Kleiner Italiener ganz groß: So fährt sich der Elektro-Fiat 500

Verbrenner adé: Der kleinste Fiat ist jetzt als Elektromobil zu haben – sogar mit 3+1 Türen. Ein erster Fahrbericht.
| Rudolf Bögel/mid
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Wendig, schnell und klein: Der elektrifizierte Fiat 500 ist das ideale Auto für die moderne Großstadt.
FCA 5 Wendig, schnell und klein: Der elektrifizierte Fiat 500 ist das ideale Auto für die moderne Großstadt.
Die Rücklichter des neuen Fiat 500 erinnern an ein großes E - E wie Elektromobilität.
FCA 5 Die Rücklichter des neuen Fiat 500 erinnern an ein großes E - E wie Elektromobilität.
Im Sondermodell La Prima zum Marktstart sind schon fast alle Extras eingebaut.
FCA 5 Im Sondermodell La Prima zum Marktstart sind schon fast alle Extras eingebaut.
Den neuen Fiat 500 gibt es auch als Cabriolet. Für die Stoffdach-Variante sind 3000 Euro mehr fällig.
FCA 5 Den neuen Fiat 500 gibt es auch als Cabriolet. Für die Stoffdach-Variante sind 3000 Euro mehr fällig.
Das 3+1-Modell hat auf der Beifahrerseite eine zweite Tür, die sich nach hinten öffnet.
FCA 5 Das 3+1-Modell hat auf der Beifahrerseite eine zweite Tür, die sich nach hinten öffnet.

Frankfurt - Der neue Fiat 500 stellt auf Elektro-Antrieb um. Und schafft aus dem Stand Reichweiten von über 300 Kilometern. Und weil es bei den Italienern presto, also schnell, gehen muss, sind auch die Ladezeiten gering. Einen Espresso trinken und 50 Kilometer Reichweite tanken - das soll mit dem neuen 500er möglich sein.

Klein - aber oho. Das fängt beim neuen Fiat 500 schon beim Wendekreis an. In 9,7 Metern hat sich der Cinquecento um die eigene Achse gedreht. Damit ist er das ideale Auto für die moderne Großstadt: schnell, wendig und ziemlich komfortabel.

Elektro-Fiat 500: In drei Sekunden auf Tempo 50

Das Fahrwerk mutet dabei einen Tick zu schwammig an. Auf schlechten Straßen fühlt man sich wie auf hoher See mit starkem Wellengang. Munter und direkt zieht die E-Maschine ab. In nur drei Sekunden erreicht sie Tempo 50 – und macht ihren Fahrer damit zum Ampelkönig.

Den forschen Druck aufs Gaspedal muss man im Gegensatz zum Verbrenner kaum beim Verbrauch büßen. Denn beim häufigen Bremsen in der Stadt holt sich der 500er die Energie wieder zurück. So richtig spürt man das beim "One-Pedal-Driving". In der höchsten Rekuperationsstufe verzögert der Motor so stark, dass man fast ohne Bremsen auskommt. Das erfordert ein wenig Übung und Erfahrung. Beherrscht man diese Technik, stößt man in ganz neue Fahrspaß-Dimensionen vor, die bislang den Besitzern von Aufsitz-Rasenmähern vorbehalten waren.

Reichweite über 400 Kilometer

Der Unterschied Stadt - Land schlägt sich deutlich in der Reichweite nieder. Liegt sie beim kombinierten Betrieb bei knapp über 300 Kilometern, so darf man innerorts rund ein Drittel aufschlagen – dann soll der Kleinwagen sogar über 400 Kilometer weit kommen.

Die Rücklichter des neuen Fiat 500 erinnern an ein großes E - E wie Elektromobilität.
Die Rücklichter des neuen Fiat 500 erinnern an ein großes E - E wie Elektromobilität. © FCA

Damit dürften die meisten Cinquecento-Nutzer bis zu eine Woche Autofahren ohne Aufladen schaffen. Apropos: Den nötigen Strom kann man per Haushaltssteckdose tanken, das dauert allerdings. Von 0 auf 100 Prozent knapp über 15 Stunden.

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An einer Wallbox geht es schneller. Mit bis zu elf kW ist die Batterie in etwas mehr als vier Stunden wieder voll. Bei Gleichstrom mit maximal 85 kW, sind es 35 Minuten, bis der Akku wieder 80 Prozent Leistung hat.

