Kleiner Corsa ganz groß

Die AZ hat den vor Kurzem erneuerten Opel-Bestseller getestet - und dabei einen feinen Dieselmotor, niedrigen Verbrauch und eine Menge Fahrspaß entdeckt.
| Rudolf Huber
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Die Kofferraum-Klappe des aktuellen Corsa und damit auch die Ladeöffnung ist relativ klein ausgefallen.
Rudolf Huber Die Kofferraum-Klappe des aktuellen Corsa und damit auch die Ladeöffnung ist relativ klein ausgefallen.

München - Die Ansprüche steigen auch in der Kleinwagen-Klasse. Nur mit ausgereiften, technisch hochwertigen Modellen lassen sich Verkaufserfolge erzielen. Daran hat sich Opel beim aktuellen Corsa orientiert: Der gar nicht mehr so kleine Rüsselsheimer ist ein ausgewachsenes, alltagstaugliches Fahrzeug für Singles, Paare oder Kleinfamilien. Vor allem, wenn wie beim Testwagen der 1,3 Liter-Diesel mit 95 PS eingebaut ist.

Das CDTI-Aggregat bietet nämlich eine sehr sympathische Mischung aus Dynamik, Sparsamkeit und guten Manieren. Ein Indiz fürs flotte Naturell sind schon diese Zahlen: Das maximale Drehmoment von 190 Nm steht schon ab 1500 Umdrehungen parat. Das bedeutet: Der Diesel-Corsa zieht ab knapp über Standgas kräftig durch und lässt auch sehr niedertouriges und spritsparendes Dahinrollen zu. Das Fünfganggetriebe ist sehr gut auf die Motorencharakteristik abgestimmt. Wer unbedingt will, kann den 1,2-Tonner in 11,9 Sekunden auf 100 km/h und bis auf 182 Sachen bringen. Weil es so einen Spaß macht, das Auto flitzen zu lassen, wurde im Test der Normverbrauch von 3,4 Litern wie erwartet verfehlt - letztlich waren es 4,9 Liter pro 100 Kilometer, immer noch ein sehr guter Wert.

Während Opel die Karosserie des aktuellen Corsa gegenüber dem Vorgänger nur sehr behutsam auffrischte, tat sich unterm Blech einiges. Das Fahrwerk wirkt präziser, der Rüsselsheimer lässt sich anstandslos auch flink durchs Kurvengetümmel manövrieren. Vielleicht könnte eine etwas direktere Abstimmung der Lenkung das Stabilitätsgefühl beim Wedeln oder bei hohem Tempo noch einmal verbessern.

Das Interieur wirkt appetitlich und solide verarbeitet, die Materialien fühlen sich gut an. Die Bedienung des Corsa ist unkompliziert, allerdings sind die Schalter für die Klimatisierung reichlich tief unter den Sieben-Zoll-Touchscreen gerutscht. Vorne geht es auf angenehm gepolstertem und dimensioniertem Gestühl fast schon wie in der Kompaktklasse zu, im Fond des getesteten Fünftürers sitzen zwei Passagiere im Normal-Format recht komfortabel, mit einem dritten wird es dann aber doch arg eng - der Corsa ist eben immer noch ein Kleinwagen. Wenig Freude macht das Verstauen etwas größeren Transportguts, weil die Kofferraum-Öffnung ziemlich klein ausgefallen ist. Das Kofferraumvolumen von 285 bis 1120 Litern liegt im Rahmen des Klassenüblichen.

Opel hat den Corsa beim Modellwechsel beim angesagten Thema Konnektivität und Infotainment auf den aktuellen Stand gebracht. In der getesteten Version Innovation sind die Opel OnStar-Telematikdienste serienmäßig. Mit ihnen lassen sich beispielsweise die Türen per Fernsteuerung öffnen und schließen. Der Corsa hat einen Wlan-Hotspot installiert und kommuniziert recht unkompliziert mit dem Smartphone. Serienmäßig sind neben dem kraftvollen Soundsystem zum Beispiel auch Bi-Xenonscheinwerfer mit Abbiegelicht. Auffällig: Auch in dieser feinen Version müssen die Hinterbänkler ihre Fenster per Kurbel öffnen und schließen.

Der Corsa macht also rundum einen erwachsenen und modernen Eindruck, dank des kultivierten und sparsamen Motors und des komfortablen und trotzdem sportlichen Fahrwerks vermittelt er reichlich Fahrspaß. Die Preisliste startet bei 11 980 Euro, das getestete Modell ist ab 19 645 Euro zu haben.

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