Nissan Micra - endlich erwachsen

Der Nissan Micra hat schon eine ganze Reihe von Metamorphosen hinter sich. Jetzt ist er offenbar angekommen, rundum sympathisch und ein echter Europäer.
| mid/Rudolf Huber
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Das ansteigende Heck vermittelt einen Hauch von Van-Design.
Nissan 5 Das ansteigende Heck vermittelt einen Hauch von Van-Design.
Durch die schwarzen B- und C-Säulen will Nissan ein "schwebendes Dach" suggerieren.
Nissan 5 Durch die schwarzen B- und C-Säulen will Nissan ein "schwebendes Dach" suggerieren.
Den Trick mit dem versteckten Türgriff kennt man bereits von anderen Autos.
Nissan 5 Den Trick mit dem versteckten Türgriff kennt man bereits von anderen Autos.
Hier geht es etwas extrovertiert zu. Es gibt auch noch weitere Innenraumvarianten für cooles oder elegantes Flair.
Nissan 5 Hier geht es etwas extrovertiert zu. Es gibt auch noch weitere Innenraumvarianten für cooles oder elegantes Flair.
Mit 300 Liter Volumen vergleichsweise groß, aber mit recht hoher Ladekante: der Micra-Kofferraum.
Nissan 5 Mit 300 Liter Volumen vergleichsweise groß, aber mit recht hoher Ladekante: der Micra-Kofferraum.

München - Vom kantigen Kleinwagen über den rundgelutschten Damen-Liebling bis zum gesichtslosen (Aller-)Weltauto reicht die optische Palette der bisherigen vier Micra-Auftritte. Mit der gerade bei den Händlern gestarteten fünften Generation soll ein Neuanfang verbunden sein. Der Micra hat im Nissan-Deutsch eine Micramorphose absolviert und präsentiert sich erwachsen, konturiert und als typischer Markenvertreter im Kleinformat.


Das ansteigende Heck vermittelt einen Hauch von Van-Design. Foto: Nissan

Wobei klein die Sache eigentlich gar nicht mehr so genau trifft. Denn Platz für vier Passagiere, wenn's sein muss auch fünf, plus 300 Liter Kofferraumvolumen bietet der Fünftürer auf sehr entspannte Weise, er reicht mit seiner Länge von 4,0 Meter schon ein bisschen in die nächste Klasse. Schließlich muss er ja auch den etwas größeren Nissan-Van Note ersetzen. Die Front mit Nissan-Kühler und Bumerang-förmigen Tagfahrlichtern, die kräftig modellierten, nach hinten ansteigenden Seiten und das hoch angesetzte Heck erinnern dann auch tatsächlich ein bisschen an einen Van. Zehn Lackfarben, eine davon aufpreisfrei, drei Innenraumpakete - die je nach Geschmack und Bedürfnis ein cooles, elegantes oder extrovertiertes Flair vermitteln sollen - sowie drei Außendesignpakete in vier Farben befördern die Individualisierung.

Nissan-Kühler und Bumerang-förmige Tagfahrlichter

Positive Gefühle soll der Innenraum auch mit seinen klaren Linien und der leicht erhöhten Sitzposition vermitteln. Besonders angenehm wird der Aufenthalt ab der dritten Ausstattungsstufe "Actenta" wegen des 7-Zoll-Tourchscreens fürs Infotainment und dem 5-Zoll-Display hinter dem Lenkrad. Die Materialien wirken hochwertig, hier hat sich Nissan auch bei der Verarbeitung erkennbar Mühe gegeben. Und wer die höchste Stufe namens "Tecna" wählt, kann sich auch noch von einem wirklich beeindruckenden Klangerlebnis durch das Bose Personal Sound-System mit Lautsprechern in der Fahrer-Kopfstütze erfreuen.


Den Trick mit dem versteckten Türgriff kennt man bereits von anderen Autos. Foto: Nissan

Zum Marktstart stehen ein 0,9-Liter-Turbo-Benziner mit drei Zylindern und ein 1,5-Liter-Diesel mit vier Zylindern zur Wahl, die beide 66 kW/90 PS leisten. Schon im Mai folgt als Einstiegsmotorisierung ein 1,0-Liter-Saugbenziner mit 54 kW/73 PS. Der Diesel gibt mit einem Normverbrauch von 3,2 Liter den Spritsparer, am Motorenmix in Deutschland soll aber der Turbo-Dreizylinder mit einem Anteil von 70 Prozent die größte Bedeutung haben. Er läuft angenehm leise und geht recht dynamisch zur Sache (Spitze: 175 km/h, 0 bis 100 km/h: 12,1 Sekunden). Beim ersten Ausprobieren gab er sich mit gut fünf Liter Sprit je 100 Kilometer zufrieden - der Normverbrauch liegt bei 4,4 Liter.

Nissan meldet stolz eine ganze Phalanx von Assistenzsystemen, allerdings ist nur der Notbremsassistent serienmäßig verbaut, 360-Grad-Rundum-Kamerablick, Spurhalte-, Fernlicht- und Totwinkel-Assistent plus die Verkehrszeichenerkennung gibt es im Set im Tecna - oder einzeln in den anderen Ausstattungsstufen.

Der neue Micra - solide und souverän

Der neue Micra fährt sich sehr angenehm. Das Fahrwerk ist solide und wirkt souverän, die Lenkung gibt eine gute Rückmeldung, die Federung ist komfortabel mit einem kleinen Schuss Straffheit. Dank intensiver Kleinarbeit haben die Japaner für eine niedrige Geräuschkulisse im Innenraum gesorgt. Das passt gut zum Charakter des neuen Kleinen. Alles also eitel Sonnenschein um Micra Nummer Fünf? Nicht ganz. Denn bei der Funktionalitäts-Note gibt es einen Punktabzug: Der Kofferraum ist mit bis zu 1.004 Liter zwar ordentlich groß, aber die Ladekante liegt hoch, und das Gepäck muss über eine Stufe gewuchtet werden. Dazu entsteht nach dem Umklappen der Rücksitzlehnen keine ebene Fläche, sondern eine deutliche Stufe, und die Ladefläche steigt kräftig an.


Hier geht es etwas extrovertiert zu. Es gibt auch noch weitere Innenraumvarianten für cooles oder elegantes Flair. Foto: Nissan

Der Einstiegspreis des neuen Micra liegt mit 12.990 Euro für den Einliter-Benziner in der Version "Visia" rund 1.000 Euro über dem des noch bis in den Herbst parallel angebotenen Vorgängers. Der 0,9-Liter-Micra ist ab der zweiten Stufe "Visia plus" ab 15.790 Euro zu haben, Klimaanlage und Radio inklusive. Der Diesel kostet mindestens 16.190 Euro, er markiert mit 21.990 Euro in der Tecna-Spitzenversion auch die Spitze der Preisliste. Und das mit dem Europäer müssen wir auch noch aufklären: Gebaut wird der Micra in einem Renault-Werk in der Nähe von Paris.

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