstiegsmodell nicht von seinen Brüdern. © Porsche

Apropos: Da ist nicht nur der Startknopf links, da läuft auch die Modellpolitik ganz anders als bei anderen Herstellern. Hier kommt nicht etwa das Einstiegsmodell zuerst auf den Markt - und dann folgen sukzessive die stärkeren Varianten. Beim Taycan brachte man erst den Turbo S mit bis zu 761 PS (0 auf Tempo 100 in 2,8 Sekunden), dann den Turbo mit 680 PS und den 4 S mit 571 PS. Und jetzt erst, fast ein Jahr nach dem Launch der erfolgreichen Elektro-Reihe, folgt das Einstiegsmodell. Das ist Downsizing a la Porsche.

Porsche Taycan: Der große Unterschied beim Antrieb

Das Besondere am "kleinsten" Taycan ist nicht nur der Preis, der um rund 100.000 Euro unter dem teuersten, also dem Turbo S, und damit bei 83.520 Euro startet, sondern der Antrieb. Der "normale" Taycan wird nicht wie seine Brüder auf allen vier Rädern, sondern von einer E-Maschine nur auf der Hinterachse gepowert. Ganz klassisch wie ein echter Sportwagen. Da kommt auch der Schub von hinten und lässt das Heck, soweit es die bordeigenen Stabilitätssysteme zulassen, schön dynamisch um die Kurven fliegen. Fast so wie bei einem echten 911er. Den mit dem Benzinmotor an Bord.

Und so ist auch der erste Fahreindruck. Der Einstiegs-Taycan ist zwar ein reinrassiger Elektrowagen, beim Feeling kommt er jedoch dem klassischen Verbrenner am nächsten. Natürlich nicht beim Drehmoment. Das ist viel mächtiger und muss sich im Gegensatz zum Benziner nicht erst mühselig aufbauen, sondern ist sofort präsent.

Vielleicht nicht ganz so schön, aber genauso gut wie ein 911er: So lautet das Urteil von mid-Autor Rudolf Bögel zum Taycan.
Vielleicht nicht ganz so schön, aber genauso gut wie ein 911er: So lautet das Urteil von mid-Autor Rudolf Bögel zum Taycan. © Porsche

Der Taycan schiebt mit 357 Newtonmeter (Nm) von hinten an - bei nassem oder gar schneebedecktem Asphalt wird einem da zunächst himmelangst. Völlig zu Unrecht. Denn Fahrwerk und die vom Computer gesteuerten Hilfssysteme haben die Lage jederzeit im Griff. Sie lassen gerade so viel Drift zu wie nötig, um richtig Spaß zu haben. Und so wenig wie möglich, um nicht nach der nächsten Kurve einen Abflug in die verschneite schwäbische Hügellandschaft zwischen Stuttgart und dem Porsche-Entwicklungszentrum in Weissach zu machen.

Das neue Einstiegsmodell des Taycan ist mit zwei verschiedenen Akkus erhältlich. Mit der Performance-Batterie leistet er in der Spitze bis zu 300 kW (408 PS), mit der Performance-Batterie Plus sogar bis zu 350 kW (476 PS). Das macht in der Beschleunigung keinen Unterschied. In jeweils 5,4 Sekunden bewältigt der Porsche den Sprint von 0 auf 100 km/h. Aber bei der Reichweite bietet der 5700 Euro teurere Akku im Schnitt 50 Kilometer mehr und damit bis zu 484 Kilometer im Idealfall.

Porsche Taycan: 30 Minuten Ladezeit für 100 Kilometer

Den gibt es auch beim Aufladen. Binnen einer halben Stunde saugt eine auf fünf Prozent gesunkene Batterie wieder 80 Prozent Leistung. Das sind 100 Kilometer Reichweite in fünf Minuten. Etwas langsamer geht es daheim. Zwar hat das Taycan-Einstiegsmodell einen 22-kW-Lader an Bord, bei Wechselstrom dauert es zu Hause jedoch über zwölf Stunden, bis der Porsche wieder voll ist. Das gilt freilich nur bei der Nutzung einer Wallbox. An einer herkömmlichen Steckdose muss man bei einem komplett leeren Akku mit 34 Stunden rechnen.

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Optisch unterscheidet sich das Taycan-Einstiegsmodell kaum von der teureren Verwandtschaft, abgesehen von den neuen Aero-Felgen und der einen oder anderen Sonderlackierung. Das Design ist puristisch und reduziert, das Interieur - auf Wunsch auch komplett lederfrei - strahlt aufgeräumten Industrial-Charme aus. Im Gegensatz zu einem reinrassigen 911er bietet der Taycan wirklich Platz für vier Personen und auch das Kofferraum-Angebot von mehr als 500 Litern (vorne 84, hinten 407) ist alltagstauglich.

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