Jaguar F-Type R AWD Cabrio: Der Kopfverdreher

Der Jaguar E-Type ist eine Auto-Legende. Einer seiner Nachfolger, der F-Type R AWD Cabrio, hat beste Chancen, ebenfalls Kultstatus zu erreichen. Trotz der komplizierten Namensgebung.
| (wowi/spot)
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München - Diese Schleuder hat Kultpotenzial: Einer der faszinierendsten Sportwagen dieses Jahrzehnts ist der Jaguar F-Type.

Er ist nicht nur der einzig wahre und würdige Nachfolger des legendären E-Type aus den 60er- und 70er-Jahren des letzten Jahrhunderts, sondern auch ein echter Konkurrent zur Sportwagen-Ikone Porsche 911.

Den E-Type sieht man nur noch auf Oldtimer-Rallyes oder im New Yorker Museum of Modern Art (MoMA), wogegen der F-Type den Passanten auf den Boulevards die Köpfe verdreht.

Mehr zum Jaguar F-Type R AWD Cabrio sehen Sie hier auf MyVideo

Heckansicht für Männerträume: Vier Endrohre und ein Diffusor Foto:Jaguar

 

Beim Jaguar-Händler stehen mittlerweile 14 verschiedene Varianten hinter den Schaufensterscheiben. Sieben Antriebs- und Getriebekombinationen gibt es als Coupé, sieben als Cabriolet. Wir entscheiden uns für das absolute Spitzenmodell, den mit der meisten Power von 550 PS, ohne Dach, mit Allradantrieb und ziemlich kostspielig. Das Jaguar F-Type AWD Cabrio ist ab 120.200 Euro zu haben.

Auf Sportlichkeit getrimmt: Interieur des F-Type Cabrio Foto:Jaguar

 

Schon das Hinterteil der fast viereinhalb Meter langen Raubkatze macht Männer glücklich: Vier runde und verchromte Auspuffendrohre und mittendrin ein angedeuteter Rennwagen-Diffusor. Dynamischer und emotionaler geht es kaum. Da dieses Oben-ohne-Vergnügen seine Höchstgeschwindigkeit erst bei Tempo 300 elektronisch abregelt, könnte man damit ein paar schnelle Runden auf der Nordschleife des Nürburgrings drehen. Um die siebeneinhalb Minuten brauchen die Profis für den 22,8 Kilometer langen Rundkurs, eine Traumzeit.

 

Wenn die Verbrauchsangaben zur Lachnummer werden

 

Aber nicht nur bei diesem Ritt durch die Eifel, sondern auch bei ganz normalen Vollgasfahrten auf der Autobahn wird schnell klar, dass AWD nicht etwa für "Allgemeiner Deutscher Wirtschaftsdienst", sondern für "All Wheel Drive" steht. Dann gerät die Werksangabe des durchschnittlichen Verbrauchs von 11,3 Litern Super plus auf 100 Kilometer zur Lachnummer, die doppelte Menge an Sprit kommt der Wahrheit etwas näher. Schon im Alltagsbetrieb bei einem Minimum an Fahrspaß lässt sich das V8-Kompressor-Triebwerk selten unter 18 Litern bewegen.

Aus Kostengründen entscheiden wir uns dann lieber für das lockere Cruisen durch das vorweihnachtliche Berlin. Der dreieinhalb Kilometer lange Kurfürstendamm ist mit zehntausenden Lichtern festlich geschmückt, und die für Anfang Dezember ungewöhnlich warmen, aber angenehmen Temperaturen verleiten dazu, auch mal im Winter das mehrlagige Stoffverdeck aus Verbundgewebe zu öffnen. Das dauert vollautomatisch genau zwölf Sekunden und ist auch noch bei Geschwindigkeiten von bis zu 50 km/h möglich.

Mit dem Drücken des knallroten, runden Startknopfs lässt ein infernalischer Rennwagen-Sound in der näheren Umgebung die Gespräche verstummen und die Augen und Ohren der Spaziergänger größer werden. Aber nicht jedermann goutiert solche Motorengeräusche, einige wenden sich kopfschüttelnd ab, ein Taxifahrer mit seinem qualmenden Diesel-Benz aus den 1980er-Jahren senkt den Daumen. Neid?

Da wir diesen bollernden Boliden gern auch während der Fahrt soundoptimiert bewegen wollen, müssen noch drei Einstellungen in der Mittelkonsole zwischen den beiden vollledernen Sportsitzen vorgenommen werden. Erstens die Taste mit dem Auspuff-Symbol drücken, das öffnet die Klappen. Zweitens den Fahrmodus "Dynamic" wählen, das schärft das ganze System und ist dank des Allradantriebs auch bei nassem Untergrund noch äußerst kontrolliert zu fahren.

Und zu guter Letzt muss der Gangwählhebel auf "S", wie Sport. Mit dieser Konfiguration teilt man die Nation in zwei Lager. Für die einen erklingt nun mit viel Krawall, Geballere und simulierten Fehlzündungen die herrlichste Symphonie der Welt, für die anderen fährt nur noch ein weiterer Mega-Proll über den Asphalt der deutschen Hauptstadt.

Technische Daten

Zweitüriges Cabrio mit zwei Sitzen, Länge: 4,47 Meter, Breite: 1,92 Meter (mit ausgeklappten Außenspiegel: 2,04 Meter), Höhe: 1,31 Meter, Radstand: 2,62 Meter, Gewicht: 1.745 Kilo, Kofferraumvolumen: 196 Liter, Tankinhalt: 72 Liter, Motor: V8-Benziner mit Roots-Twin-Vortex-Kompressor, strahlgeführte Direkteinspritzung, variable Nockenwellenverstellung, Hubraum: 5.000 ccm, Getriebe: Achtgang-Quickshift-Automatik, Allradantrieb, Leistung: 550 PS, maximales Drehmoment: 680 Newtonmeter bei 3.500 U/min, 0-100 km/h: 4,1 Sekunden, Höchstgeschwindigkeit: 300 km/h (elektronisch abgeregelt), Durchschnittsverbrauch: 11,3 Liter Super plus, CO2-Ausstoß: 269 g/km, Abgasnorm: Euro 6, CO2-Effizienzklasse: G, Preis: ab 120.200 Euro.

 

 

 

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