Kraft aus Strom und Diesel

Einen Diesel- und einen Elektromotor zusammen spannen – diese Idee setzte Volvo im Pkw-Bereich als erster Autohersteller in die Praxis um.
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Der Volvo V60 D6 Twin Engine ist ein ganz normaler Kombi der unteren Mittelklasse - und mit einen Diesel- und einen Elektromotor ein zukunftsweisendes Plug-in-Hybrid-Fahrzeug.
Rudolf Huber 4 Der Volvo V60 D6 Twin Engine ist ein ganz normaler Kombi der unteren Mittelklasse - und mit einen Diesel- und einen Elektromotor ein zukunftsweisendes Plug-in-Hybrid-Fahrzeug.
Der Volvo V60 D6 Twin Engine ist ein ganz normaler Kombi der unteren Mittelklasse - und mit einen Diesel- und einen Elektromotor ein zukunftsweisendes Plug-in-Hybrid-Fahrzeug.
Rudolf Huber 4 Der Volvo V60 D6 Twin Engine ist ein ganz normaler Kombi der unteren Mittelklasse - und mit einen Diesel- und einen Elektromotor ein zukunftsweisendes Plug-in-Hybrid-Fahrzeug.
Der Volvo V60 D6 Twin Engine ist ein ganz normaler Kombi der unteren Mittelklasse - und mit einen Diesel- und einen Elektromotor ein zukunftsweisendes Plug-in-Hybrid-Fahrzeug. Der Kofferraum ist wegen der Akkus im Heck sehr klein ausgefallen.
Rudolf Huber 4 Der Volvo V60 D6 Twin Engine ist ein ganz normaler Kombi der unteren Mittelklasse - und mit einen Diesel- und einen Elektromotor ein zukunftsweisendes Plug-in-Hybrid-Fahrzeug. Der Kofferraum ist wegen der Akkus im Heck sehr klein ausgefallen.
Über die Steckdose am linken Kotflügel des Volvo V60 D6 wird Strom nachgetankt.
Rudolf Huber 4 Über die Steckdose am linken Kotflügel des Volvo V60 D6 wird Strom nachgetankt.

Einen Diesel- und einen Elektromotor zusammen spannen – diese Idee setzte Volvo im Pkw-Bereich als erster Autohersteller in die Praxis um.

 

München - Herausgekommen ist bei der ungewöhnlichen Kombination ein ganz spezieller Kombi in der unteren Mittelklasse, der im AZ-Test einen sehr sympathischen Eindruck hinterließ. V60 D6Twin Engine heißt der Schwede mit den zwei Antrieben, die für ordentliche Fahrleistungen oder einen sehr anständigen Verbrauch sorgen. Auch der V60 ist natürlich sofort als Vertreter der aktuellen Volvo-Familie zu erkennen. Er polarisiert nicht, die Designer haben es verstanden, auf 4,64 Metern einen schicken und geschmackvollen Kombi auf die Räder zu stellen. Es dominieren klare Linien, markante Scheinwerfer, Rücklichter und ein unverkennbarer Kühlergrill.

Dafür, dass ordentlich was vorangeht, sorgt die Kombination aus 2,4-Liter-Fünfzylinder vorne und dem an der Hinterachse sitzenden Elektromotor. Volvo hat diese doch sehr unterschiedlichen Partner zu einem sehr überzeugenden Team vereint. Der Diesel bringt es auf 220 PS, der E-Motor auf 68 PS. Die Feinarbeit zwischen den Aggregaten ist technisch ziemlich aufwendig, doch davon ist im Alltagsbetrieb so gut wie gar nichts zu merken. Bei aktiviertem „Power“-Knopf legen an den beiden Achsen des V60 zusammen 288 PS los, Tempo 100 ist aus dem Stand in nur 6,0 Sekunden erreicht, erst bei 230 km/h ist Schluss. Das ist zwar durchaus vergnüglich, aber definitiv nicht Sinn der Sache. Schließlich sollen der E-Motor und der in minimal 3,5 Stunden an der Haushaltssteckdose aufladbare Akkupack im Heck ja ordentlich Sprit sparen. Also besser in den „Hybrid“-Modus geschaltet, in dem der D6 nach dem Starten automatisch elektrisch losfährt. Wird per Gaspedal mehr Leistung gefordert, schaltet sich im passenden Moment eigentlich nur akustisch wahrnehmbar, also ruckfrei, der Diesel dazu. Außerdem findet sich vor dem Wählhebel der Sechsgang-Automatik noch eine „Pure“-Taste für den reinen E-Antrieb – wenn die Batterien mit ihren 11,2 Kilowattstunden Kapazität genug Saft haben. Bis 125 km/h geht es leise und lokal emissionsfrei voran, für höheres Tempo ist dann wiederum der Dieselmotor zuständig. 50 Kilometer Elektro-Reichweite sollen laut Volvo drin sein, im AZ-Test bei recht kühlen Außentemperaturen schafften wir immerhin rund 40 Kilometer.