Fiat Cinquecento modisch weiterentwickelt

Mit dem Begriff stylisch sind die Marketing-Abteilungen der Autohersteller meistens schnell zur Hand – beim neuen (wie schon beim alten) Cinquecento trifft das aber zu. Mit kleinen, zum Teil feinsinnigen Änderungen wurde das Auto modisch weiterentwickelt. So wurden die Frontscheinwerfer geteilt, der obere Lichtbogen sitzt wie eine Augenbraue keck auf der Motorhaube. Der 500er-Schriftzug prangt ziemlich dominant mitten im Kühlergrill und die hinteren Heckleuchten formen dezent ein "E" für Elektromobilität.

Im Inneren wirkt der neue Fiat viel aufgeräumter. Allein schon, weil er mehr Platz bietet als sein Verbrenner-Kollege. Der Zwerg aus Turin hat in Länge und Breite rund sechs Zentimeter zugelegt, in der Höhe um drei und beim Radstand um etwas mehr als zwei Zentimeter.

Den neuen Fiat 500 gibt es auch als Cabriolet. Für die Stoffdach-Variante sind 3000 Euro mehr fällig.
Den neuen Fiat 500 gibt es auch als Cabriolet. Für die Stoffdach-Variante sind 3000 Euro mehr fällig. © FCA

Außerdem gibt es ja die für Verbrenner typischen Platzdiebe wie den Kardantunnel nicht mehr. Das großzügigere Raumangebot wird für mehr Ablageflächen und zusätzlichen Stauraum genützt. Für Schirm, Flasche und Handy. Letzteres liegt im mit einer Induktivlademöglichkeit ausgestatteten Mittelfach.

Viele Extras im Fiat 500

Das Smartphone wird mit der neuesten Generation des Bordsystems "UConnect" verknüpft. Apple CarPlay und Android Auto funktionieren problemlos. Mit einer App lässt sich der Elektro-Fiat auch von der Ferne überwachen und steuern. Zum Beispiel kann man den Ladezustand überprüfen oder die Heizung einschalten. An der Ladesäule wird ebenfalls mit dem Handy bezahlt. Hightech auch bei den Assistenten. Als erstes Auto in diesem Segment ist autonomes Fahren auf Level 2 möglich: Der Cinquecento bleibt selbstständig in der Spur, hält Abstand zum Vordermann und fährt automatisch, so lange man die Hände am Lenkrad hat.

Das 3+1-Modell hat auf der Beifahrerseite eine zweite Tür, die sich nach hinten öffnet.
Das 3+1-Modell hat auf der Beifahrerseite eine zweite Tür, die sich nach hinten öffnet. © FCA

Vom neuen Cinquecento gibt es vier Versionen mit zwei Antriebsarten. Den Mild-Hybrid-Verbrenner für Traditionalisten oder Menschen, die bei der Reichweite auf Nummer sicher gehen wollen. Und das brandneue Elektroauto mit wahlweise 95 oder 118 PS. Bei den Karosserievarianten kann der Kunde zwischen drei Optionen wählen: Limousine, Cabriolet, 3+1-Modell.

Preise: So viel kostet der neue Fiat 500

Hinter der Zahlenkombination verbirgt sich eine gewitzte Idee. Auf der Beifahrerseite gibt es nämlich noch eine Zusatztür, die nach hinten öffnet. Allerdings ist sie nur halb so breit wie eine normale Tür, dafür gibt es keine störende Trennsäule. Damit lässt sich die hintere Sitzreihe leichter bestücken. Zur Montage eines Kindersitzes etwa, oder zum Verstauen der Wochenendeinkäufe. Dieses praktische Extra kostet extra: 2.000 Euro mehr als die Limousine.

Im Sondermodell La Prima zum Marktstart sind schon fast alle Extras eingebaut.
Im Sondermodell La Prima zum Marktstart sind schon fast alle Extras eingebaut. © FCA

Apropos Preise: Noch mal 1.000 Euro mehr – dafür bekommt man seinen Cinquecento als Cabrio (allerdings nicht als 3+1). Los geht es bei 23.560 Euro für das kleinste Modell Action, das neben weniger Leistung auch eine kleinere Batterie (Reichweite bis zu 180 Kilometer) hat. Wenn man die 9.000 Euro Umweltprämie abzieht, landet man preislich ziemlich in der Nähe des nun eingestellten Benziners. Mit fast allem kommt das Sondermodell "La Prima" daher - da werden dann 34.900 Euro fällig (Cabrio 37.900 Euro).

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