Kia Niro: Das koreanische Doppelherz

Spritsparen ohne Verzicht auf Fahrspaß und viel Platz - der Kia Niro zeigt, wie das geht. Er kombiniert Benziner und E-Motor zu einem interessanten Gesamtpaket.
| Rudolf Huber
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Reichlich Platz: Der Kia Noro ist geräumig - und dazu auch noch schick geformt - Kia bezeichnet ihn als "Hybrid in stylish und schön".
Rudolf Huber 3 Reichlich Platz: Der Kia Noro ist geräumig - und dazu auch noch schick geformt - Kia bezeichnet ihn als "Hybrid in stylish und schön".
Der Kofferraum bietet ein Volumen von 427 bis 1425 Litern und ist gut nutzbar.
Rudolf Huber 3 Der Kofferraum bietet ein Volumen von 427 bis 1425 Litern und ist gut nutzbar.
Kommandozentrale: Die Bedienung des Kia Niro ist nach einer kurzen Orientierung über die Schalter und Hebel problemlos.
Rudolf Huber 3 Kommandozentrale: Die Bedienung des Kia Niro ist nach einer kurzen Orientierung über die Schalter und Hebel problemlos.

Spritsparen ohne Verzicht auf Fahrspaß und viel Platz – der Kia Niro zeigt, wie das geht. Er kombiniert Benziner und E-Motor zu einem interessanten Gesamtpaket.

München – Crossover ist in, der Mix aus allen möglichen Pkw-Konzepten kommt bei der Kundschaft gut an. Das weiß auch Kia, und deshalb hat der Autobauer sein Hybrid-Angebot auch bewusst zwischen Kombi und SUV platziert. Niro heißt die spannende Mischung, die im AZ-Test zeigen musste, was sie kann.

Zunächst einmal beherrscht der Niro den gepflegten Auftritt. Dank deutscher Designleitung hat Kia dem geräumigen, 4,36 Meter langen Fahrzeug ein sehr schickes Kleid angezogen, das ihn aus der Masse hervorhebt und für einen Aha-Effekt bei den Betrachtern sorgt. So fesch kann also ein nützliches und zeitgemäßes Auto aus Korea ausschauen – von der typischen Tigernase bis zum Diffusor am Heck. Das Äußere ist ebenso wohlgeraten wie das Interieur, das jetzt nicht unbedingt mit höchster Hochwertigkeit bei der Materialauswahl prunkt, aber für eine Atmosphäre sorgt, in der man sich wohlfühlt. Hinzu kommt, dass die Bedienung des Niro trotz Vernetzungsmöglichkeiten und diverser Assistenzsysteme an Einfachheit fast nicht zu toppen ist: Reinsetzen, losfahren, alles was sonst noch nötig ist, findet sich von selbst. Und dass der Testwagen auch noch mit Sitz- und Lenkradheizung ausgestattet war, trug angesichts frostiger Temperaturen während des Tests zusätzlich zum Wohlgefühl bei.


Reichlich Platz: Der Kia Noro ist geräumig - und dazu auch noch schick geformt - Kia bezeichnet ihn als "Hybrid in stylish und schön". Foto: Rudolf Huber.

Das Raumangebot im Niro ist sehr ordentlich, vorne geradezu üppig, hinten passen drei ausgewachsene Mitteleuropäer mit normaler Statur gut rein, beachtlich ist die große Beinfreiheit. Und einpacken kann der smarte Koreaner auch kräftig: Das Kofferraumvolumen reicht von 427 bis 1425 Liter und ist dank relativ niedriger Ladekante auch rückenschonend zu nutzen.

Aber jetzt zum Kern des Ganzen, zum Hybridantrieb. Der gibt sich im Alltag so wie der Rest des Autos auch: einfach zu nutzen – und überzeugend. Beim Niro wirken ein 1,6 Liter-Benziner mit 105 PS und ein 43,5 PS starker Elektromotor so zusammen, dass daraus eine maximale Systemleistung von 141 PS und ein maximales Drehmoment von 265 Nm resultieren. Das ist nicht übermäßig viel, aber es reicht locker aus, um im Verkehr gut und entspannt mithalten zu können. Der E-Motor, der seine Kraft aus einer 33 Kilogramm schweren Lithium-Ionen-Polymer-Batterie bezieht, unterstützt den Niro beim Start und beim starken Beschleunigen – und sorgt so für mehr Kraft und niedrigeren Verbrauch.


Kommandozentrale: Die Bedienung des Kia Niro ist nach einer kurzen Orientierung über die Schalter und Hebel problemlos. Foto: Rudolf Huber.

Ein paar Hundert Meter kann man tatsächlich auch rein elekrtisch fahren, allerdings muss man dazu das Gaspedal wirklich sehr zart streicheln, sonst schaltet sich der Verbrenner zu. Aufgeladen wird der Zusatzakku beim Bremsen und wie jeder Softhybrid macht auch der Niro in der Stadt in Sachen Verbrauch die beste Figur – hier kann er den Vorteil der E-Unterstützung wegen des häufigen Abbremsens und wieder Anfahrens am besten ausspielen. Verbrauchswerte um die vier Liter sind im Stadtverkehr bei vorausschauender Fahrweise durchaus drin, um die fünf waren es im AZ-Test – und unterm Strich, also auch mit reichlich Überland- und Autobahnanteil, 5,8 Liter. Kein schlechter Wert, der auch dem souverän agierenden Sechsgang-Doppeklkupplungsgetriebe zu verdanken ist, das Kia serienmäßig verbaut. Welche Wohltat, dass nicht wie beim Hybrid-Marktführer Toyota Prius bei jedem Start der Motor wegen der stufenlosen Automatik heult und heult...

Am Fahrwerk und an der Lenkung des Niro gibt es nichts zu mäkeln, die Abstimmung passt gut zum Gesamtpaket. Dank bis zu sieben Airbags und – meist gegen Aufpreis – diverser Assistenzsysteme schneidet der Koreaner auch im Sicherheitskapitel gut ab. Unterm Strich ist er eine echte Entdeckung: Der erste Hybrid von Kia – und dann gleich eine wirklich überzeugende Kombination aus Effektivität, Design, Technik und Alltagstauglichkeit. 24.990 Euro muss man mindestens dafür ausgeben, die schon rundum gut ausgestattete Version Vision (u. a. mit Heizung für Po und Hände) kostet ab 27.990 Euro.

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