Picanto: Zwerg mit Tigernase

Kia hat den kleinen Picanto überarbeitet. Das hat dem kleinen Koreaner erkennbar gut getan. Die AZ hat sich den Neuling einmal vorgenommen.
| Rudolf Huber
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Zweckmäßig und gut verarbeitet: Das Interieur des Kia Picanto, hier die Top-Version „Spirit“.
Kia 2 Zweckmäßig und gut verarbeitet: Das Interieur des Kia Picanto, hier die Top-Version „Spirit“.
Kräftigerer Abgang: Die weit nach außen gerückten Heckleuchten sorgen für einen stabileren Auftritt.
Kia 2 Kräftigerer Abgang: Die weit nach außen gerückten Heckleuchten sorgen für einen stabileren Auftritt.

Nach vier Jahren war beim kleinsten Spross der koreanischen Autobauer die Zeit reif für ein Facelift. Optik, Technik und Ausstattung wurden aufgefrischt modernisiert. Mit Erfolg. Der Picanto, der gerade erst verjüngt zu den Händlern gerollt ist, hat durch das Maßnahmen-Bündel eindeutig gewonnen.

Die Designer konzentrierten sich vor allem auf Front- und Heckpartie: Den Anfang macht die Kia-typische „Tigernase“, im Abgang sorgen die weit nach außen gerückten Rücklichter für ein präsenteres, selbstbewussteres Auftreten. Neue Einfassungen für die Instrumente und überarbeitete Türverkleidungen bringen auch das Interieur besser zur Geltung.

Dass bei den Auto-Zwergen ganz penibel kalkuliert wird, sieht und spürt durchaus. Hochwertig, wie es bei Kia heißt, sind die Innenraum-Materialien nicht wirklich. Aber pflegeleicht und zweckmäßig.

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Das klingt jetzt vielleicht etwas negativer, als es gemeint ist: Insgesamt ist das Ambiente durchaus in Ordnung. Und gegen Aufpreis sind sogar ein beheizbares Lenkrad und Live-Bilder von der Rückfahrkamera auf den Sieben-Zoll-Bildschirm der Navigation zu haben.

Wie gehabt gibt es den Picanto als Drei- und Fünftürer, für die zwei zusätzlichen Fond-Zugänge stellt Kia 450 Euro in Rechnung. Sparsam nicht nur im Preis, sondern auch bei der Ausstattung ist die nur dreitürig angebotene Basisversion Attract ausgefallen. Sie kostet ab 9550 Euro und ist auch gegen Geld und gute Worte nicht mit einer Klimaanlage zu haben. In der nächsten Stufe namens Edition 7 kostet das Paket aus Klima, Radio und Zentralverriegelung mit Fernbedienung 990 Euro, bei einem Basispreis von 9990 Euro (3-Türer).

66 PS leistet der unaufgeregt agierende Dreizylinder-Einstiegsbenziner. Er bringt den kleinen Koreaner schon ordentlich in Schwung und macht wegen seines willigen Hochdrehens, seiner akzeptablen Lebensäußerungen, des passend abgestimmten Fünfganggetriebes und des 4,5 Liter-Normverbrauchs Freude.

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Erwachsener und deutlich kräftiger geht der 1,2 Liter-Vierzylinder mit munteren 85 PS zu Werke. Er beschleunigt das Wägelchen auf immerhin 175 km/h. Zudem im Angebot: Die Autogasversion des Einlitermotors (ab 11 190 Euro). Das entspricht einem Aufpreis von 1200 Euro, der sich laut Kia durch den niedrigen Gaspreis nach rund 60 000 Kilometern amortisiert. Der 200 Liter-Kofferraum wird durch den Gastank auf nur 151 Liter reduziert.

Das Fahren mit dem Picanto ist erfreulich einfach. Gut dimensionierte Vordersitze, anständiges Platzangebot für vier Erwachsene mit Normalstatur, reichlich Ablagen, simpel zu bedienende Schalter und Knöpfe, gut ablesbare Anzeigen: Da gibt es nichts zu kritteln. Weil die Lenkung sehr präzise und beim Rangieren sehr leichtgängig arbeitet und wegen des Wendekreises von nur 9,6 Metern ist der Picanto eine gute Besetzung als flinker Stadtflitzer. Das Fahrwerk vermittelt die nötige Stabilität auch in schnellen Kurven, das serienmäßige ESC bremst zu übermütigen Vorwärtsdrang zuverlässig ein.

Sechs Airbags, vordere Gurtstraffer, ein Reifendruckkontrollsystem oder ein Bremsassistent stehen serienmäßig parat.

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