Man gewöhnt sich im Alltag schnell daran, dass nach dem Betätigen des Startknopfs nur die Lüftung zu hören ist, dass der Wagen sehr leise und sanft losfährt, dass sich erst bei zunehmenden Tempo auch der Diesel bemerkbar macht. Wer im Modus „Hybrid“ bleibt, rollt bei mäßigem Tempo bei entsprechender Akku-Füllung immer elektrisch dahin und kann das Sparpotenzial der teuren Technik nutzen. Ideal für den wirtschaftlichen Betrieb des D6 ist das tägliche Pendeln bis zu zwei Mal 50 Kilometer, aber nur, wenn auch an beiden Endpunkten Lademöglichkeiten zur Verfügung stehen. Dann ist bei zzurückhaltender Fahrweise auch mal der nach einer merkwürdigen Formel errechnete Normverbrauchswert von 1,8 Liter pro 100 Kilometer zu schaffen. Im Alltag waren Werte um die 3,5 bis 4,5 Liter drin. Das ist für einen rund zwei Tonnen schweren Kombi der unteren Mittelklasse absolut okay. Wer es auf der Autobahn zwischendurch mal etwas flotter angeht, muss mit Durchschnittswerten von sieben bis acht Litern kalkulieren.

 

Und wie fährt es sich sonst so, der Doppelmotor-Volvo? Das Fahrwerk tendenziell straff abgestimmt, der Schwede wird damit zwar nicht zum Kurvenstar, aber er absolviert auch zügige Richtungswechsel problemlos. Die gesamte Bedienung ist von einer angenehmen Entspanntheit geprägt. Schnell hat man kapiert, wie man sich per Dreh-/Drückknopf durchs Menü bewegt. Das Platzangebot für vier Fahrgäste ist großzügig, hinten können auch drei nicht allzu große Menschen zurechtkommen. Wegen der des dicken Akkupacks im Heck ist der Kofferraum mit 305 Litern sehr klein. Und die Ladekante ist ganz schön hoch ausgefallen.

Neben sechs Airbags und dem Seitenaufprall- und dem Schleudertrauma-Schutzsystem umfasst die Serienausstattung auch das City Safety-System, das bis 50 km/h aktiv ist und Unfälle verhindern oder zumindest deren Folgen abschwächen soll. Mehr Sicherheit etwa mit dem Notbremsassistenten mit Radfahrer- und Fußgängererkennung, Stauassistent und Distanzwarner gibt es gegen Aufpreis, dazu auch noch feine Sachen wie das automatische Fernlicht, den Müdigkeitswarner, die Verkehrszeichenerkennung und vieles mehr. Neben Möglichkeit der Einbindung von Smartphone oder iPhone lässt sich der Wagen über das Hybrid-Technologiepaket per Fahrzeugschlüssel kühlen oder erwärmen. Aber wie gesagt: Das alles kostet extra. Dabei ist schon der Einstiegspreis von 56.600 Euro kein Sonderangebot, in der getesteten Version Summum kostet der D6 mindestens 59.030 Euro. Und beim Testwagen kamen angesichts von reichlich Extras letztlich 74.450 Euro zusammen. Viel Geld - aber dafür fährt man dann auch einen Diesel-Plug-in-Hybrid, der sparen und Spaß machen kann.

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